Geschichte TSV

Okt. 13, 2008 | News | 0 Kommentare


 

Rückblick auf
 

                 100 Jahre
                         

Vereinsgeschichte


In Wuppertal-Ronsdorf, dem Sitz des Turn- und Spielverein e.V., wurde der historische 
Ortskern restlos ausgelöscht. Diese Aufnahme der „Breite Straße“ soll die Erinnerungen
  
an die verlorenen Schönheiten unserer Heimat wach halten.

Ronsdorf – „das Idyll in der Mulde“

Der Stadt in der Mulde, dem schönen Idyll,
ein lautes Lob ich stets singen will.
Wie liegst du so prächtig im Sonnenglanz,
umgeben von reichen Gärtenkranz!
Wie schmuck deine Häuser! Wie herrlich dein Wald,
wie froh bei der Arbeit ein Lied hier erschallt!
Wie herrlich die Bänder in leuchtender Pracht,
die emsiger Fleiß am Webstuhl hier schafft!
Wie versonnen die Sperre im lauschigen Tal,
wie reizend die Pfade in stattlicher Zahl!
Mein Ronsdorf, dich grüß‘ ich, du Gartenstadt fein,
mög‘ glückliche Zukunft beschieden dir sein!

Der Fremde, der unser Städtchen zum ersten Male von den umliegenden frischwindigen Höhen erblickt, – gleichviel, ob er aus Richtung Remscheid oder Cronenberg kommt oder ob er seine Schritte von Wuppertal aus über die Lichtenplatzer Höhen nimmt, – ist überrascht, es in grüne Wälder und Hügel eingebettet zu sehen, – das Idyll in einer Mulde. Bis an die Häuser des Ortes reichen die fruchtbaren Gärten, die saftigen Wiesen und tiefen Wälder – Anziehungspunkte der Wanderer und Erholungsstätte der Schaffenden.

Zwischen den noch erhaltenen schmucken Häusern mit ihren grünen Läden – in bergischem Stil von den Vätern errichtet – und den Neubauten der Gegenwart liegen Geschichte und Entwicklung unserer Stadt. Man muss schon eine Weile durch ihre Straßen und Gassen schweifen, um ihr und ihrer Eigenart näher zu kommen. Man wird dann sehr bald nicht nur die Wunden finden, die ihr der letzte Krieg geschlagen, sondern auch die vielen kleinen Reize und Schönheiten, die sie zu bieten hat. Was blieb – ist uns beglückende Heimat.

Die Menschen in dieser Landschaft besitzen viele Eigenheiten. Angesiedelt im Grenzbezirk der Franken und Sachsen förderte die Kargheit der bergischen Heimat ihren Fleiß, ihre Genügsamkeit und ihre Widerstandskraft. Rheinischer Frohsinn und westfälische Dickköpfigkeit, rheinische Lebensart und westfälische Akkuratesse mögen hier Paten gewesen sein. Hartes Dasein mobilisierte ihre Erfindungsgabe, und wenn es ums Rechnen und Individualisieren ging, dann waren sie mit von der Partie. Beide Konfessionen (und auch einige mehr) leben hier in Ronsdorf in Bewährung, Achtung und Beobachtung.

Der Auszug der pietistischen Sekte des Elias Eller im 18. Jahrhundert aus Wuppertal auf die südlichen Höhen hatte die Gründung unserer kleinen blühenden Industriestadt im Gefolge. Die Ronsdorfer sind ein gewerbefleißiges Völkchen; Bänder aller Art werden hier seit alters her gefertigt, und der Ronsdorfer Bandwirker war stets das Symbol und der Typ eines tüchtigen, aufwärtsstrebenden Handwerkers. In den letzten Jahrzehnten kamen andere Industriezweige hinzu, die durch ihre Vielfalt und Besonderheiten die einheimische Wirtschaft in beachtlichem Maße krisenfester machten. Auch der heutige Arbeiter ist hier nicht ein Bestandteil der anonymen Masse, sondern ein ausgeprägter und oft schwer zu fassender Individualist, der es im Leben zu etwas bringt.

Keineswegs kann man diesen Menschenschlag etwa als unaufgeschlossen oder rückständig bezeichnen. So ging ihm auch die Liebe zu Turnen und Sport recht schnell ein; im Jahre 1860 gab es schon die bekannte Ronsdorfer Turngemeinde und als sich um die Jahrhundertwende die jungen Menschen zaghaft der Idee des Rasensportes bemächtigten, da fasste das Fußballspiel auch in den Herzen der Ronsdorfer Jugend schnell Wurzel.

So blickt der TSV heute zurück auf eine über Jahrzehnte währende und an Erfolgen reiche Arbeit im Dienste der Leibesübungen, die „des Schweißes der Edlen“ wert war und den Verein an einem Ziel sieht, dessen Erreichen ein kurzes Verweilen und einen Rückblick auf die wechselvolle Vergangenheit wohl erlaubt. In diesem Sinne sei dieser „Rückblick“ Gruß und Dank an alle, die den schwarz-weißen Farben des TSV die Treue hielten. 

Und nun Glückauf zum freien Spiel der Kräfte und zu neuen Taten!

Festrede – Detlef Maass (1.Vorsitzender) zum 100. Geburtstag.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Sportkameradinnen und Sportkameraden, 
werte Gönner und Freunde des TSV 05 Ronsdorf.

Anlässlich unseres „runden“ Geburtstages heiße ich Sie herzlich Willkommen und ich darf Ihnen die letzten 100 Jahre unseres Vereins kurz näher bringen …

Wir schreiben das Jahr 1905, in Gelsenkirchen geht man seit einem Jahr „auf Schalke“, am 15. Mai wird Las Vegas offiziell gegründet, Robert Koch erhält den Medizin-Nobelpreis, die Schwebebahn verbindet Elberfeld mit Barmen und… in Ronsdorf erlernt man das Fußballspielen.

In diesen Tagen begeht der Turn- und Spielverein 05 Ronsdorf seinen 100. Geburtstag.

1905 waren es einige Männer, die sich entschlossen, einen Verein zu gründen, mit der Aufgabe, das Fußballspiel populär zu machen… wahrlich keine leichte Aufgabe, in der damaligen Zeit.

Trotz mancher Widerwärtigkeiten gelang es dem langjährigen Vorsitzenden Willy Benninghofen, die Vereinigung zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Es entstand eine Bindung, die den ersten Weltkrieg überdauerte, und als nach den Krisenzeiten der Fußball seinen Siegeszug durch Deutschland antrat, waren die Schwarz- und Weiß-gestreiften zu einer gefürchteten Mannschaft herangereift.
Inzwischen war man vom „Fußballfeld“ am Wasserturm in die Waldkampfbahn, dessen Gelände man käuflich erworben hatte, umgezogen.
Mit Stolz schaut die TSV-Familie heute auf diese ideale und moderne Kampfstätte, die als einzige Sportanlage im erweiterten Bezirk noch vereinseigen ist!
Die Verantwortlichen des TSV haben um dieses Privileg immer hart kämpfen müssen, sei es der unvergessene „Vereinsführer“ Emil Casel gegen die Enteignung durch das Dritte Reich, sei es Alfred Ackermann gegen die Beschlagnahme durch die Besatzungsmacht, oder Eduard Bausch und Werner Casel gegen die Annexionsbestrebungen des Fiskus als Nachfolgeverwalter der Wehrmacht.

Die heutigen Vereinsführer haben größte Mühe, dass von den Vätern Ererbte zu erhalten und unter Aufbringung erheblicher finanzieller Mittel auf einen modernen Stand zu bringen. So wurde in den vergangenen Jahren die Platzdecke mehrmals vollkommen erneuert, ein 120-Personen fassendes Vereinsheim erstellt, die gesamte Anlage mit Maschendraht eingezäunt, eine Vollflutlicht-Anlage installiert, die es ermöglicht, Abendspiele durchzuführen und Ende der 90er-Jahre wurde ein Kunstrasenplatz verlegt.

Horrende Summen mussten bisher für den Erhalt unserer Platzanlage aufgebracht werden – nicht gerechnet die unzähligen Stunden, die die Mitglieder in freiwilliger Selbsthilfe leisteten! Ohne die Hilfe von Land und Stadt, der Ronsdorfer Industrie sowie der Ronsdorfer Geschäftswelt wären diese Investitionen unmöglich gewesen. 
Deshalb sei an dieser Stelle allen Genannten ein herzliches Dankeschön gesagt.

Ein Dankeschön aber auch allen Mitarbeitern des Vereins, die Tag für Tag, Woche für Woche und über Jahre hindurch unsere Arbeit unterstützen und ihren Teil zur sportlichen Erziehung der Jugend beitragen. Wir wissen, dass sportliche Leistungen allein noch keine Persönlichkeit und kein gereiftes Leben ausmachen und die Arbeit für den Sport niemanden berechtigt, auf andere herabzusehen, die den Wert der Leibeserziehung noch nicht voll erfasst haben. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Sport zum Beruf und Geschäft geworden ist, bedarf es Frauen und Männer in den Vereinen, die wissen, dass ihr Beitrag an ehrenamtlichen Bemühungen, freiwillig und mit Begeisterung geleistetes, sehr wohl im Volke beachtet wird. Niemand, der verantwortlich denkt, darf diesen Beitrag verniedlichen. Dieses Bewusstsein vom Werte unseres Wirkens gibt uns die Kraft, auch in Zukunft für unseren Turn- und Spiel-Verein allzeit bereit zu sein.

Unser Verein ist nicht mit dem Ziel gegründet worden 100 Jahre alt zu werden oder irgendeine andere Jahreszahl zu erreichen, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die sich dem Fußballsport verschrieben haben in einer zu damaligen Zeiten üblichen Form. Heute sind wir stolz darauf, den TSV 05 – im wahrsten Sinne ein Stück Ronsdorf – einhundert Jahre erhalten zu haben und dennoch im Heute zu leben.

So präsentiert sich der Verein heute als ein junger Verein, in dem die Interessen von Jung und Alt berücksichtigt werden. Wir sind modern, so wie „modern“ sich immer nur auf die Gegenwart beziehen kann, so wollen wir auch in Zukunft modern bleiben, weil uns nur diese Einstellung Vergangenes sichert.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Die Entwicklung des Vereins seit der Gründung im Jahre 1905

Aus dem einst’gen kleinen Bäumchen
ward ein Baum, ein starker Hort…

100 Jahre sind nunmehr in diesen Tagen vergangen, seit auch in Ronsdorf der Fußballsport seinen Einzug hielt. Es war an einem heißen Juniabend des Jahres 1905, als sich eine Anzahl „wagemutiger“ junger Leute in der sogenannten „Wolf’s-Ecke“ trafen, um darüber zu beratschlagen, ob der Fußballsport nicht auch in Ronsdorf eingeführt werden könne. Der Erfolg der Versammlung war die Gründung eines Vereins mit dem Ziele „der Ausübung und Verbreitung des Fußballspiels“, wie es in den Satzungen hieß. 
Er nannte sich 

„Ronsdorfer Sportclub“  

und die Namen seiner Gründer, also die Fußballpioniere unserer Vaterstadt, lauten:
August Abel, Willy Benninghoven, Hermann Blombach, Viktor Elster, Max Göbel, Ernst Klapp, Ludwig Köppe, Karl Lohhoff, Werner Lüngen, Max Nelle, Hermann Nebendorf, Ernst Neuhaus, Artur Platte, Karl Reinshagen, Fritz Schliepkorte, Charles Scholz.

Es gehörte in der damaligen Zeit wirklich Mut dazu, einen solchen Verein ins Leben zu rufen, denn der Fußballsport war nicht gesellschaftsfähig und die breite Öffentlichkeit rümpfte die Nase über diese „raubeinige und wilde“ Sportart. Das tat jedoch dem Tatendrang der jungen Fußballpioniere keinen Abbruch und so sah man sie denn bald an jedem Wochenende, mit geschulterten Torlatten und den übrigen Fußballrequisiten versehen, zu „Höhlschens-Feld“ wandern, um dort ihrem geliebten Sport nachzugehen. Das erste Spiel wurde gegen die 2. Mannschaft des Cronenberger Sportclubs ausgetragen und ging mit 0:2 verloren, verständlich, denn aller Anfang ist schwer und die Cronenberger hatten schon drei volle Jahre Erfahrung sammeln können, während die jungen Spieler des Ronsdorfer Sportclubs von Technik und Taktik noch nicht viel Ahnung hatten. Aber es dauerte nicht lange, da war aus elf Spielern eine Mannschaft geworden und als dann noch einige spielstarke Kameraden hinzukamen, stellten sich auch die Erfolge ein.

Es verdient an dieser Stelle noch hervorgehoben zu werden, dass Max Nelle der erste Vorsitzende des neuen Vereins wurde, während Viktor Elster der erste Spielführer der Mannschaft war. Bereits ein Jahr später, im Jahre 1906, hatte der Sportclub eine Konkurrenz bekommen, denn am 13. Oktober des Jahres gründeten Willi Kretzmann, Ernst Klapp, Carl Lohhoff, August Halbach, Werner Benninghoven, Rudolf Matthey, Julius Nolzen, Robert Winter, August Rinke, Max Lueg, Willi Trapmann, Eugen Monhof, Adolf Luckhaus, Hermann Casel, Eugen Viehmann, Eugen Grünrock, Edmund Markmann, Emil Casel und Karl Kuhbier den 

„Ronsdorfer Ballspielverein“.

Als erster Vorsitzender ging aus der Wahl Werner Benninghoven hervor, der den jungen Verein mit viel Umsicht und großem Geschick geleitet hat.
Nachdem in den ersten Wochen die erforderlichen Materialien unter großen persönlichen Opfern beschafft und ein Sportplatz hinter der Gasstätte „Koritzius“ gemietet worden war, konnte der Spielbetrieb beginnen. Der erste Wettkampf wurde gegen Vohwinkel ausgetragen.

Bereits im Oktober 1906 trat der Verein dem Rhein.-Westf. Spielverband, dem späteren Westdeutschen Spielverband bei, wodurch ein geregelter Spielbetrieb gewährleistet wurde. Auch beim Ballspielverein machte sich bald ein spielkultureller Aufschwung bemerkbar. Ganz besonders der von Germania Düren kommende Mittelstürmer Gustav Neuser, eine Neuerwerbung unseres unvergessenen Franz Benninghoven, bedeutete eine beträchtliche Verstärkung. Neuser wurde auf Grund seines Könnens und seines sympathischen Wesens das Idol der Ronsdorfer Fußballer.

War es die Rivalität, war es der Ehrgeiz der beiden Ronsdorfer Fußballvereine, einander den Rang abzulaufen, der sie in den folgenden Jahren zu so großen Leistungen befähigte? Jedenfalls meldet die Chronik ganz hervorragende Ergebnisse gegen führende Vereine, nicht nur des Berg.-Märkischen Bezirks, sondern darüber hinaus auch gegen Mannschaften, die in jenen Jahren Rang und Namen hatten, als da sind: Borussia Düsseldorf, Köln 99, Viktoria Hamburg, Duisburger Spielverein und Verviers (Belgien).

Als erfolgreichstes Jahr vor dem 1. Weltkrieg dürfte aber die Meisterschaftssaison des Jahres 1911/12 angesprochen werden. In diesem Jahr errang zunächst einmal der Ronsdorfer Sportclub die Meisterschaft der C-Klasse, darüber hinaus wurde der Ronsdorfer Ballspielverein Meister der B-Klasse und griff als solcher in die Spiele um die Meisterschaft des Rhein. Nordkreises ein. 


Ronsdorfer Ballspielverein – 1. Mannschaft –
Meister der B-Klasse des Bergischen Bezirks und des Rheinischen Nordkreises – 1911/12

Es gelang der hervorragenden Mannschaft in der Vor- und Zwischenrunde Lüdenscheid mit 7:1 und Preußen Essen mit 3:2 auszuschalten, und im Entscheidungsspiel in Krefeld gegen Cleve mit 2:0 zu gewinnen. Damit war der Ronsdorfer Ballspielverein Meister des Rhein. Nordkreises geworden. Die gute Kameradschaft und das jahrelange harte Training hatten der Mannschaft den verdienten Lohn eingebracht. Ein sportlicher Höhepunkt in der Geschichte des jungen Vereins war erreicht.

Schon im Sommer des Jahres 1912 waren Bestrebungen im Gange, die auf eine Vereinigung der beiden Ronsdorfer Fußballvereine hinzielten. In der Erkenntnis, dass eine Vereinigung sich nur zum Vorteil der örtlichen Sportbewegung auswirken könne, wurden alle persönlichen Belange zurückgestellt.

Am 11. Dezember 1912 war es dann soweit, dass der langgehegte Plan Wirklichkeit wurde; die beiden bisherigen Clubs vereinigten sich zu

„Verein für Rasenspiele e.V. Ronsdorf“.

Die beachtliche Leistungsstärke des neuen Vereins schien zu den schönsten Hoffnungen zu berechtigen, als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach und den größten Teil der Mitglieder zu den Fahnen rief.

Bis zum Jahre 1915 ruhte der gesamte Spielbetrieb, erst dann sammelten sich die noch nicht einberufenen jüngeren Jahrgänge, um unter der Führung der bereits zu Beginn des Krieges verwundeten Sportkameraden Karl Scholl und Adolf Rinke ihren geliebten Sport wieder auszuüben, ihren Körper zu stählen und vor allen Dingen den Verein in bessere, friedlichere Zeiten hinüberzuretten.
So klein die Schar der Getreuen in der damaligen Zeit auch war, so groß war ihr Zusammengehörigkeitsgefühl, die Kameradschaft untereinander. Das zeigte sich nicht zuletzt auch an den sportlichen Leistungen, die in der im Oktober 1916 errungenen Meisterschaft des Regierungsbezirks Düsseldorf gipfelten. Am 8. Oktober 1916 schlug die junge Ronsdorfer Elf im entscheidenden Spiel die Mannschaft der Jugendkompanie Cleve und holte sich damit das vom damaligen Kriegsministerium ausgefertigte Ehrendiplom. Über vier Jahre dauerte das schreckliche Völkerringen und schwere tiefe Wunden schlug der Krieg auch dem VfR. 45 treue Sportkameraden mussten in diesem blutigen Waffengang ihr Leben lassen.

Ehre ihrem Andenken!

Bei einer rückschauenden Betrachtung geziemt es sich, auch unseres Vereinslokals zu gedenken. Am 13.7.1907 wurde die Gaststätte der Witwe Benninghoven am Markt als solche ausgewählt und ist es geblieben, bis jene furchtbare Bombennacht des 2.Weltkrieges vom 29. zum 30. Mai 1943 das Gebäude in Schutt und Asche legte. Ein Vereinslokal soll der ruhende Pol innerhalb des Vereinslebens sein und das konnte man wahrlich von unserem Vereinslokal sagen. Unter der vorsorglichen Betreuung der „Tante Maria“, die der Jugend in ihren mannigfachen Nöten stets helfend zur Seite stand, fühlten sich die Mitglieder geborgen. Als die „Tante“ im August 1925 starb, übernahmen ihre Kinder Franz und Anna das Lokal und setzten die Tradition ganz im Sinne ihrer Mutter fort. Franz und „Tante Anna“ waren der jungen Generation dasselbe was ihre Mutter der älteren gewesen war. Ihrer bei unserem Jubiläum in Ehrerbietung zu gedenken ist dem Chronisten Herzensbedürfnis.

Als im Jahre 1918 das große Halt geboten wurde, brauchten die dem Grauen der Materialschlachten Entronnenen erst eine gewisse Zeit, um sich mit den völlig neuen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in der Heimat vertraut zu machen; dann aber wurde der Spielbetrieb in verstärktem Maße aufgenommen. Millionen war im Felde die Erkenntnis gekommen, wie wertvoll in allen Lebenslagen ein sportlich durchtrainierter Körper ist. Der Staat hatte die Wichtigkeit der Leibesübungen im Interesse seiner Bewohner erkannt und machte sich mehr und mehr zum Schirmherr der Sportbewegung. Gelder wurden bewilligt, um die Jugend in weitem Maße dem Sport zuzuführen, große Stadien und Sportplätze gebaut; der Sport hatte die breite Masse des Volkes erfasst.

Der 19. November 1919 wurde ein Markstein in der Vereinsgeschichte. Getragen von dem Gedanken, dass in gemeinsamer Arbeit das Ziel aller Leibesübungen, die Volksgesundheit, eher zu erreichen sei, als durch Nebeneinanderarbeiten in Einzelvereinen, entstand durch die Vereinigung des Vereins für Leibesübungen mit der Ronsdorfer Turngemeinde der

„Turn- und Spielverein 05 Ronsdorf e.V.“.

In den nun folgenden Jahren erlebte der Ronsdorfer Fußballsport einen seiner Höhepunkte. Nicht nur die Tatsache, dass die gesamte Vereinsarbeit auf eine breitere Basis gestellt wurde, dass die Anzahl der Mannschaften vermehrt und eine separate Jugend- und Schülerabteilung gegründet wurde, kennzeichnet die Blütezeit der Jahre 1919 bis 1923, ganz besonders war es das hervorragende Können und der glänzende Ruf der damaligen ersten Mannschaft, F. Ruthekolk (Torwart), P. Staas, M. zur Löwen (Verteidigung), A. Halbach, E. Heyder, M. Dreseler (Läuferreihe), E. Lichte, S. Dickmann, P. Matthey, K. Wüster, H. Benninghoven (Sturm), die dem Verein alle Ehre machte und dem Namen des Turn- und Spiel-Vereins weit über die Grenzen des Bergisch-Märkischen Raumes hinaus Anerkennung verschaffte.

In diese Zeit fällt auch der Beginn so mancher Sportfreundschaft mit namhaften Vereinen der Nachbarschaft, wie Barmen 1872, den späteren Sportfreunden „Schwarz-Weiß“, der Sport- und Spielvereinigung Barmen, des Cronenberger Sportclubs und nicht zuletzt mit den alten Freunden des Sport- und Spielvereins Elberfeld.

Einweihung der Waldkampfbahn

Zu den wichtigsten Daten in der Geschichte des TSV gehört der 20. August 1922, der Tag, an dem unsere vereinseigene Platzanlage, die „Ronsdorfer Waldkampfbahn“ eingeweiht wurde.

Inmitten der Anlagen des Ronsdorfer Verschönerungsvereins gelegen, umgeben vom Rauschen der bergischen Eichen, darf man sie mit Recht als das Ideal eines Sportplatzes bezeichnen. Wenn ihr der zweite Weltkrieg auch schwere Wunden geschlagen hatte, da mehrere Luftminen und schwere Sprengbomben den Baumbestand lichteten und die Platzdecke zerrissen, so hat sie doch bis heute den ihr eigenen Charakter als Waldkampfbahn behalten und es müsste eine der wichtigsten Aufgaben jedes Vereinsvorstandes sein, dafür zu sorgen, dass uns ihre Eigenart auch in Zukunft erhalten bleibt. Was uns diese herrliche Anlage noch besonders liebenswert macht ist die Tatsache, dass sie zum großen Teil in einem freiwilligen Arbeitsdienst der Vereinsmitglieder errichtet wurde, und wir wollen an dieser Stelle auch des Mannes gedenken, der das Hauptverdienst an dem Zustandekommen dieses wertvollen Besitzes hat: Robert Kretzmann, damals 2.Vorsitzender des Turn- und Spielvereins.

Die Platzweihe selbst wurde zu einer erhebenden Feierstunde. Der damalige Bürgermeister Staas hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich die Festansprache zu halten. Er pries in seiner Rede die herrliche, einzigartige Lage der Kampfbahn, um die uns alle Vereine der Umgebung beneiden, würdigte die Ziele des TSV, gedachte der Schwierigkeiten, die zu überwinden waren und schloss seine Ausführungen mit den Worten:
„Möge der TSV weiter blühen und gedeihen und, wie es bisher war, eine Zierde und ein Stolz bleiben in seiner Vaterstadt und unter den Vereinen mit gleichen Zielen. In diesem Sinne gilt mein dreifaches Hoch dem weiteren Wohlergehen des Turn- und Spielvereins!“

Begeistert stimmte die Menge in das Hoch ein, und eine Welle der Ergriffenheit erfasste die alten Sportler angesichts der Tatsache, dass ihre Ziele, die noch vor wenigen Jahren verhöhnt und bekämpft waren, heute von hoher amtlicher Stelle gebührend gewürdigt wurden. Welch eine Wendung in den letzten 15 Jahren! Eine gewisse Stagnation im Vereinsleben trat in den Jahren 1924-1927 ein, bedingt durch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie durch das Nachlassen der Leistungen unserer ersten Mannschaft, von der einige der besten Spieler nicht mehr zur Verfügung standen. Hinzu kam noch, dass die Vereins-Ehe mit der Turngemeinde nicht immer eine glückliche war, –  hauptsächlich hervorgerufen durch die gegensätzlichen Auffassungen der beiden Spitzenverbände Deutsche Turnerschaft – Deutscher Fußballbund -.  So kam es dann im September 1927 zu einer Lösung der Ronsdorfer Turngemeinde vom TSV, der jedoch mit 225 Mitgliedern aus dieser Trennung zahlenmäßig recht stark hervorging. Dank der energischen und zielbewussten Arbeit des damaligen 1. Vorsitzenden Paul Matthey und seiner Mitarbeiter gelang es binnen kurzer Zeit, die Ordnung innerhalb des Vereins wieder herzustellen und das Vereinsgefüge fester denn je zu gestalten.

Eine Zeitepoche des TSV voll großer Leistungen

Die sportliche und organisatorische Wiedergeburt des TSV nahm dann  im Jahre 1928 ihren Anfang und verknüpfte sich mit einem Namen, der in den Annalen der Vereinsgeschichte mit goldenen Lettern herausgestellt werden muss: Emil Casel. Er übernahm nach Paul Matthey, der durch seine berufliche Tätigkeit im Ausland den Obliegenheiten des Vorsitzenden nicht mehr gerecht werden konnte, am 14. Januar 1928 das Steuer des Vereins, nachdem er schon vorher als 2. Vorsitzender tätig gewesen war. Seit 1946 ruht er in kühler Erde, nachdem er fast 20 Jahre dem Vereinsleben den Stempel seiner Persönlichkeit aufgedrückt hatte. Selbst Gründer des Vereins, mit Leib und Seele Fußballer, Idealist im wahrsten Sinne des Wortes, wurde er im Laufe der Jahre einer der markantesten und geachtetsten Männer im TSV. Aber nicht nur innerhalb des Vereins, sondern auch in den übergeordneten Verbänden galt sein Wort, hatte sein Rat Klang und Gewicht, und wenn der Turn- und Spielverein in den dreißiger Jahren seine bisher größten Erfolge errang, so war das zu einem großen Teil ein Verdienst dieses hervorragenden Vereinsführers. Er war kein lauter Kämpfer im eigentlichen Sinne des Wortes, aber ein aufrechter, gradliniger Mann. Ohne großen Aufwand von taktischen und dialektischen Mitteln, schöpfend aus seiner reichen Erfahrung als aktiver Sportler und langjähriger Vereinsanhänger, wissend um alle Belange als Fußballer, getragen von einer intuitiven Erkenntnis um die unschätzbaren körperlichen und seelischen Werte der Jugend, war er unbeirrbar klar in seiner Zielsetzung, – dabei aber immer wieder in allen inneren Kämpfen ausgleichend und beruhigend durch den Eindruck seiner einfachen aber bestimmten und unantastbaren Persönlichkeit. Nur einem solchen Mann war es möglich, fast zwanzig Jahre lang das Schiff des TSV durch alle Untiefen und die brodelnden Wogen der Interessenkämpfe in der Sportbewegung hindurch zu steuern, und deshalb sei dem allzu früh verstorbenen Emil Casel an dieser Stelle der Festschrift für alles, was er dem Verein war und für ihn tat, die Krone des Verdienstes in ehrendem Gedenken dargebracht.

Mit ihm in einem Atemzuge zu nennen ist auch unser im Jahre 1964 verstorbener Sportkamerad Otto Windgassen, der fast zwei Jahrzehnte ununterbrochen seine Erfahrungen und sein reiches Wissen in den Dienst des Vereins gestellt hat, sei es auf dem Posten des 2. Vorsitzenden oder in der manchmal undankbaren Rolle des Spielausschussobmannes. Auch ihm sei für seine Aufopferung und seine Treue zum Verein herzlich gedankt. Vergessen wir auch an dieser Stelle nicht, zwei verdienstvolle Mitglieder zu ehren, die, wenn auch nicht im Rahmen der Öffentlichkeit stehend, doch mehr als zwanzig Jahre dem Verein an wichtiger Stelle in vorbildlicher Treue gedient haben. Alfred Monhof und Fritz Rühl, und gedenken wir bei unserem 60-jährigen Jubiläum auch unseres verstorbenen Freundes Engelbert Wüster, der durch seine journalistische Tätigkeit und wohlwollende Berichterstattung in der Presse dem TSV unschätzbare Dienste geleistet hat.

Der sportliche Wiederaufstieg nach der Krise von 1927 erfolgte von innen heraus. Dank der intensiven Jugendbetreuung seitens des Vereins, bei der sich ganz besonders die Kameraden Paul Müller, Adolf Jung und Walter Lackhaus große Verdienste erworben haben, konnte schon bald eine neue, aus dem eigenen Nachwuchs hervorgegangene junge Fußballgeneration die schwarz-weißen Farben repräsentieren.

Es waren die Spieler: W. Born (Torwart), E. Meister, A. Sonneborn (Verteidigung), H. Steinhaus, H. Kretzmann, W. Bartholomäus (Läuferreihe), K. Diederich, H. Crone, A. Lichte, G. Voss, H. Benninghoven (Sturm).
Diese Mannschaft erregte allenthalben durch ihr technisch hochstehendes Spiel Aufsehen und verschaffte den „Zebras“ bald wieder neuen Glanz, gebührende Achtung und Anerkennung.

Darüber hinaus hatte der Verein zu jener Zeit noch einen zweiten Repräsentanten: das war die damalige „Lehrmannschaft“, heute würde man sagen „Jungliga“. Die Vereinsleitung war gut beraten, als sie die damalige erste Jugendmannschaft nach dem Erreichen des Seniorenalters nicht sofort den schweren Kämpfen in den Seniorenklassen aussetzte, sondern die in dieser Mannschaft vorhandenen Talente ausreifen ließ. Der Erfolg stellte sich denn auch ein, Sieg auf Sieg erspielte diese Elf und bald war in der Umgebung kein Gegner unter den 18- bis 21-Jährigen, der es mit unseren „Fohlen“ aufnehmen konnte. Die Lehrmannschaften der bekanntesten Vereine sind in jenen Jahren in der Waldkampfbahn zu Gast gewesen, aber nur wenigen ist es gelungen, einen Sieg von hier mit nach Hause zu nehmen.


A1-Jugend im Jahre 1936

Aus dieser Mannschaft gingen die beiden prächtigen Außenläufer Fritz Benninghoven und Werner Pick hervor, die zusammen mit Adolf Lichte, jene bekannte Läuferreihe bildeten, die über ein volles Jahrzehnt das Rückgrat unserer ersten Fußballmannschaft werden sollte.

Das unvergessliche silberne Jubiläum des TSV

In diese erfolgreiche Zeit fiel auch das Jahr 1930, das Jahr des 25-jährigen Bestehens. In den letzten Augusttagen konnte der Turn- und Spielverein unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sein Silberjubiläum feiern. Die hervorragend aufgezogenen Veranstaltungen gipfelten in dem Festakt im großen Saale des Ronsdorfer Ratskellers, sowie in der am darauffolgenden Tage in der Waldkampfbahn erfolgten Weihe des Ehrenmals für die im ersten Weltkrieg gefallenen Sportkameraden. Es waren zwei Festtage voller Freude und Geselligkeit, Höhepunkte im Eigenleben der Gartenstadt Ronsdorf, allen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten in der großen Welt zum Trotz. Eine ganze Bürgerschaft feierte mit und nahm regen Anteil an diesem Jubiläum ihres Sportvereins. 
Der „General-Anzeiger“ der Stadt Wuppertal schrieb hierüber wie folgt:

„Samstagabend in Ronsdorf. – Ruhig liegen die sauberen Straßen der Stadt, in das rot-goldene Licht der sinkenden Sonne getaucht. Da tönt Glockengeläute von den Kirchtürmen; die Glocken künden den Sonntag und geben gleichzeitig dem Anfang des Jubelfestes des TSV eine feierliche Weihe“.

Der Ronsdorfer Ratskeller ist zu klein, um alle Freunde des Vereins aufzunehmen. Mit flotten Weisen leitet das Ronsdorfer Orchester den Abend ein. Der MGV „Union“ bringt eine Anzahl prächtiger Lieder zu Gehör. Freude auf allen Gesichtern, Feststimmung in den Herzen der Zuhörer.

Als Paul Matthey, eines der verdientesten Mitglieder des TSV, das Wort zu seiner Festrede ergreift, tritt größte Ruhe ein. Noch einmal streift der Redner kurz den Entwicklungsgang des Fußballsportes und mit ihm des TSV, legt Sinn, Zweck und Ziel der Bewegung klar, und kommt dann in erinnerungsreichen Worten zur Ehrung der Jubilare. Eine große Zahl betritt das Podium und nimmt für 25-jährige treue Mitgliedschaft die Ehrennadel des Vereins in Empfang. Für besondere Verdienste wird den nachstehenden Mitgliedern die Ehrennadel und eine Erinnerungsplakette überreicht: Engelbert Wüster, Robert Kretzmann, Karl Scholl, Alfred Monhof und Fritz Rühl.

Der verdiente erste Vorsitzende Emil Casel erhält außerdem einen Lorbeerkranz und von der ersten Mannschaft, aus Dankbarkeit für sein unermüdliches Wirken, eine Plakette. Ein Hoch und das Vereinslied beschließen diesen Festakt. Die Gratulationscour der befreundeten Vereine beginnt. Unmöglich, alle Namen zu nennen, die Reihe nimmt kein Ende, immer neue Ehrengeschenke werden aufgestellt. Unter den Gratulanten ragt vor allen Dingen der Vertreter des Westdeutschen Spielverbandes hervor, der die Verdienste des Ronsdorfer Fußballpioniers in warmen Worten schildert und eine Anzahl besonderer Auszeichnungen in Aussicht stellt.
Darbietungen musikalischer und gesanglicher Art wechseln in bunter Reihenfolge und noch lange ist man in echt sportlichem Geiste zusammen.

Die Feststunden am Sonntag können nicht schöner in Erinnerung zurückgerufen werden, als dass wir unseren alten Vereinsfreund und Schriftsteller Engelbert Wüster sprechen lassen, der am 1.9.1930 in der „Ronsdorfer Zeitung“ wie folgt schrieb:

„Nachdem der erste Festabend im Ratskeller verrauscht war, verrauscht im wahren Sinne des Wortes, in vollem Strom der Begeisterung, so wie Feste gefeiert werden müssen und wie es Tradition ist im TSV von je her, kam der Verein am zweiten Tag seiner vornehmsten Ehrenpflicht nach. In einer weihevollen Feierstunde wurde am Sonntagvormittag an dem neuerrichteten Ehrenmal in den Anlagen der Gefallenen des Vereins gedacht. In eitel Herrlichkeit gab ein unvergleichlich schöner Sommertag mit wolkenlosem Himmelsblau und gleißendem Sonnengold, mit voll erblühter Blumenpracht und über die Berge hallenden Glockenklängen, als Symbol triumphierenden Lebenswillens und ungebrochener Schöpferkraft der Natur, der ernsten Weihestunde den Rahmen. Wohl noch niemals hat sich an der herrlichen Waldkampfbahn in den Anlagen ein derart eindrucksvolles Bild geboten, wie es diese Stunde des Gedenkens war. Schon weit vor der festgesetzten Zeit hatte sich an dem Ehrenmal ein großer Teil der Angehörigen der Gefallenen sowie eine Anzahl prominenter Persönlichkeiten der Stadt eingefunden. Kurz nach 11 Uhr trafen dann die Sport- und Turnvereine im geschlossenen Zuge mit ihren Fahnen ein und nahmen vor dem mit der schwarz-weißen Vereinsfahne verhüllten, von Fahnen in den Stadtfarben auf halbmast flankierten Ehrenmal Aufstellung. Als das Ronsdorfer Orchester einleitend das Altniederländische Dankgebet „Wir treten zum Beten“ intonierte, konnten viele ihrer Bewegung nicht Herr werden und kämpften mühsam mit den Tränen. Für den verhinderten Verbandsvorsitzenden Closterhalfen fand Dr. Fr. Menzel, Barmen, in seiner Weiherede zu Herzen gehende Worte. Der Männergesangverein „Eintracht“ sang daraufhin das Sanctus aus der deutschen Messe von Schubert: „Heilig, heilig ist der Herr.“  Dann nahm Paul Matthey in einer tiefschürfenden Gedenkrede das Denkmal in den Schutz des TSV mit dem Dichterwort:

„Werde du Stein uns ein bleibendes Zeichen des Dankes,
Den uns’ren Toten wir immerdar schulden.
Uns nicht alleine, der Jugend, dem Volke zu dienen,
Galt Euch als Pflicht, und dies Vorbild leb‘ ewiglich in uns.
Werde du Stein ein Ermahnen an uns und an künft’ge Geschlechter.
Tapfer und selbstlos, wie Ihr wart, kurz – wirkliche Sportler zu werden.“

In tiefer Andacht und ehrfurchtsvoller Trauer vernahmen die Hinterbliebenen unter den verwehenden Klängen des Liedes „Ich hatt’ einen Kameraden…“ die feierlichen und ernsten Worte voll Dankbarkeit an die toten Sportkameraden, und in manchem sportgebräunten Gesicht zuckte es verdächtig auf. Die Hinterbliebenen legten Blumen am Ehrenmal nieder, Kränze der Vereine folgten in großer Zahl, und bald umgab ein leuchtender Blumenflor den dunklen Granitstein.

Ein Fest in Gold und Grün

Der Sonntagnachmittag naht. Noch liegt die mit einer neuen erstklassigen Decke versehene Kampfbahn einsam. Große Erfrischungsstände werden aufgebaut, schon kommen die ersten Zuschauer, um sich das Spiel der ersten Jugendmannschaften des Duisburger Spielvereins und des TSV Ronsdorf anzusehen.

 
Spitze des Festzuges am Ausgang der Marktstraße (Klein’s Ecke)

Die glücklichen Gäste siegen mit 4:3. Da treten schon die alten Herren von Schwarz-Weiß Barmen gegen Ronsdorf an. Nach einem humorvollen, im Geiste alter Freundschaft durchgeführten Spiel trennt man sich unentschieden 1:1. Es geht dem Höhepunkt des Nachmittags entgegen; dem Spiel von Schwarz-Weiß Barmen gegen die erste Mannschaft des Jubelvereins. Die Sonne lacht golden vom Himmel, unter den alten Buchen und Eichen, die den Platz als grünen Kranz umrahmen, findet man erfrischende Kühle. Das Spiel beginnt. Wenn auch zum Schluss Ronsdorf nach einer heroisch torlos durchgehaltenen ersten Halbzeit gegen den besseren Gegner 7:1 verliert, so kann dies die Festfreude nicht dämpfen.
…Langsam leert sich die Kampfbahn, Abendschatten umspielen das Ehrenmal. Eine altersgraue, gebückte Frau legt noch einen Strauß Heidekraut am Denkmal nieder; eine Mutter, die ihren Sohn in ferner Erde grüßt. –
In einer gemütlichen Feier im kleinen Kreise findet das in allen Teilen wohlgelungene Jubelfest seinen Abschluss.
Wie tief zeigte sich doch damals die innere Anteilnahme und Freude über den wohlgelungenen Verlauf der 25-jährigen Jubelfeier bei all denen, die angesichts der feierlichen Anerkennung des mächtigen Sportgedankens zurückdachten an jene Zeit von 1905 und 1906, wo sie verpönt und beschimpft die ersten Tore auf den Feldern um Ronsdorf aufbauten und sich am Rasensport zu erfreuen suchten. Derselbe Idealismus jener Tage wurde bei diesen Jubiläumsfeierlichkeiten erneut wach und die Augen leuchteten vor Genugtuung und Freude bei den Alten und vor Stolz und Zuversicht bei den Jungen, die das Erbe übernahmen.

Die Menschen im Bergischen Lande verstehen es ja auch, Feste zu feiern auf eine besondere Lebensart, die Vertrauen und Freude vereint, die Glaube mit Tatsachen koppelt. Es ist hier nicht die rheinische Fröhlichkeit der Narren und Gecken üblich, sondern hier sind mehr die Freude, der Scherz und die Derbheit zu Hause, die man früher in den alten Spinnstuben fand. Der Witz der bergischen Donnerkiele ist eine Sache mit Saft und Kraft. Ihre Feste sind keine Redouten und Schaubilder, sondern die Bevölkerung kommt zusammen in alt überlieferter, nachbarlicher Biederkeit und in dem Gefühl gegenseitiger Achtung; alle sind sie aber bereit, sich hundertprozentig der Freude des gemeinsamen Festes hinzugeben. Und so trug auch die silberne Jubelfeier des TSV reiche Früchte im Gesamtrahmen der Ronsdorfer Gemeinschaft just zu dem Zeitpunkt, an dem man sie gerade zwangsläufig gegen den Willen aller der Großstadt eingemeindet hatte.

Wirtschaftliche Krisis beeinflusst den Sport

Wenn auch das große Jubiläum des TSV schon in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs stattfand, so begannen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Deutschland sich in den nächsten Jahren in verstärktem Maße zu zeigen. Es blieb nicht aus, dass viele Mitglieder ohne Arbeit und Einkommen waren und die wirtschaftliche Not pochte an so manche Tür. Aber wie so oft in Zeiten der Depression besann sich auch dieses Mal die heranwachsende Jugend ihrer Ideale und schrieb den Sportgedanken auf ihr Panier. So kamen viele neue sportbegeisterte und gesunde Männer zum Turn- und Spielverein, junge und talentierte Burschen, die – wie sich in den kommenden Jahren herausstellen sollte – eine wertvolle Stütze für den Verein bedeuteten. Dank der intensiven und umsichtigen Leitung des Vorsitzenden Emil Casel gelang es, eine Breitenarbeit zu betreiben, die schon bald ihre Früchte einbringen sollte.

Erinnerungswerte Daten aus diesen Tagen:

1. Januar 1931:
Der Vorstand des Westdeutschen Spielverbandes ließ durch seinen Vertreter Herrn Höngen in Ronsdorf eine Feierstunde veranstalten, bei welcher der 1.Vorsitzende des TSV, Emil Casel, sowie der frühere Vorsitzende und aktive Mannschaftsführer Paul Matthey mit der goldenen Ehrennadel des Westdeutschen Spielverbandes ausgezeichnet wurden für hervorragende Verdienste um den Sport. Diese berechtigte Auszeichnung wurde im TSV mit großer Befriedigung aufgenommen.

18. Juli 1931:
Der TSV startete mit sechs Mannschaften eine interne Veranstaltung. Er bot mit einem Blitzturnier seinen vielen Anhängern erneut den Beweis regster und fruchtbarster Vereinstätigkeit. Bemerkenswert waren die Schlusspaarungen: die 1. Mannschaft konnte gegen die 1. Jugend-Mannschaft erst nach Verlängerung gewinnen, und ebenso konnte sie erst nach einem harten Kampf und gegen starken Widerstand der alten Kämpen im Schlussspiel gegen die Alte-Herren-Mannschaft, die mit riesigem Eifer an ihre schwierige Aufgabe heranging, mit dem knappsten aller Resultate (1:0) das Blitzturnier für sich siegreich gestalten.

17. August 1931:
Sportwerbetag zugunsten des Ronsdorfer Verschönerungsvereins, zu welchem Ronsdorfs Turner, Sportler und Sänger in gemeinsamer Front antraten.

Als alle Spiele auf dem schönen Platz der Waldkampfbahn beendet waren, da gab der Zufall diesem Waldfest ein Schlussbild, wie man solche nicht besser und wirkungsvoller hätte organisieren können: Mit brausenden Motoren zog in majestätischem Flug „Graf Zeppelin“ in niedrigem Kurs über die hohen Kronen des Ronsdorfer Waldes.

15. März 1932:
In ernster Stunde tiefgehender Schicksalswirren in deutschen Landen  formierten sich die Aktiven des TSV zu einer Gedenkfeier um das Ehrenmal. Die Gedächtnisrede von Paul Matthey stand unter den Worten:
„Nach ewigen, ehernen, großen Gesetzen müssen wir alle unsres Daseins Kreise vollenden…“
Zwei Minuten tiefstes Schweigen, und sechs Spielführer legten je ein Blumengebinde am Ehrenmal nieder.

22. August 1932:
Großkampftag in den Ronsdorfer Anlagen mit einem Sieg von 3:1 über den alten Rivalen Sportclub Cronenberg. Mehr als 2500 Zuschauer in der Waldkampfbahn. Es war ein Höhepunkt der Meisterschaftssaison. Leider wurde in den späteren Kämpfen die Siegesserie nicht fortgesetzt, so dass die schon von den optimistischen Vereinsanhängern mit mathematischer Sicherheit herausgerechnete Meisterwürde nicht erreicht werden konnte. Aber man durfte das Gefühl haben, dass mit dem Erreichten die Zukunft des TSV und damit des Ronsdorfer Fußballsportes gesichert sei.

1933 – das Jahr der Meisterschaft
Was nun in der Saison 1931/32 nicht gelang, das wurde ein Jahr später kaum erträumte Wirklichkeit. Einmal schon – im Jahre 1911/12 – hatte der damalige Ronsdorfer Ballspielverein in aufsehenderregendem Galopp die Meisterschaft des Bezirkes und anschließend die des ganzen Rheinischen Nordkreises gemacht; zum zweiten Male pochte dieses von jedem Verein ersehnte Meisterglück an die Pforten Zions, und es lag während der letzten Meisterschaftsspiele bei den elf sympathischen Spielern im schwarz-weißen Dress, ob das Tor sich öffnen würde, um die launische Göttin hereinzulassen. Die sportlichen Ereignisse nahmen ihren Verlauf und die Meisterschaft der 1. Bezirksklasse wurde am 7. Mai 1933 durch jenen unvergesslichen 2:1-Sieg über den Barmer Sportclub an der Zollstraße in Barmen herausgespielt.


Karl Nebendorf erzielt den entscheidenden Treffer

Den stolzen Erfolg erreichten: Born, Meister, Sonneborn, Benninghoven, Lichte, Pick, Crone, Nebendorf, Dorfmüller, Dahlhaus, Voss, (Zwinge und Bartholomäus von der Stammbesetzung fehlten infolge Verletzung).

TSV Ronsdorf ist Sieger und Meister der 1. Bezirksklasse und damit neue Bezirksliga-Mannschaft. Die Zuschauer sind nicht mehr zu halten, die Ronsdorfer Spieler werden auf die Schultern gehoben und vom Platz getragen. 

Nach dem großen Abmarsch von Barmen mit der Vereinsfahne wurde am Wasserturm der Zug von mehr als sechshundert Anhängern und vom Ronsdorfer Orchester abgeholt.

Das Gedenken an diesen großen Tag in der Geschichte des TSV kann nicht besser wachgerufen werden als durch den nachstehenden erinnerungsreichen Brief- und Telegrammwechsel über Ländergrenzen hinweg.

Telegramm aus Wuppertal-Ronsdorf an:

Paul Matthey Hotel Quirinal Rom vom 7. Mai 1933, 21.25 Uhr – Meisterschaft erkämpft – zwei zu eins – mit Sportgrüßen auch seitens der Mannschaft – Emil Casel

Lieber Herr Matthey!
Es ist eineinhalb Uhr in der Nacht, soeben bin ich aus der feiernden Gesellschaft nach Hause gekommen, aber es drängt mich, dem Sportfreund in der Ferne noch einige Zeilen über den heutigen großen Tag des TSV zu senden; dafür opfere ich gern noch eine Nachtstunde.
Die Woche war voller Aufregungen. Der Sonntag rückte heran und man hörte aus Heckinghausen alle möglichen Parolen. Der Barmer Sportclub wollte die Ronsdorfer mit soundso viel Toren Unterschied einfach ausschalten. Ein letzter Appell an die Mannschaft am Donnerstagabend und dann ging alles seinen Weg. Der Sonntag kam, bewölkter Himmel, alles im Zeichen des Spieles Sportclub Barmen gegen TSV Ronsdorf. Des Mittags setzten sich die Massen in Bewegung, es mögen mehr als tausend Ronsdorfer den Kampf miterlebt haben, blass und ernst die Gesichter, voller Hoffnung auf die stabile Hintermannschaft. Wohl dreitausend Zuschauer erlebten einen Kampf, wie ihn die Geschichte des TSV kaum kennt. Ronsdorf beginnt mit klarer Überlegenheit, jeder Spieler kämpft, kämpft so, wie wir es nicht anders erwartet hatten, aber es will nicht recht klappen. Drei, vier sichere Sachen werden durch Aufregung versiebt. Müschenig (Ohligs) leitet als bekannter Schiedsrichter korrekt, er hat auch unser ganzes Vertrauen. Das Spiel geht weiter, hin und her, die Zuschauer oft totenstill und mitgerissen von dem Kampf, der ja um die höchste Ehre der Klasse geht. Dann ein Durchbruch von Barmen, der Ball wandert von Stürmer zu Stürmer und landet unhaltbar bei Born im Netz. 1:0 für Barmen. Großer Jubel und Flaggenschwenken bei den Anhängern des Sportclubs. Nach wenigen Minuten ist dann Halbzeit. Sofort nach Wiederbeginn drängt Ronsdorf sehr, hat immer wieder Pech durch Schüsse gegen den Torpfosten und Querlatte, dann kommt der Ausgleich, zweiundzwanzig Minuten vor Schluss. Dahlhaus bekommt den Ball, geht an drei, vier Barmer Spielern vorbei und schießt unhaltbar ein. Der Jubel der gepressten Herzen bei den Ronsdorfer Anhängern lässt sich nicht beschreiben. Barmen spielt wieder an und Adolf Lichte erhält den Ball; tosende Zurufe der Anfeuerung, er umspielt drei, vier, fünf Gegner, gibt dann den Ball weiter an Dahlhaus, der lenkt zu dem freistehenden Nebendorf, und das Siegestor ist unhaltbar geschossen. Was sich nun ereignet, lässt sich kaum mit Worten aufs Papier schreiben. Kampf um jeden Zoll Boden; Sportclub wirft alle Mann nach vorne, Pick, Sonneborn, Nebendorf kämpfen mit letzter Kraft, das sind die TSV-Spieler, auf die die Ronsdorfer so stolz sind – anständig, sportlich und fair – alles für die Ehre ihres Vereins. Der Schlusspfiff des Schiedsrichters ertönt, und Ronsdorf ist Sieger und Meister in der 1. Bezirksklasse und damit Bezirksliga-Mannschaft. Die Zuschauer sind nicht mehr zu halten, die Ronsdorfer Spieler werden auf die Schultern gehoben und vom Platz getragen. Diese Stunde muss man erlebt haben, es war für mich der Ausgleich sehr vieler Arbeit und Mühen für den Verein.
Anschließend großer Abmarsch von Barmen mit der Vereinsfahne und wir wurden am Wasserturm vom Ronsdorfer Orchester abgeholt. Im großen Zuge von mehr als sechshundert Anhängern zogen wir mit Musik in Ronsdorf ein. Die Bevölkerung nahm riesigen Anteil. Die Mannschaft hatte auch ein Spiel gezeigt, wie wir es während der ganzen Serie nicht gesehen hatten. Selbst anwesende höhere Verbandsbeamte waren sprachlos  über solche Leistungen.
Es war ein Spiel des Meisters würdig.
Nun schließe ich meinen Brief und ich glaube, Ihnen hiermit in der Ferne eine große Freude gemacht zu haben. Die Mannschaft hat mich beauftragt, Ihnen Grüße auszurichten, was ich schon gestern Abend durch ein Telegramm getan habe.

Es lebe der TSV –
Ihr Emil Casel

Glückwunschbrief von Paul Matthey aus Rom an die Meistermannschaft des TSV:

Liebe Sportfreunde der 1. Mannschaft!
Nach einer unvergleichlichen Erfolgsserie – während welcher Ihr Schritt für Schritt, Spiel für Spiel in zäher Arbeitsleistung und richtig empfundenen Ehrgeiz Terrain um Terrain gewannt, Punkte an Punkte reihet – kam der 7. Mai und mit ihm der Tag der letzten Entscheidung heran. Eurem beispiellosen Sport- und Siegeswillen gelang es in jener denkwürdigen Stunde, ein Werk zu krönen, das wohl einzigartig bleiben wird in der Geschichte unseres an Tradition gewiss nicht armen Vereins. Die Siegespalme der Meisterschaft zu erringen, wird Euch bei den heutigen Umständen und Verhältnissen wohl nur einmal in Eurer sportlichen Laufbahn und Zusammenstellung vorbehalten bleiben, und dass Euch dieser Tag unvergesslich in der Erinnerung auch für das spätere Leben erhalten bleiben möge, soll einer meiner ersten Wünsche sein.

Es ist mir ein wirkliches Bedürfnis, den 11 Akteuren des grandiosen Kampfes in Barmen – und gleichzeitig den beiden gehandikapten Spielern Bartholomäus und Zwinge – meine aufrichtigen Glückwünsche zu übermitteln und Dank abzustatten für das, was diese spielerische Einheit für den Ronsdorfer Sport im allgemeinen und für die schwarz-weißen Farben des TSV im besonderen geleistet hat. Ich bin Tausende von Kilometern entfernt von Euch, aber nie war ich im Geiste mehr unter Euch als in jenen entscheidungsvollen Stunden am vergangenen Sonntag; und wie habe ich gewartet den ganzen Abend hindurch, dass ein Telegrafenbote kommen und mir den Sieg melden möge.

Vergeblich – in der Nacht um 11 Uhr steckte ich das Warten auf mit einem Seufzer: Sie haben es also nicht geschafft! Und dann – kurz nach Mitternacht holte man mich aus dem Schlaf, und ich wusste sofort, dass das sehnlich Erwartete doch noch Wirklichkeit geworden war:

„Meisterschaft erkämpft – zwei zu eins – mit Sportgrüßen auch seitens der Mannschaft – Emil Casel“

so kabelte Euer Vorstand, und meine Freude kannte keine Grenzen. Und in dieser Nacht, während welcher ich selbst noch bei einer guten Flasche alles das an meinem geistigen Auge vorbeiziehen ließ, was ich seit zwanzig Jahren im TSV Schönes und Schweres erlebt habe, – während welcher Ihr alle bestimmt noch in lautem Jubel und nie da gewesener Freude das herrliche Ereignis gebührend feiertet, – in dieser lauten Nacht überbrückte Euer Vorsitzender Emil Casel alle Entfernungen und schrieb mir in der Stille seines Zimmers aus der glücklichen Fülle seines Erlebens heraus einen langen Brief, um auch mich teilnehmen zu lassen an dem großartigen Wandel der Dinge. Seht, das nenne ich Sportfreundschaft und Kameradschaft! Ihr alle wisst, keiner hängt wohl so an den Geschicken des Vereins wie ich; nicht mit lauten Worten sei es gesagt, aber wo immer der TSV mich braucht und ruft, da bin ich zur Stelle; und für alles das war es mir der würdigste Dank, dass Resultat und Spielerleben des grandiosen Kampfes in so schlichter Selbstverständlichkeit durch meinen Freund Emil Casel an mich in die Ferne hinaus übermittelt wurden.

Und nun seid Ihr Meister – auf den Schultern Eurer begeisterten Anhänger vom Platz getragen, von den Ronsdorfer Sportanhängern geliebt und gelobt, von der Ronsdorfer Jugend aber angebetet, angestaunt und als Beispiel ausersehen. 

Ich kenne Euch gut und weiß, dass man stolz auf Euch sein kann, wenn es ums Ganze geht; ich hätte Euch kämpfen sehen mögen wie die Löwen in jenen Momenten, als Ihr nach dem Siegtor bei dem Resultat 2:1 jeden Zoll Boden verteidigen musstet! Vergesst nun aber im Taumel der Freude und Begeisterung Eure Pflichten nicht – Eure Pflichten gegen Euch selbst, gegen Euren Verein und gegen Euer Ansehen. Bleibt wie Ihr wart! Zeigt Euch einer Meistermannschaft in jeder Beziehung würdig, bleibt sportlich, anständig und bescheiden und lasst Euch keine großen Rosinen in den Kopf setzen. Wir sind und bleiben Ronsdorfer, das wollen wir nicht vergessen, auch wenn jetzt der Ronsdorfer Fußballsport durch Euch über die Grenzen der engeren Heimat hinausdringt. Ich habe morgen das große Glück, dem wichtigsten Spiel Europas in diesem Jahr in Rom beiwohnen zu dürfen: Italien gegen England bei Anwesenheit des italienischen Königs unter Leitung des Kölner Schiedsrichters Dr. Bauwens. Das ist zwar auch Sport, aber eine Millionenstadt ist schon seit einigen Tagen im Taumel, die ganze Presse ist wahnsinnig, und kein Eckchen in der riesig großen Anzahl der römischen Hotels ist noch frei. Seht Ihr, dieser Sport ist aber so meilenweit entfernt von Eurem Sport wie der Kaukasus von Ronsdorf.

Drei Ereignisse sind es, die dem TSV ein unvergessliches Gepräge geben, und bei zweien durfte ich teilnehmen: Die großartige Platzweihe der Waldkampfbahn, die Jubiläumsfeierlichkeiten mit der Weihe des Ehrenmals und nun die Erringung der Meisterschaft! Solche Erinnerungen bleiben unvergesslich und halten stand – auch für das spätere Leben, und gern denkt man dann zurück an das frohbeschwingte und unbelastete sportliche Erleben in der Jugendzeit. Und so wie ich Euch einst Platz machen musste auf dem aktiven Boden der Mannschaft, so kommt auch für Euch dereinst die Stunde, wo Ihr abtreten müsst, wenn eine andere Generation an der Reihe ist, die sportlichen Geschicke des TSV zu bilden und zu erfüllen. Nehmt dann mit Euch die unvergessliche Erinnerung an all das Schöne, was Ihr als aktive TSVer erlebt habt, und darunter soll die erste Stelle einnehmen – der 7. Mai 1933!

Das sei mein Glückwunsch und Dank an Euch!
Paul Matthey

Entwicklung der Fußballabteilung 1933-1939

Die Meistermannschaft hatte also den Aufstieg in die Sonderklasse geschafft, mit 22 Spielen und 36 Punkten hatte sie bei einem Torverhältnis von 59:23 ihr solides Können unter Beweis gestellt. Damit wäre die TSV-Elf in die höchste Spielklasse aufgestiegen, wenn nicht eine organisatorische Klassenänderung dieses verhindert hätte. Es entstand die Gauliga Niederrhein. Das Niveau des Fußballs an Rhein und Ruhr, schon hoch seit den Tagen, da zum erstenmal in Deutschland ein Ball gekickt wurde, musste dafür garantieren, dass auch in der Bezirksliga, der nunmehr der TSV angehörte, ein guter Fußball gespielt wurde. So war es tatsächlich. Punktespiele von hohem Format erlebte jetzt der zahlreiche Ronsdorfer Anhang in der Waldkampfbahn und auswärts. Im ersten Jahr der Klassenzugehörigkeit hatte die Mannschaft noch Abstiegssorgen. Dann aber kam eine Blütezeit sondergleichen. Unter der Leitung des bekannten Wiener Trainers Heinz Körner begann eine intensive Schulung der Senioren- und Jugendfußballer. Junge Leute wurden in die erste Mannschaft eingereiht. Der damals 17-jährige Hermann Störte war der erste, dem der Sprung in eine Mannschaft gelang, die spielkulturell vielleicht das beste dargestellt hat, was in 100 Jahren Vereinsgeschichte geboten worden ist. Unlösbar verbunden mit dieser Entwicklung war der Name eines Spielers: Adolf Lichte! Wann und wo in diesen Jahren die „Zebras“ aufspielten, ob in Düsseldorf, Essen, Köln oder Dortmund, ja sogar bis über die Grenzen des rheinisch-westfälischen Raumes hinaus, war Adolf Lichte als eine große Spielerpersönlichkeit bekannt. Damals noch mit der schweren Aufgabe des offensiven Mittelläufers betraut, war er der geistige und spielerische Führer der Mannschaft. Höhere Aufgaben kamen, so die Mitwirkung in der Wuppertaler Stadtmannschaft, die er gut ein Dutzend Mal übertragen bekam. Es muss an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, dass Adolf Lichte in dieser Zeit zahlreiche Angebote namhafter Vereine ausgeschlagen hat, um seinem Heimatverein treu zu bleiben, eine Tat, die gerade in der Jetztzeit Bewunderung hervorruft.

Die Vereinsleitung mit ihrem damaligen 1. Vorsitzenden Emil Casel an der Spitze vergaß über den schönen Erfolgen der 1. Mannschaft nicht ihre hauptsächlichsten Aufgaben: Breitenarbeit und Jugendpflege. Otto Windgassen als Spielausschussobmann und Walter Lackhaus als Jugendpfleger waren wertvolle Stützen. Fünf Fußball-Seniorenmannschaften, eine Zahl, die bis heute noch nicht wieder erreicht worden ist, bildeten einen Teil des umfangreichen Spielbetriebes. Die vielen anfallenden Arbeiten des Spielausschusses erledigte der damalige Geschäftsführer Emil Rinke mit einer besonderen Gewissenhaftigkeit. Gastspiele der Senioren- und Jugendmannschaften in weiten Gebieten des in In- und Auslandes ließen erkennen, dass die Arbeit des Vorstandes eine gute war.

Aus der „Ronsdorfer Zeitung“ vom 15. September 1936:

Gustavs Meisterschuss

Ihr Sportler von Ronsdorf denkt mal an,
was beim Fußball alles passieren kann.
Gestern gewann die Elf vom TSV
mit 3:0 gegen Gräfraths SSV;
ein solcher Start in die Meisterschaft
Zions Anhängern die größte Befriedigung schafft,
und heut‘ schon freut man sich auf das nächste „Fressen“,
am kommenden Sonntag gegen die „fromme Helene“ aus Essen.

Der gestrige Kampf war schwer und hart,
aber ganz dramatisch in einer besonderen Art,
und solang noch Sportler in Ronsdorf leben,
wird das gestrige Spiel ihnen Unterhaltung geben.

Denn Gustav Voß, der Linksaußen unserer Stadt
ein wirkliches Denkmal gesetzt sich hat
durch einen Meisterschuss mit der rechten Haxen, 
gegen den überhaupt kein Kraut gewachsen.

Von unserem Gustav sind wir allerhand gewöhnt
und gar oft wird seine Spielweise sehr verhöhnt,
aber nur von solchen, die nichts davon kennen
und das Kind dann beim falschen Namen nennen.

Gustav war gestern in großer Form,
den Gräfrather Verteidigern im Auge ein Dorn,
er war mal wieder wie der Wirbelwind;
er kurvte und kreiste geschickt und geschwind,
und wie stets hat er meisterhaft gezogen
seine berühmten, schneidigen Barmer Bogen.

Und dann – es war ein erhabener Augenblick
vollbrachte er sein unvergessliches Meisterstück.
Störte, der Halbrechte – legte ihm vor,
wunderbar war es – so zehn Meter vorm Tor,
Gustav – ganz ruhig und ohne jede Bange
fasst das Leder direkt mit der Spange,
– ein Zischen ging förmlich durch die Reihen –
und plötzlich hört man den Torwart aufschreien,
– im Netz zappelt der Ball – es ist ein Tor,
und der Pfosten vom Tor – er legt sich aufs Ohr: 
mit solcher Wucht hatte Gustav geschossen,
dass der morsche Pfosten glatt durchgebrochen.

Lauter Beifall belohnte die große Tat,
der Schiedsrichter wusste zunächst keinen Rat,
bis man die Sache dann notdürftig reparierte,
und er das Spiel wieder weiterführte.
Nach Schluss des Kampfes aber lief Gräfraths Jugend zusammen
und machte Jagd nach Gustavs wertvollen Autogrammen -,
schmunzelnd meint Ronsdorfs Spielführer Lichte:
„Damit hat Gustav ein Denkmal in das Vereins großer Geschichte!“

Leider ist Gustav Voß – einer der talentiertesten Spieler des TSV – aus dem großen Kriege nicht zurückgekehrt…
Ehre seinem Andenken!

Paul Matthey

Zu einer Meisterschaft hat es trotz großartiger Leistungen der 1. Mannschaft in diesen hoffnungsvollen Jahren vor dem 2. Weltkrieg nicht gereicht. 1936/37, eine Saison, die mit dem fast legendären 14:0-Sieg über den damals sehr starken Ortsrivalen BV Lüttringhausen ihren Höhepunkt hatte, sowie 1937/38 und 1938/39 gehörte die Mannschaft zur Spitzengruppe der Bezirksliga, die an vorderster Stelle VfR Ohligs, TuS Helene Essen und Schwarz-Weiss Barmen sah. Einberufungen verschiedener guter Spieler brachten noch im Friedensjahr 1938 die ersten Schwierigkeiten. Sie wurden gut überwunden, bedingt durch zwei Faktoren, die sich in den Kriegsjahren als gut und vorteilhaft herausstellen sollten: Gewissenhafte Jugendarbeit und die Verbindung zu Stellen der Wehrmachtskommandanturen. So gelang es, das Spielniveau zu halten und in der inzwischen auf den Bergisch-Märkischen Raum begrenzten Bezirksklasse weiterhin ein Wort mitzusprechen.

Ronsdorfs Fußballsport in der Kriegszeit

Im Sauseschritt der Zeit reihten sich die Jahre bis zu dem unglücklichen Tag, wo dem Volk in jähem Erschrecken der Atem stockte, und die Kriegsflamme im Osten und Westen blutigrot emporzüngelte; bald fiel ihr Schein auf eine waffenstarrende Welt. Die meisten jungen Sportler des TSV gehörten zu den Streitern, die zuerst hinauszogen in Not und Tod. Es wird immerfort ein Ruhmesblatt in der Historie des Vereins bleiben, dass es einigen tüchtigen Persönlichkeiten gelang, in der Ronsdorfer Waldkampfbahn trotz der Kriegszeit den zurückgestellten Aktiven sowie der heranwachsenden Jugend Ausspannung und Erholung bei Sport und Spiel zu bieten, und es bleibt eine Genugtuung festzustellen, dass die Vereinsleitung mit den vielen, kriegsbedingten Schwierigkeiten gut fertig wurde. Der Spielbetrieb ging trotz neuer Einberufungen reibungslos vonstatten. Spielausschussobmann Otto Windgassen hatte die Beziehungen zu den Wehrmachtsdienststellen ausgedehnt und damit dem Verein die Möglichkeit geschaffen, an Stelle einberufener aktiver Spieler Gastspieler einzusetzen.

Ein Erfolg war die inoffizielle Herbstmeisterschaft der Saison 1939/40. Neben Adolf Lichte, Fritz Benninghoven, Willy Schröder und Franz Heinrich vom alten Stamm waren es Nachwuchsleute und Soldaten der S4-Schützen, die dazu beitrugen, dass der Verein auch im ersten Kriegsjahr eine starke 1. Mannschaft stellen konnte. Günter Heyer und Kurt Ley waren die Jüngsten der Mannschaft des Kriegsjahres 1939 und bildeten mit Adolf Lichte eine Läuferreihe von beachtlicher Stärke.

Paul Felten, der 1940 die vorbildlich geleitete Jugendabteilung für den ausscheidenden, verdienstvollen Max Homberg übernahm und dieses Amt mit Sorgfalt und Liebe bekleidete, war in der Lage, der 1. Mannschaft immer wieder gute Nachwuchskräfte zur Verfügung zu stellen. Es würde zu weit führen, die vielen Soldaten, die als Gastspieler gerne und freudig das schwarz-weiße Trikot getragen haben, namentlich aufzuführen. Es verdient aber erwähnt zu werden, dass sie sich immer gut in das Vereinsleben eingefügt haben und dass der Verein es noch heute als seinen Stolz betrachtet, vielen Sportlern im feldgrauen Rock für einige Zeit eine Heimat bedeutet zu haben. In der Nachkriegszeit sind einige Briefe aus dem In- und Ausland von früheren Spielern eingegangen mit Worten des Dankes und der Anerkennung für die liebevolle Aufnahme in schwersten Kriegszeiten.

Als im Kriegsjahr 1941 die 1. Mannschaft in Abstiegsgefahr geriet, war es einer, dessen Name heute jeder Sportler kennt, der durch besondere Leistungen das Steuer herumriss: Adi Preissler, damals 21-jähriger Rekrut in der Diedenhofen-Kaserne und von Duisburg 1900 kommend, Nationalspieler und mehrfacher Torschützenkönig der Oberliga West. Seine und die Mitwirkung des Halblinken Erich Landwehr vom SC Buer-Hassel, ebenfalls Soldat in Ronsdorf, bestimmten vom Mai 1941 bis Oktober 1942 das Sturmspiel des Turn- und Spielvereins. Es war im vierten Kriegsjahr Wuppertals beste Angriffsreihe. Da mit Günter Trier und Günter Siebel zu Beginn der Saison 1942/43 zwei hochtalentierte Nachwuchsleute in die Mannschaft eingereiht werden konnten, ging man beim TSV voller Optimismus in die neue Meisterschaft. Wahrlich, man hatte sich nicht getäuscht. Schon nach wenigen Spieltagen war es klar, dass die Mannschaft bei der Vergebung des Meistertitels ein Wort mitsprechen würde. Die Stammbesetzung des Schlussdreiecks mit Rudi Müseler sowie Artur Sonneborn und Willy Schröder in der Verteidigung, Rolf Zöllner – er kam als Soldat sonntags von Düsseldorf auf Urlaub – waren eine Garantie für eine solide Abwehr. Im Sturm aber klappte es, wie kaum zuvor in den Friedensjahren. Ob Lichte, der damals auf Halblinks stand, Trier, Siebel, „Kiki“ Schmitz, Preissler, Landwehr oder Urlauber wie Kurt Rüsgen, Werner Rathmann, Hermann Störte u.a., sie schossen gegen stärkste Gegnerschaft Tore, wie wir sie in dieser Stetigkeit und Zahl bisher in Ronsdorf kaum gekannt hatten. Ungeschlagen schaffte die Mannschaft die Meisterschaft, an der sich neben den Stamm- und Gastspielern viele Wochenendurlauber – die teilweise mehrere hundert Kilometer gereist sind, um ihrem Heimatverein zur Verfügung zu stehen – besonders verdient gemacht haben. Der stolze Titel, endgültig sichergestellt mit einem 4:2-Sieg über Schwarz-Weiß Wuppertal am 2. Mai 1943 in der Waldkampfbahn, war ein Ruhmesblatt, für Spieler wie auch für die vielen ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in der Vereinsleitung.

So sollte dann am Sonntag, dem 30. Mai 1943, die Aufstiegsrunde zur Gauliga, der höchsten Spielklasse, beginnen. Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach, heute Vereine der Regionalliga West, waren Gegner in dieser Runde. Es hat nicht sollen sein…
Die Nornen hatten beschlossen, ein anderes Garn zu spinnen, und das Schicksal schlug grausam zu.

Die Nacht des Schreckens und des Grauens

Wie es dazu kam, dass der TSV auch diesmal trotz Meisterschaft nicht die höchste Spielklasse erreichte, darüber berichtet unser Johannes Rauner, der jene grauenvolle Nacht vom 29./30. Mai 1943 in allen Einzelheiten erlebt hat:

„Es ist der Abend des 29. Mai 1943, ein Sonnabend. Im Lokale Benninghoven am Ronsdorfer Markt, dem Vereinslokal des TSV Ronsdorf, herrscht Hochstimmung. Der TSV ist Meister der Bezirksklasse Wuppertal/Remscheid im Fußball; zum erstenmal in den langen Jahren seiner Geschichte wird der TSV Wuppertal vertreten und den Versuch unternehmen, dem Bergischen Land wieder einen Verein in der höchsten deutschen Spielklasse zu bescheren, in der es ja nicht mehr vertreten ist, seit dem Abstieg des SSV Wuppertal.

Morgen steigt das erste Aufstiegsspiel, eines der schwersten der ganzen Runde, man muss nach Leverkusen und sich dort der Mannschaft von „Bayer“ stellen. Wird es gelingen oder kann es überhaupt gelingen, den Aufstieg zu erkämpfen? Gewiss, man hat die Meisterschaft glänzend geschafft, ohne Verlustspiel und mit 7 Punkten Vorsprung vor dem nächsten Verfolger, den Schwarz-Weißen aus Barmen. Aber, da sind die anderen Aufstiegs-Anwärter, Vereine mit Klang und Namen darunter, voran der deutsche Altmeister Fortuna Düsseldorf, dann die Sportfreunde Katernberg aus Essen, eine Mannschaft, die gerade in letzter Zeit durch ihre großartigen Siege im Pokal Aufsehen erregt hatte.

Hat der TSV die Stärke, Vereine dieser Klasse zu schlagen? Sind wir in Spielauffassung, Anlage, Schnelligkeit und Technik solchen Vereinen gewachsen? Dass es harte Kämpfe geben wird, darüber sind sie sich alle einig, die Aktiven wie die Vereinsleitung und auch die vielen Anhänger, die am heutigen Abend die gastlichen Räume der „Tante“ füllen. Aber „bange machen gilt nicht“, und „wir werden es ihnen schon zeigen“, das ist allgemein die Parole.

Man hat auch tatsächlich Glück gehabt im Ronsdorfer Lager. Man hat nicht nur keine Ausfälle an Verletzungen und Krankheiten in der ersten Garnitur zu verzeichnen, man kann sogar auf einige starke Urlauber zurückgreifen, die gerade daheim sind, wie die hervorragenden Techniker Siebel und Trier. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Adi Preissler, der ebenso wendige wie schussstarke Mittelstürmer, um das Glück voll zu machen, und als es dann bekannt wird, dass Adi tatsächlich zu Hause ist, dass er morgen die schwarz-weißen Farben tragen werde, da ist nur noch eitel Freude und Sonnenschein im Ronsdorfer Lager. Da wird kein Skat und kein Billard mehr gespielt, da wird nur noch „vom großen Spiel“ gesprochen und alle sind sich einig, dass es morgen ein glücklicher Tag werden wird. Das Fußballfieber hat Ronsdorf erfasst.

„Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht…
denn was er bildet, was er schafft,
das dankt er dieser Himmelskraft…

Gegen 10.30 Uhr gehe ich nach Hause. Es ist eine schöne klare Mondnacht. Friedlich und still liegt der lindenumsäumte Marktplatz im Mondschein. Wie im Spitzweg-Gemälde heben sich die Konturen der hübschen bergischen Fachwerkhäuser vom nächtlichen Himmel ab. Nur hin und wieder begegnet man einem heimwärts eilenden Menschen.

Ronsdorf schläft; man geht früh zu Bett in der heutigen Zeit. Man weiß, gegen 11 Uhr muss der Schlaf abgebrochen werden, dann ertönen die Sirenen, dann muss man zu mindesten einmal durchs Fenster schauen, um festzustellen, wo es denn heute wieder hinhaut, um alsdann nach dem ersten Ton der Entwarnung wieder ins warme Bett kriechen zu können.

„Ach haben wir es doch gut in Ronsdorf. In anderen Gegenden, gar nicht weit von hier, sinken Nacht für Nacht ganze Straßenzüge, nein, ganze Stadtviertel in Schutt und Asche. Aber das hat für uns keine Gefahr. Wuppertal scheint kein begehrtes Ziel des Feindes zu sein und gar erst Ronsdorf? Was sollen die in Ronsdorf? Keine Schwerindustrie, keine Groß-Stadt, nur Kleinbetriebe und Hausbandwirkerei, da ist nichts zu fürchten.“ Unter diesen Gedanken bin ich zu Hause angelangt und in dem beglückenden Gefühl der Vorfreude auf den morgigen Tag lege ich mich schlafen.

„Doch furchtbar wird des Himmels Kraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft…“

Ich mag noch nicht lange geschlafen haben, da werde ich durch Sirenengeheul geweckt. Ich kleide mich an und gehe nach draußen… Da weit im Westen tauchen Scheinwerfer auf, die Strahlenbündel setzen sich fort nach Osten zu. Der Richtung nach zu urteilen ist es Köln oder Leverkusen, mein Gott, nur nicht Leverkusen, da müssen wir doch morgen hin… Aber nein, die Geisterarme setzen sich gleichmäßig in östlicher Richtung fort. Jetzt tauchen sie über Solingen, jetzt über Remscheid auf. Die Bomber scheinen südlich vorbeizufliegen…

„Aus der Wolke ohne Wahl,
zuckt der Strahl! Rot wie Blut ist der Himmel…“

Doch was ist das? Ganz plötzlich müssen die Spitzenflieger scharf nach Norden abgeschwenkt sein, – da stehen zwei, drei, fünf oder mehr farbige Leuchttrauben genau über mir am Himmel und stecken die Angriffsgrenzen ab. Taghell ist die ganze Gegend erleuchtet, und dann bricht auch schon die Hölle los… wie aus allen Schlünden…

„Flackernd steigt die Feuersäule,
durch der Straßen lange Zeile
wächst es fort mit Windeseile,
kochend wie aus Ofens Rachen…
Alles rennet, rettet, flüchtet,
taghell ist die Nacht gelichtet…“

55 Minuten lang… ununterbrochen und pausenlos… Mortuos plango… die Toten beklage ich.

Als ich nachher aus meinem Kellerloch heraus nach oben krieche, da bietet sich mir ein grauenerregender Anblick. Soweit die riesige Qualmwolke, die über dem ganzen Ronsdorfer Talkessel lagert, den Blick ab und zu freigibt – ein einziges wogendes Feuermeer. Zwischen den Trümmern und hereinstürzenden Häusern hetzen und laufen die Menschen, laufen halb entkleidet, halb erstickt, halb verbrannt herum, um wie Irrsinnige noch etwas von ihrer Habe zu retten. Aber vergeblich, rettungslos…

„Hoffnungslos
weicht der Mensch der Götterstärke,
müßig sieht er seine Werke
und bewundernd untergehen.“

Und der Fußballrausch in Ronsdorf ist buchstäblich in Qualm und Rauch und Hitze erstickt… keiner denkt mehr an Sport, keiner denkt mehr an „das große Spiel“.

Erst Tage später lässt sich der gesamte Umfang der Zerstörung und Verwüstung unserer Heimatstadt übersehen. Die ganze Innenstadt ist vernichtet und bildet einen einzigen Trümmerhaufen. Aus Schutt und Asche ragen die verkohlten Linden des idyllischen Marktplatzes heraus und drohend und mahnend recken sich die Trümmerreste der Türme der lutherischen und katholischen Kirche gen Himmel, der grau in grau verhangen ist:

„Leergebrannt
ist die Stätte,
wilder Stürme raues Bette,
in den öden Fensterhöhlen
wohnt das Grauen,
und des Himmels Wolken schauen
hoch hinein…“

Ausschnitte aus der völlig zerstörten Innenstadt…

 
Staasstraße, im Hintergrund der Turm der lutherischen Kirche


Staasstraße, im Hintergrund die Marktstraße,
rechts das Ronsdorfer Rathaus (heute Verwaltungshaus)

Vom Turn- und Spielverein ist nichts, aber auch gar nichts mehr vorhanden. Das schöne, alte Vereinslokal wurde ein voller Raub der Flammen in der Innenstadt, es blieb nichts vom ganzen Haus übrig. Damit hatte der TSV alle seine Reliquien eingebüßt, sein gesamtes Inventar verloren, alles, was er Kostbares besaß an Erinnerungen: Bilder, Plaketten, Preise, Auszeichnungen der ganzen Jahre seit der Gründung des Vereins im Jahre 1905. Dazu die für den nächsten Spieltag fertig gepackten Koffer mit Fußballkleidung, Schuhen, Trikots usw. Der schöne Sportplatz in den Ronsdorfer Anlagen ist durch schwere Sprengbomben in eine Kraterlandschaft verwandelt. Die Umkleideräume sind ausgebrannt, das Kassenhaus zerstört. Und wie Hohn und Spott auf die Menschheit ragt einsam der Felsblock unbeschädigt auf seinem Sockel empor, der im Jubiläumsjahr 1930 als Ehrenmal den Gefallenen des ersten Weltkrieges 1914/18 gewidmet wurde:

„Ihr war’t eine Saat, in Tränen gesät,
doch wenn sie reift und in Ähren steht,
so werdet Ihr aus lebendigen Händen
uns Frieden schaffen und Segen spenden…“

Die Mitglieder des TSV sind in alle Himmelsrichtungen zerstreut, vom Winde verweht. Sehr viele sind total ausgebombt. Der Fußballsport in Ronsdorf ist tot. Wird er sich je wieder erheben?…

Bleiben wir stehen auf unserem Wege und blicken zurück auf Vergangenes, erhellen sich Stunden, die uns Unvergessenes schenkten. Wir begegnen Menschen, die mit uns gingen und Freunde, mit denen wir gemeinsam um sportliche Erfolge stritten. – Das Bluten zweier Weltkriege forderte sie, die Macht einer unmenschlichen Zeit versagte ihnen das heutige Erleben. Sie deckt die Erde fremder Länder oder birgt das heimatliche Grab. – Sportfreunde, die heute nicht mehr unter uns sind, in unseren Gedanken aber fortleben, werden uns unvergessen sein.
Wir erfuhren manche Todesnachricht, doch der Verbleib vieler Mitglieder blieb ungeklärt. So sehen wir davon ab, ihre Namen anzuführen, denn für die Vollständigkeit einer Totenliste ist dem Verein leider keine Gewähr gegeben.

Im 1. Weltkrieg fielen 45 Kameraden, 1939-1945 sind etwa 65 Kameraden gefallen oder vermisst.

Neues Leben blüht aus den Ruinen…

Heute ist Sonntag… der 26. August 1945 – etwas mehr als zwei Jahre nach jener furchtbaren Nacht, die kein Ronsdorfer in seinem Leben vergessen wird. Ein wunderschöner, warmer Sommertag, der den Menschen wohl tut. Heute soll zum erstenmal wieder ein Fußballspiel in der Ronsdorfer Waldkampfbahn steigen. Unterwegs treffe ich viele alte Bekannte, alle eilen Richtung Sportplatz. Es gibt keine Zeitung, die eine Sportvorschau gebracht hätte, es gibt keine Litfaßsäulen, es gibt ja keine Plakatdruckereien. Aber jener Freund des Sportes weiß Bescheid, von Mund zu Mund, von Haus zu Haus ist die Botschaft weitergegeben worden, und alle, alle sind sie wieder da. Die dem Kriege und dem Grauen Entronnenen erfreuen sich der Spätsommersonne und eilen zu ihrem einzigen Vergnügen, das sie nun wieder allwöchentlich haben wollen und sollen.

Der körperliche und seelische Druck ist trotz der Katastrophe der Niederlage von den Menschen genommen und einer Entspannung gewichen. Das Leben ist noch im Umbruch, an normale Verhältnisse nicht zu denken. Aber welche Leistung der im Vorstand des TSV tätigen Männer, sich sofort nach dem Zusammenbruch wieder eine Aufgabe zu stellen: die Jugend zu sammeln, zu erziehen, und mit der sportlichen Breitenarbeit zu beginnen. Die Waldkampfbahn sollte schnellstens wieder die Erholungsstätte der gesamten Jugend werden. In den Reihen unseres Vereins trafen sich doch von alters her alle Ronsdorfer ohne Unterschied des Standes, der Bekenntnisse, der Auffassungen, ein wahrer Boden der Volksgemeinschaft, auf dem jeder schon immer nach seiner Fasson selig werden konnte. Und so eilen auch an diesem Sonntag wieder alle Anhänger zu ihrer geliebten Sportstätte.

Auf dem Platz das altgewohnte Bild. Das Kassenhaus fehlt zwar noch, auch die Umzäunung ist noch nicht wieder hergestellt. Aber was macht das aus? Der Platz selbst ist in Ordnung, fleißige Hände haben die Bombentrichter sauber zugeschüttet und die Spielfläche anständig planiert. Und die allgütige Mutter Natur hat mit ihrem Sommergrün die vielen Narben und Wunden barmherzig zugedeckt; die bergischen Eichen umrauschen den Spielplatz wie in den früheren Jahren, als ob nichts gewesen wäre, und über allem spannt sich der blaue Himmelsdom.

Auf den Rängen das erwartungsvolle Raunen der Menge, darüber – genau wie in früheren Tagen – wenn auch erheblich dünner – die im leichten Sommerwind verwehende Tabakwolke. Eigengewächs…

Da… Beifall braust auf… die Mannschaften laufen ein… der Schiedsrichter pfeift an… und der runde Lederball rollt wieder in der Waldkampfbahn des TSV Ronsdorf… Vivos voco… die Lebenden rufe ich.

„Holder Friede,
süße Eintracht,
weilet, weilet
freundlich über diese Stadt!“

Zehn Jahre Wiederaufbau 1945-1955

Wo ein Wille – ist ein Weg

Diese Lebenden, die da gerufen wurden, nahmen es mit ihren Pflichten sehr ernst. So werden auch in Ronsdorf Trümmer beseitigt, werden Grundsteine für einen neuen Aufbau gelegt. Fußball ist nach diesem Krieg die populäre Sportart. So finden sich die ersten Heimkehrer beim TSV ein. Aber viele fehlen, sind auch bis heute nicht wiedergekommen. Es waren Spieler darunter, die zu großen Hoffnungen berechtigten und die dazu beigetragen hatten, dass der Verein im großen bergisch-märkischen Raum zu einem Begriff wurde für gute Leistung und sportliche Haltung.

Ende August sind es schon 30 Aktive, über die der Verein schon wieder verfügt. Die ersten Freundschaftsspiele haben erkennen lassen, dass die Ronsdorfer Mannschaft eine beachtliche Spielstärke hat, und dass es gewagt werden kann, sie zum ersten Nachkriegswettbewerb, einer auf den Wuppertaler Raum begrenzten Meisterschaft, zu melden. Schon im Herbst 1945, als die ersten großen Schwierigkeiten beseitigt sind, wird zu einer Wuppertaler Stadtmeisterschaft gestartet. Es gibt die Spielgruppen „West“ und „Ost“. Der TSV, der kurz vorher mit einem 7:3-Sieg in Cronenberg bewiesen hat, dass er wieder „da“ ist, spielt in der Gruppe „Ost“ eine beachtliche Rolle. Nur unglücklich verpasst die Mannschaft den Gruppensieg und wird Zweiter hinter der Sport- und Spielvereinigung Barmen. Es kommt nun zum Ausscheidungsspiel gegen den Zweiten der Gruppe „West“, den Cronenberger Sportclub, zwecks Ermittlung des dritten Vereins, der neben Vohwinkel 80 und der SSVg. Barmen in die Amateurliga aufsteigen wird. Mehr als 5000 Besucher sehen an einem heißen Junisonntag des Jahres 1946 im Höfen in Barmen ein begeisterndes Spiel. Der SC Cronenberg ist die glücklichere Mannschaft und bleibt dank großer Leistungen des Torwart Wilhelm nach Verlängerung mit 3:1 siegreich, nachdem es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch 1:1 gestanden hatte. Mit Fritz Benninghaven, Willy Schröder, Werner Rathmann, Adolf Lichte, Günter Trier, Rudi Müseler, Willi März, Rolf und Robert Zöllner, Werner Pick, Leo Seel, Gert Peters u.a., standen dem Verein schon ein Jahr nach Kriegsende hervorragende Kräfte zur Verfügung.

Der Vorstand hat in diesem und in den nachfolgenden Jahren viel schwere Arbeit verrichten müssen, bedingt durch Erscheinungen, die das Chaos des verlorenen Krieges mit sich brachte. Es fehlte an den einfachsten Mitteln.

Schon im ersten Jahre des Wiederaufbaues wurde der TSV von einem schweren Schicksalsschlag betroffen durch den Tod seines langjährigen Vereinsführers Emil Casel – tief betrauert von der gesamten Ronsdorfer Sportgemeinde. Sein Nachfolger im Vorstand wurde Alfred Ackermann, der dann in schwerer Nachkriegszeit die Bürde der Vereinslasten auf seine Schultern nahm. Er war im TSV kein Unbekannter.

In dem Jahre geboren, in dem sein geliebter TSV aus der Taufe gehoben wurde, stand Alfred Ackermann schon in jungen Jahren in den Reihen der Aktiven. Aus dem spielerisch begabten und sportlich sauberen Jugendspieler wurde der Mittelläufer und Spielführer der zweiten Fußballmannschaft. Sein Idealismus in Verbindung mit einer besonderen Tatkraft und einem umfangreichen Wissen um den schönen Fußballsport ließen den jungen Spieler bald zu einem angesehenen Mitarbeiter in der Vereinsleitung werden: Er wurde Geschäftsführer und übernahm damit einen Posten, den er in vielen Jahren vor dem 2. Weltkrieg mit einer besonderen Liebe und Gewissenhaftigkeit ausfüllte.

Als nach Kriegsende 1945 der TSV wiedererstand, war Alfred Ackermann erneut zur Stelle. Die Jahreshauptversammlung übertrug ihm dann im nachfolgenden Jahre das verantwortungsvolle Amt des 1. Vorsitzenden. Was er hier unter den schwierigsten Umständen unter Hintansetzung seiner Person für die Allgemeinheit geleistet hat, stellt ihn in die vordere Reihe der um den Ronsdorfer Sport verdienstvollen Persönlichkeiten. – Gesundheitliche Gründe zwangen Alfred Ackermann, im Jahre 1949 die Vereinsleitung niederzulegen. Mit Leib und Seele blieb er aber TSVer, stand bei wichtigen Anlässen beratend zur Seite und war immer ein Mann, dessen Wort Beachtung und Widerhall fand. Eine schwere Krankheit nahm ihn im November 1954 von uns. In der TSV-Familie wird er aber immer fortleben als Vorbild für Jung und Alt. In jenen Zeiten war auch Werner Hecke als 2. Vorsitzender eine starke Stütze des Vereins, und der Vorstand konnte sich glücklich schätzen derart tüchtige und bewährte Männer zur Seite zu haben. So ging die Abwicklung des Spielverkehrs mit drei Seniorenmannschaften glatt vonstatten, wenn man von jenen Mängeln absieht, die in der Beschaffung von Ausrüstung der aktiven Spieler bestanden. Dank guter Verbindungen einiger Vorstandsmitglieder wurde auch in dieser Hinsicht manches Hindernis beseitigt. Helmut Betzhold, Paul Müller und Paul Idel, die sich schon kurz nach Kriegsende um den Aufbau einer Jugendabteilung bemühten, konnten in der Spielzeit 1947/48 einen großen Erfolg verbuchen: Die Meisterschaft der A1-Jugend im Kreis Wuppertal-Niederberg.

Ein großer Tag in der Vereinsgeschichte wird immer der 20. Juli 1947 bleiben. In einer Zeit, wo es infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse fast unmöglich war, mit namhaften Vereinen Spielabschlüsse zu tätigen, kam es mit Unterstützung eines bekannten Ronsdorfer Unternehmens zu einem Spielabschluss, der weit über den Rahmen des lokalen Kreises hinaus Bedeutung fand. 

Das Gastspiel des sechsfachen Deutschen Meisters Schalke 04 in der Waldkampfbahn. Eine Sensation für Wuppertal und das Bergische Land. Schon fünf Stunden vor Beginn standen die ersten Besucher an den Kassen. Als es 16.00 Uhr wurde, hatte die Waldkampfbahn die Rekordzahl von 8000 Besuchern zu verzeichnen.

Die Ronsdorfer Mannschaft in der Besetzung mit: Hochheimer, März, Arrenberg, Benninghoven, Pick, Heyer, Zöllner I, Zöllner II, Lux, Trier, Seel, Schröder lieferte dem prominenten Gegner einen großen Kampf und bewies wieder einmal, dass sie mit der Größe der ihr gestellten Aufgabe wächst. Dabei hatten die Schalker mit Kwiatkowski, Berg, Schweisfurth, Sontow, Tibulski, Dargaschewski, Schmidtke, Burdenski, Klodt, Kuzorra, Winkler bis auf Szepan die beste Vertretung aufgeboten. 

Der 4:1-Erfolg der Schalker ist in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Ronsdorfer Mannschaft mit einer großen Leistung in die Herzen der Zuschauer gespielt hatte, von nebensächlicher Bedeutung.

Gastspielreisen der Senioren-Fußballmannschaften ins Hessenland, ins Oberbergische und zum Rhein legten Zeugnis ab von der rührigen Arbeit des damaligen Vorstandes mit Alfred Ackermann als 1. und Johannes Rauner als
2. Vorsitzenden.

Die erste Mannschaft hatte in der Meisterschaft 1947/48 eine schlechte Hinspielserie, erreichte dann aber in der Zeit von Januar bis Mai 1948 in einer Siegesserie sondergleichen, die ihren Höhepunkt mit dem 2:0-Sieg über den Meister SSV Wuppertal im Wuppertaler Stadion hatte, einen Platz in der Spitzengruppe. In dieser Zeit war der soeben aus Gefangenschaft heimgekehrte Franz Heinrich die starke Stütze.

Die spielstarke 1. Fußballmannschaft 1947/48: 


von links nach rechts:
A.Ackermann (1.Vorsitzender), Seel, Lux, Arrenberg,Trier, Rathmann, 
Matthey (Spielausschussobmann)
Mitte: Rolf Zöllner, Robert Zöllner, G. Heyer
unten: Betzhold, Heinrich, Schröder

Auch in den nächsten Jahren blieb die Ronsdorfer Mannschaft in der Bezirksklasse Wuppertal/Niederberg eine der technisch besten. Das Spielermaterial war allerdings, bedingt durch Weggang einiger guter Kräfte, nicht mehr auswahlreich, aber dennoch groß genug, um zunächst einmal die Klassenzugehörigkeit erhalten zu können. In der Erkenntnis, dass der Verein auf die Dauer nur von seiner Jugend leben kann, ließ der Spielausschuss junge Leute zum Zuge kommen, von denen der rechte Läufer Paul Heyer einen Stammplatz gewann. Freude bereitete die Arbeit der Jugendabteilung. Die B1-Jugend (14-16-Jährige) schaffte in der Saison 1948/49 die Meisterschaft des Bezirks Berg.-Mark und kam auch zu Erfolgen im Kampf um den Titel des Niederrhein-Meisters. Auch Auswahlmannschaften des Kreises Wuppertal/Niederberg hatten TSV-Jungen in ihren Reihen. Beweise genug für die erfreuliche Tatsache, dass der Verein, wie schon vor dem Kriege, eine gewissenhafte Jugendarbeit betrieb. Im Frühjahr 1949 ist es dem Spielausschuss unter Leitung des Obmannes Ernst Matthey möglich, auch eine starke Alte-Herren-Mannschaft in den Spielbetrieb einzureihen.

Bei dem ewigen Auf und Ab, dem in sehr starken Maße der Fußballsport unterworfen ist, konnte es nicht ausbleiben, dass auch der Verein einmal auf einen Tiefstand sank, der in der Leistung der 1. Fußballmannschaft seinen Ausdruck finden musste. Man konnte sogar von einer schweren Krise sprechen, als die Mannschaft am Ende der Spielzeit 1951/52 den bitteren Weg in die 1. Kreisklasse gehen musste. Das Vereinsgefüge blieb glücklicherweise stark, so stark, dass die Mannschaft schon im nächsten Jahre wieder den Aufstieg schaffte und sogar als Klassenneuling wieder eine führende Rolle spielen konnte. Vorsitzender Werner Casel und Heinrich Kemper als Spielausschussobmann und Trainer Gustav Petrat hatten es in gemeinsamer Arbeit verstanden, eine starke Mannschaft zu bilden. Der glückliche Umstand, dass mit Eberhard Beckmann ein talentierter Jugendspieler einschlug, Rolf Zöllner nach längerer Pause wieder in bester Form den Mittelläuferposten bekleidete und die zwischenzeitlich abgewanderten Stürmer Günter Trier und Gert Peters zurückkehrten, war beim Aufbau einer Mannschaft, die Aussichten auf den Wiederaufstieg haben sollte, von entscheidender Bedeutung.

Den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksklasse erkämpften die nachfolgend aufgeführten Spieler:


von links nach rechts:
E. Bausch (1.Vorsitzender),Trainer Petrat, Werker, Trier, Peters, 
Schwaffert, Voß, Kemper, Lusebrink, Casel,
Mitte: Heyder, Zöllner, Beckmann,
unten: Brandenburger, Bornschein, Eilau

Vereinsarbeit 1953

Der Vorstand mit Eduard Bausch an der Spitze, der das Amt im Jahre 1953 von Werner Casel übernommen hatte, sieht mit Zufriedenheit der weiteren Entwicklung entgegen.
Die Jugendabteilung, in besten Händen bei Ernst Schnitzius, hat wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft das Bestreben, eine verbindliche Jugendpflege zu betreiben. Es wird dann gelingen, dem Verein immer einen brauchbaren Nachwuchs zu geben.
Der Spielausschuss mit Obmann Günter Heyer wird für eine richtige Verwendung talentierter Jungen Sorge tragen. So kann die Überzeugung ausgesprochen werden, dass der Spielbetrieb als wesentlicher Bestandteil des Vereinslebens auch in der Zukunft in geordneten Bahnen verläuft.
Der Fußballabteilung, der größten Abteilung des Vereins, rufen wir darum am Tage des goldenen Jubiläums zu: „Ob Sieg oder Niederlage, haltet zusammen, dann wird der Verein auch in der Zukunft das bleiben, was er seit 50 Jahren ist: Eine Heimstätte sportbegeisterter Menschen!“

Querschnitt durch die Fußballereignisse der letzten 10 Jahre

In den Jahren nach dem goldenen Jubiläum nahm die Fußball-Abteilung einen enormen Aufschwung. Die erste Mannschaft als Träger des Vereins spielte in der Bezirksklasse Wuppertal-Niederberg eine immer stärkere Rolle. Aber nicht nur in den Meisterschaftsspielen kam die Stärke der „Zebras“ zum Ausdruck, insbesondere waren es die Stadtpokalspiele (General-Anzeiger-Pokal) in denen die TSVer ihre wahre Stärke unter Beweis stellten.

Wenn man die Ronsdorfer Erfolge in dieser Runde zusammenfasst, so ergibt sich insgesamt gesehen eine eindeutige Spitzenstellung, obwohl die „Zebras“ nur im Jahre 1958 durch einen 6:2-Erfolg über den Cronenberger Sportclub Stadtmeister wurden. Dazu kommt, dass die Ronsdorfer in den Jahren1959/60 und 61 jeweils im Endkampf standen. Diese Spiele gingen aber verloren, so dass man mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen musste.

Der größte Erfolg der Ronsdorfer Fußballer war aber zweifellos der Aufstieg zur Landesliga im Jahre 1959. Die Meisterschaft der Saison 1958/59 musste mit dem SV Heiligenhaus 09 geteilt werden. Beide Vereine standen nach Beendigung der Saison punktgleich an erster Stelle, da aber nur eine Mannschaft aufsteigen konnte, wurde ein Ausscheidungsspiel auf neutralem Platz notwendig. Dieses Entscheidungsspiel ging unter dem Namen „Die Sonnenschlacht von Mettmann“ in die Vereinsgeschichte ein!

Lesen wir darüber den eingehenden Bericht der „Westdeutschen Rundschau“ vom 15. Juni 1959:

TSV Ronsdorf erkämpfte sich die Landesliga
4:3 nach dramatischer Schlacht in der 93. Minute / Heiligenhaus hatte 1:3 aufgeholt.

Die Heiligenhauser und Ronsdorfer Anhänger waren in vielen Omnibussen und PKW’s nach Mettmann ins Stadion „Stadtwald“ gekommen, und bei Beginn des von Schiedsrichter Schörnig (Düsseldorf) großzügig geleiteten Spieles mögen es gut 3500 Zuschauer gewesen sein, die „ihre“ Mannschaft mit Fahnen, Fähnchen und Transparenten stimmgewaltig unterstützten.


von links nach rechts:
stehend: Brandenburger, Trier, Bäcker (Begleiter), Elstermeier, Peters, Fischer (Begleiter), 
Rose, Gluth, Rittershaus.
knieend: Bornschein Eilau, Heynen, Lemke.

Heiligenhaus 09 spielte mit:
Knüll; Gryczan, Groß; Krömmel, Jegutzki, Müller; Kilian, Beyer, Jäckel, Kösling, Hüttmann.

Genau um 15.00 Uhr pfiff Schiedsrichter Schörnig das Spiel an, und schon bald hatten die Zuschauer Gelegenheit, ihrer Freude über einen Torerfolg sichtbaren Ausdruck zu geben. In der vierten Minute wurde am Ronsdorfer Strafraum ein indirekter Freistoß verhängt, den Kösling, für Bornschein unhaltbar, in die lange Ecke einschoss. 1:0 für Heiligenhaus! Knüll im Heiligenhauser Tor hatte die erste Gelegenheit, sich auszuzeichnen, als er einen flachgeschossenen Ball von Lemke noch soeben aus der linken unteren Torecke fischte. In der kurzen Ronsdorfer Drangperiode passierte dem rechten Verteidiger Gryczan das Malheur, den Ball mit der Hand zu spielen. Schiedsrichter Schörnig zeigte auf den Elfmeterpunkt. Trier verwandelte prompt zum 1:1. Das war in der neunten Minute! Die Stimmung im Fußballvolk wuchs zusehends, und beide Deckungsreihen mussten streckenweise alles aufbieten, um einen möglichen Torvorsprung zu verhindern. Nach 19 Minuten Spielzeit verlängerte Gluth einen Ball zu Peters, der auf dem linken Flügel seinen Verteidiger stehen ließ und schön nach innen gab, wo Heinen, Lemke und Trier den Ball verpassen. Der unermüdlich rackernde Trier holt sich den Ball von der Außenlinie und gibt eine Maßvorlage zu Lemke, der für Knüll unhaltbar einköpft. 2:1 für Ronsdorf! In den folgenden Spielminuten erweisen sich die „Zebras“ als schneller, härter und hatten vor allen Dingen bei Kopfbällen immer Vorteile. Als Jegutzki einen hohen Ball wegköpfen will, kommt der Ball zum freistehenden Heinen, der aber über die Querlatte schießt. Eine Minute später macht er den Fehler wieder wett, als er Lemke so maßgerecht vorlegt, dass dieser freistehend zum 3:1 einschießen kann. Das passierte in der 31. Minute. Taktisch und überlegt ließen die Ronsdorfer die „09er“ nun kommen, blieben aber durch Trier, Lemke und Peters immer wieder gefährlich. Knüll und Jegutzki standen in der Heiligenhauser Abwehr sicher und zerstörten manche gute Absicht der Ronsdorfer.
Der stärker aufkommende Wind beeinträchtigte in der zweiten Halbzeit das Spiel derart, dass die Heiligenhauser mehr und mehr Oberwasser bekamen. Die ganze Ronsdorfer Deckung musste dann zehn Minuten lang voll aus sich herausgehen und sich der stürmischen Angriffe der „09er“ erwehren. In der 58. Minute bekam man den Ball nicht aus dem Strafraum fort. Einen zu lasch weggeschlagenen Ball bekam Beyer vor die Füße, und durch die Ronsdorfer vielbeinige Verteidigung zischte der Ball ins Netz. Also nur noch 3:2!

Bei dem Tatendrang der Heiligenhauser war es nun nur noch eine Frage der Zeit, wann der Ausgleich fallen würde. Nach einer Flanke von Kilian war Kösling frei, erwischte den Ball noch soeben und lenkte den Ball an dem verdutzten Bornschein zum Ausgleich ins Tor. Noch waren aber sieben Minuten bis zur regulären Spielzeit. Die „Zebras“ fingen sich dank der unermüdlichen Arbeit von Trier, Lemke, Peters und Heinen, die hinten mit aushalfen, und hätten beinahe mit dem Schlusspfiff den Siegtreffer erzielt, als Lemke sich an Jegutzki vorbeischob, dann aber freistehend Knüll den Ball in die Arme schoss. Abpfiff und Verlängerung. Schon ermüdet von dem nervenaufreibenden Spiel gingen die Mannschaften ohne Pause in die erste Verlängerung. Die robustere Art der Ronsdorfer sollte sich erst jetzt zeigen, Lemke jagte wieder einer Vorlage nach, die ihm Trier servierte, stand frei vor Knüll und – knallte den Ball gegen den rechten Torpfosten. Entsetzen bei den Ronsdorfern. Aber Elstermeier war mitgelaufen und schoss den zurück- springenden Ball unhaltbar in die linke untere Ecke, den Knüll nicht erreichen konnte. Bis zum Schluss spielten die „Zebras“ dann auf Vorsicht und verstanden es, den errungenen Vorsprung über die Verlängerung zu bringen. Nach dem Abpfiff des Unparteiischen gab es für die Ronsdorfer Anhänger kein Halten mehr. Alles stürmte auf den Platz und trug die elf siegreichen Spieler vom Platz. In sportlich fairer Weise gratulierten die unterlegenen Heiligenhauser.

In den nachfolgenden Jahren stellte es sich heraus, dass das Spielen in der Landesliga kein Zuckerschlecken war.
1960 und 1961 erreichten die „Zebras“ jeweils den achtbaren sechsten Tabellenplatz.
In den Jahren danach machte sich die Einberufung vieler Spieler zur Bundeswehr stark bemerkbar.
1962 stand die Mannschaft nach Ablauf der ersten Serie fast hoffnungslos am Tabellenende, um dann in einer einmaligen Siegesserie am Ende der Spielzeit noch den neunten Tabellenplatz zu erreichen. Eine zweitägige Fahrt nach Boppard am Rhein war der Lohn für den Einsatz der gesamten Mannschaft.

Im Jahr danach konnten sich die Ronsdorfer  dann durch den zwölften Platz noch soeben vor der Abstiegsqualifikation retten, in die insgesamt vier Vereine gehen mussten, da alle punktgleich am Tabellenende standen.
Im Jahr 1964 gelang es mit vielen Mühen den dreizehnten Tabellenplatz zu erreichen, um somit dem Abstieg zu entgehen.

Im Jubiläumsjahr waren die Sorgen nicht geringer, u.a. deswegen, da in den Kämpfen der zweiten Serie immer wieder Spieler verletzt wurden. In vier aufeinander folgenden Spielen mussten die „Zebras“ die zweite Hälfte mit nur je 10 Leuten durchstehen. Sei es wie es sei, gegen Saisonende erreichte das Bangen um den Abstieg seinen Höhepunkt und es hieß, gute Nerven behalten bis zum letzten Spieltag. In einem dramatischen, alles entscheidenden Kampf wurde der SC Sonnborn mit 5:2 geschlagen und dieser Sieg bedeutete in letzter Minute die Rettung vor dem Abstieg.

Die Aufstiegs-Mannschaft von 1965:


von links nach rechts:
stehend: H.Schöler (Begleiter), Knüppelberg, Bender, Swoboda; Schirner;
Beckmann, Schleife, Lemke, Scholz, O.Bäcker (Begleiter
knieend: Rose, Clemens, Schwieder

Die Abschlusstabelle, in der zwischen dem 5. und 15. Platz nur ein Unterschied von 3 Punkten lag, weist auf die Ausgeglichenheit der Mannschaften hin und lässt die Dramatik erkennen, die die gesamten Spiele der Saison 1964/65 begleitete.

Die Vereinsführung liegt im Jubiläumsjahr 1965 in den Händen von: Eduard Bausch (1. Vorsitzender), Helmut Betzhold (2. Vorsitzender),  Hans Simmerkus (Geschäftsführer), Adolf Hofmann (Jugendleiter), Kurt Rüsgen (Sozialwart) und zum erweiterten Vorstand gehören: Dieter Schörken (Basketball), Horst Henn (Handball), Günter Luhn (Tischtennis). Um die Finanzen sorgen sich die Sportkameraden Thiel (1. Kassierer), Max Gürtzgen (2. Kassierer) und Albert Köhler (Platzkassierer).

Die Freude war jedoch nicht von langer Dauer, da es nicht gelang, die 1. Fußballmannschaft zu verstärken, und so war der Abstieg in die Bezirksklasse im Jahre 1967 nicht zu vermeiden.
In der Saison 1967/68 konnten sich die „Zebras“ dann wieder behaupten und belegten den zweiten Tabellenplatz.
Auch in der nächsten Spielzeit verlief alles nach Wunsch, aber es reichte auch nur zu einem undankbaren zweiten Platz. – Ein Jahr später war man nur Siebenter.
In den folgenden Jahren spielte man mehr recht als schlecht und in der Spielzeit 1975/76 kam es zu einem Tief, wie es sich schon lange anbahnte.
Der Abgang von Leistungsträgern wie Blombach, Curtz, Vogel, Müller und das verletzungsbedingte Ausscheiden von Lemke und Ley konnte nicht aufgefangen werden. Dem neu verpflichteten Trainer Karl Heinz Wollmer konnte keine spielstarke Mannschaft angeboten werden.
Dazu kam, dass die „Zebras“ als einziger Wuppertaler Verein in der Bezirksklasse Remscheid-Solingen spielen musste.
Verletzungspech und unglückliche Niederlagen gegen mitabstieggefährdete Mannschaften besiegelten das Schicksal der 1. Fußballmannschaft – der Abstieg in die Kreisklasse war nicht mehr zu vermeiden.

Nach dieser negativen Entwicklung passte sich der Vorstand nun der Entwicklung im Amateursport an. Ein Förderungskreis, angeführt von den Herren Dr. Gürtzgen, Dr. Reinold und Dr. Müller, sorgten für eine finanzielle Grundlage, die es ermöglichte, die mittlerweile vom DFB genehmigten Ablösesummen für Amateurspieler aufzubringen.

Spielertrainer Ronald Blombach gelang es, diese Mannschaft sportlich und kameradschaftlich so zusammenzuschweißen, dass der sofortige Wiederaufstieg 1977 geschafft wurde. Voller Hoffnung ging man nun in die neue Saison, doch es zeigte sich, dass in der Bezirksklasse Wuppertal-Niederberg die Trauben höher hingen.
Trotzdem war man zufrieden und im zweiten Durchgang hatte sich die Mannschaft so gefestigt, dass es bis zum letzten Spieltag noch Hoffnung auf den ersten Tabellenplatz gab.
Hier war man aber auf die Hilfe des Cronenberger SC angewiesen, dem es aber nicht gelang, den Favoriten Borussia Velbert zu schlagen.
Vorstand, Trainer und die Mannschaft nahmen es gelassen hin, man war sich einig, in der neuen Saison 1978/79 schaffen wir es – der Sprung in die Landesliga wurde vorprogrammiert.
Die Zuversicht blieb, auch wenn es Rückschläge gab – so wurden im Heimspiel gegen Cronenberg beide Punkte abgegeben, der lange Winter brachte Trainingsprobleme und fehlende Spielpraxis.
Die Saison endete erst Ende Mai; und wieder sollte der letzte Spieltag die Entscheidung bringen. Mit einem klaren Sieg gegen Düsseldorf-Eller wurde das gesteckte Ziel erreicht.

Ronsdorf war wieder in der Landesliga!


Diese Spieler waren an diesem Aufstieg beteiligt: 
Klaus Hesse, Hans David, Bernd Bever, Rainer Kotysch, Wilfried Kotysch, Manfred Thiofil, 
Günter Gröss, Günter Kötter, Canbek Sezer, Peter Tröder, Manfred Salomon, 
Axel Ahaus, Bozo Bojic, Achim Kels, Dirk Schmitz, Ronald Blombach.

Der Erfolg der letzten Jahre wurde letztlich aber auch maßgeblich geprägt durch den unermüdlichen Einsatz des Spielausschusses unter Leitung des Obmannes Otto Bäcker und seiner treuen Mitarbeiter Eckhard Clemens, Alfred Herbertz, Dieter Dohrs, Emil Kockenmüller, Bernd Schuhl und Albert Kels.
Nicht zu vergessen die Mitarbeiter, die sich vorwiegend um die unteren Mannschaften kümmerten, ohne deren Einsatz solche Erfolge nicht denkbar wären.
Besonderen Dank und Anerkennung hat der Verein dem Geschäftsführer der Fußball-Abteilung, Bernd Schuhl, zu zollen. Nicht zuletzt ist es seiner Übersicht zu danken, dass allen spielenden Mannschaften neben geregelten Trainingsmöglichkeiten der Spielbetrieb aller Mannschaften (z.Z. neunzehn) gewährleistet ist.

Seine intakte Organisation war nicht zuletzt der Grundstein zur Erlangung des „Fair Play Pokals“, der von der Barmenia Versicherung 1977 ins Leben gerufen wurde.

Dieser wertvolle Pokal wird alljährlich dem Verein verliehen, der nach einem System des Fußballkreises 3 Wuppertal-Niederberg sportlich und organisatorisch die Nr.1 im Kreisgebiet ist.

Der TSV 05 Ronsdorf konnte 1977 und 1979 diese Ehrung für sich beanspruchen!

Die Reise in die USA

„Auf Wiedersehen in Amerika“ – Damit fing es an.

Wirklichkeit oder Utopie? Beim Abschied der amerikanischen Freunde aus Haledon am 31. Juli 1962 wurde dieses „Auf Wiedersehen in Amerika“ von keinem so ernst genommen, wie es gemeint war, denn wer glaubte schon an die Möglichkeit eines Gegenbesuches in der „Neuen Welt“. Zu viele Schwierigkeiten, wie Überfahrt – Aufenthalt und der ungünstige Umrechnungskurs DM gegen Dollar standen einer solchen Reise entgegen. Als dann aber die Briefe der amerikanischen Freunde immer dringender wurden, wann kommt ihr zu dem versprochenen Gegenbesuch?, machte sich der Vorstand des Turn- und Spielvereins erstmals Gedanken, wie man das schier Unmögliche möglich machen kann. Die erste Fühlung mit einigen Luftfahrtgesellschaften wurde aufgenommen und es stellte sich heraus, dass bei Abschluss eines Charters, der Flugpreis gar nicht so hoch lag, als dass er als unerschwinglich zu bezeichnen wäre. Nun hieß es festzustellen wie viele Vereinsangehörige interessiert waren, an dieser Reise teilzunehmen. Obwohl die Vorbereitungen schon ein Jahr vor dem Abflugtermin begannen, stellte sich bald heraus, dass mehr Teilnehmer als Plätze in der Maschine vorhanden waren. Nun, ein Jahr ist eine lange Zeit und es ergaben sich manche Komplikationen, mit denen keiner gerechnet hatte. Aber Schwierigkeiten sind dazu da, dass sie überwunden werden und sie wurden überwunden. In zäher Arbeit gelang es dem Vorstand, alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen und der Reisetermin wurde auf den 3. Juli 1964 festgesetzt.

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich alle Teilnehmer an diesem Tag auf dem Flughafen Lohhausen und bestiegen dort eines der modernsten Düsenflugzeuge der „Königlich Niederländischen Fluggesellschaft“, eine DC 8. Nach einer Zwischenlandung in Amsterdam flog der Riesenvogel im Non-Stop-Flug bis New York. Für den größten Teil der Reiseteilnehmer war es der erste Flug ihres Lebens und dann gleich in 11000 m Höhe über den großen Teich. Dieses Erlebnis dürfte allen unvergessen bleiben.

In New York löste sich der größte Teil der Reisegesellschaft auf, denn viele waren mitgeflogen, um Verwandte oder Freunde zu besuchen. Die Ronsdorfer Fußballer aber wurden von ihren Sportkameraden aus Haledon abgeholt und in ihre Quartiere eingewiesen. Schon am nächsten Tag fand in der President Hall von Passic ein großer Empfangsabend statt. Die Mannschaft des TSV in ihrer schmucken „Club-Garnitur“ nahm an reservierten Tischen Platz und bildete naturgemäß den Mittelpunkt der über 400 Teilnehmer zählenden Festversammlung.

Zur Begrüßung waren viel Ehrengäste erschienen, neben dem Bürgermeister von Haledon war der Abgeordnete des Weißen Hauses, Congressmann Charles Joelson, anwesend, außerdem der President der United States Soccer und Football Association sowie der President des New Jersey Fußballverbandes. In vielen Ansprachen wurde die „Good Will Tour“ des TSV Ronsdorf, der als erster Amateurverein in den USA weilte, gewürdigt. Dem Geschäftsführer des Vereins Hans Simmerkus wurde die Goldene Nadel des Gesamtamerikanischen Fußballverbandes überreicht. Außerdem wurde er Ehrenmitglied des Amerikanischen Fußballverbandes. Bei Musik und Tanz wurden an diesem Abend viele Freundschaften geschlossen.

Spieler und Begleiter des TSV, die am USA-Flug teilnahmen: 


von links nach rechts:
stehend: Günter Hoppe, Dieter Lemke, Eberhard Beckmann, Gerd Heinen, Joachim Flöth, 
Frau Ursel Simmerkus, Karl Radloff, Frau Marianne Lahme, Werner Ristow, Siegfried Heu, Horst Henn, 
Gerd Schirner, Günter Lahme, 
sitzend: Hans Haack, Winfried Loos, Jürgen Steinheuer, Horst Schwieder, Hans Simmerkus, 
Uwe Rickert, Hans Lösel.

Die dann folgenden drei Wochen des USA-Aufenthaltes wurden für Spieler und Begleitung des TSV zu einem einmaligen Erlebnis. Die Besichtigung der Weltausstellung, die Fahrten zum Ozean, nach New York und Trenton, der Hauptstadt des Staates New Jersey, werden unvergessen bleiben.

Die erste Fußballmannschaft absolvierte insgesamt fünf Freundschaftsspiele, von denen vier gewonnen wurden und nur gegen eine Auswahl von New Jersey wurde mit 6:5-Toren verloren.

Diese Wochen gingen wie im Flug vorbei – es war nur ein kurzer Traum. Am Tage des Abfluges gab es ein herzliches Abschiednehmen von den Freunden des „Sport Club Haledon“ und es wurde feierlich versprochen, die angebahnten Verbindungen und Freundschaften nicht abreißen zu lassen.

Ein weiterer Besuch in den USA fand 1970 statt. Ca. 40 TSVer flogen über den großen Teich und festigten die geschlossenen Freundschaften.

Gesunde Jugendarbeit – Zukunft des Vereins

Wir stehen als Freunde zusammen,
In bunter, farbiger Pracht.
Wir haben am Spiel unsere Freude,
Ihm unser Herz entgegenbebracht.

Als 1945 die Folgen eines verlorenen Krieges auf uns lasteten, hieß es auch im Sport wieder von vorne anfangen. Hauptaufgabe aber war, sich der Jugend anzunehmen, hatte diese doch eine Tradition fortzusetzen. Viele Jugendliche fanden nun den Weg zu den Turn- und Sportvereinen. Hier galt es in fairem Wettkampf die Kräfte mit denen der anderen Kameraden zu messen. Groß waren die Aufgaben und der Weg bis zum Ziel ein weiter. Mit Stolz können wir heute sagen, dass die Sportjugend eine große Jugendorganisation ist, ein Zeichen dafür, dass unsere Arbeit anerkannt und ernst genommen wird, die verantwortlichen Mitarbeiter und Jugendbetreuer sich ihrer Aufgaben bewusst sind, dass neben der sportlichen auch eine Erziehungsaufgabe zu übernehmen ist. Es soll und darf nicht unsere Hauptaufgabe sein, unsere Jugendlichen zu Spitzensportlern, sie zu Vertrags- oder Lizenzspielern heranzuzüchten, sondern sie vielmehr zur fairen, sportlichen Haltung zu erziehen. Jugenderzieher kann deshalb nur der sein, der ein Herz für die Jugend hat und sich ihrer Belange annimmt, der ein Idealist ist  und mit Lust und Liebe seine Lebenserfahrungen in den Dienst der guten Sache stellt, der hierfür nie Dank und Anerkennung erwarten darf. Die Aufgabe eines Vereinsvorstandes muss sein, eine sorgfältige Auswahl der Mitarbeiter zu treffen, und nur die besten und tüchtigsten Kameraden mit der Jugendarbeit zu betreuen, damit der Nachwuchs die Selbsterhaltung des Vereins garantiert. Auch im Turn- und Spielverein hatte der Krieg draußen und in der Heimat große Opfer gefordert. Alle Kameraden, die vor und während des Krieges sich schon Verdienste um die Jugendarbeit erworben hatten, waren gefallen, gestorben – oder aber sie standen aus anderen Gründen dem Verein und der Jugendarbeit nicht mehr zur Verfügung. Drückende Sorgen um die einfachsten Lebensbedürfnisse ließen es nach Kriegsende zuerst fraglich erscheinen, ob der Jugendspielbetrieb überhaupt wieder aufgenommen werden konnte. Sportzeug, wie Schuhe, Trikots und Bälle standen nur in ungenügender Anzahl zur Verfügung. Trotz aller Widrigkeiten wuchs die Jugendabteilung schnell an und schon bald war eine große Anzahl junger Spieler vorhanden, die sich sportlich betätigen wollte. Aller Anfang war schwer, aber die Freude am runden Lederball ließ die Abteilung von Woche zu Woche stärker werden. In der größten Not erhielten wir von einem alten Anhänger aus Übersee als Spende zwei Garnituren Trikots. Groß war die Freude unserer sportbegeisterten „Jungs“ und der Vorstand war einer großen Sorge enthoben.

Auch an dieser Stelle noch mal Dank für diese sportliche Verbundenheit. In anderen Sport- und Jugendpflege treibenden Vereinen hatten sich inzwischen auch wieder Jugendabteilungen gebildet und so konnte 1946 erstmalig wieder eine Wuppertaler Jugend-Stadtmeisterschaft ausgespielt werden. Intensiv wurde trainiert, ältere Sportkameraden stellten sich als Trainer zur Verfügung. So blieben Erfolge nicht aus. Gruppen-, Stadt- und Kreismeisterschaft wurden in den folgenden Jahren erspielt. Einer Mannschaft gelang es sogar, die Bezirksmeisterschaft Berg-Mark im Fußballverband Niederrhein zu erkämpfen.

Die A1-Jugend errang in der Spielzeit 1947/48 mit nachfolgend aufgeführten Spielern die Meisterschaft des Kreises Wuppertal/Niederberg: Berghaus, Kuckelsberg, Malinowsky, Obernyr, Herbergs, Luhn, Schwager, Heyder, Zimmermann, Bornschein, von Felbert.

Aber nicht nur auf sportlichem Gebiet waren wir aktiv, auch eine kulturelle Jugendarbeit wurde gepflegt. Unvergessen bleibt manche schöne Fahrt oder Gastspielreise. Spielabschlüsse mit Mannschaften aus Jena und Erfurt führten uns in das schöne Thüringische Land, wie uns seit Jahren eine Sportfreundschaft mit Donawitz/Steiermark (Österreich) aufs Engste verbindet. Kameradschaftsabende und Spielerversammlungen werden im Geiste echter Freundschaft durchgeführt. Ein Jugendheim auf dem Sportplatz bietet Gelegenheit für derartige Veranstaltungen.

Unsere Jüngsten …

   
D-Jugend von links nach rechts:
stehend:: Starker, Müseler, Köhler, Böhner, Schwebinghaus, 
Faulenbach, Ascheuer, Küthe (Begleiter)
sitzend: Noll, Gerhards, Kottsieper, Aurig, von Felbert


C-Jugend von links nach rechts:                                                                        
stehend: Panter, Neuschäfer, Hennecke, Heller, Becker, Nolzen, 
Schäfer, Schleife (Begleiter)                               
knieend: Curz, Breest, Halbach, Kottsieper, Büser, Kronenberg 


B-Jugend von links nach rechts:
stehend: Gansauer, Sinemus, Lütt, Heyer, Becker, Blombach
knieend: März, Rottsieper, Spelsberg, Ley, Burggräf, Spiecker


A1-Jugend von links nach rechts:
stehend: Walter, Strauch, Heinz, Lischke,Ackermann, Trapmann, 
Vogel, Trier (Begleiter)
knieend: Noll, Berenbeck, Langels, Magaschütz

Der Fußballjugendausschuss

Im Jubiläumsjahr 1980 hat der Jugendausschuss 182 Jugendliche zu betreuen. Trainer und Betreuer haben sich zur Aufgabe gemacht, die jugendlichen Spieler zum Erfolg zu führen; vor allen Dingen aber, sie vor Schaden zu behüten!

Der Fußball soll nicht Selbstzweck sein, unsere Aufgabe ist es nicht, um jeden Preis Spitzensportler heranzubilden. Der sportliche Wettkampf soll den Ehrgeiz zum Siege wecken, er soll aber auch zur Fairness und zur Freundschaft führen!

Sportjugendbetreuer sollen Freunde und Berater der Jugend sein, die sich mit Lust und Liebe ihrer Aufgabe widmen um ihr Können und Wissen der Jugend zu vermitteln, ohne dafür Dank zu erwarten.

Mögen sich auch in Zukunft die Sportkameraden zur Verfügung stellen, die in diesem Sinne die Jugendarbeit betrachten und fortsetzen, eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Sport pflegen und fördern, damit dem Turn- und Spielverein ein gesunder Nachwuchs stets gegeben wird.

Die Handballabteilung

Die Handballabteilung spielt in der Vereinsgeschichte nicht eine so bedeutungsvolle Rolle wie der große Bruder – die Fußballabteilung -, dafür waren aber die Erfolge um so erfreulicher.

Nachstehender kurzer Rückblick stützt sich, soweit es sich um die Zeit von 1924 bis 1939 handelt, auf Aussagen von noch lebenden Mitgliedern, da die gesamten Unterlagen in der Angriffsnacht im Mai 1943 verloren gingen.

Nach vorliegenden Berichten wurde die Abteilung im Jahre 1924 gegründet. Im Laufe der Spielzeit vertraten folgende Spieler die schwarz-weißen Farben:
Willi Becker, Willi Casel, Willi Corsmeier, Willi Dreseler, Hans Dausend, Walter Fäckenstedt, Erich Hecke, Artur Jörgens, Helmut Krone, Walter Lueg, Kurt Müller, Erich Müller, Fritz Rühl, Karl Röder, Ernst Sterling.

Die neu gegründete Mannschaft erkämpfte sich drei Meisterschaften, bis sie zur höchsten Spielklasse vorstoßen konnte. Im Endspiel um den Stadtpokal ging das Spiel erst in der zweiten Verlängerung verloren.

In der höchsten Spielklasse stehend hatte die Mannschaft oft sehr weite Fahrten zu machen und führte den gesamten Spielbetrieb ohne finanzielle Unterstützung durch. Infolge nicht genügender Nachwuchsförderung stellte die Abteilung im Jahre 1930 den Spielbetrieb ein.

Die Neugründung erfolgte im Jahre 1934 nach einem Zusammenschluss der Mannschaften des Turnerbundes und der Turngemeinde. – Unter ihrem ständigen Begleiter Emil Becker erreichten folgende Spieler mit der 1. Mannschaft wiederum die höchste Spielklasse: 


von links nach rechts: 
Zieglam, Abstoß, Brandenburger, Peters, Nüsken, Lucas, 
Heuser, Loose, Kempf, Welp, Meier.

Unvergesslich sind  die Spiele in der Waldkampfbahn, die diese Mannschaft gegen den westdeutschen Meister TuRa Barmen und die damalige Gauliga-Mannschaft TuRa Bergheim durchführte. Nur ganz knapp gingen beide Begegnungen verloren. Der schönste Erfolg war der 8:7-Sieg über den mittelrheinischen Meister TV Gummersbach auf dessen eigenem Platz.

Durch Einberufungen zum Wehrdienst trat im Jahre 1939 ein merklicher Spielermangel ein, so dass der Spielbetrieb eingestellt werden musste. Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 haben manche Lücke auch in den Reihen der Handballabteilung hinterlassen.

Ein erneuter Aufbau war deshalb besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt. Um so lobenswerter sei erwähnt, dass einige alte Spieler, wie Abstoß, Brandenburger, Heuser, Hollit, Losse und Zieglam sich wieder zur Verfügung stellten.

1946: Die Handballfreunde sammeln sich wieder

Nach Rückkehr der Sportkameraden Karl-Heinz Jörgens und Hans Wüster im Mai 1946 wurde die Handballabteilung zum dritten Male, und zwar von den obengenannten, gründet.

Karl-Heinz Jörgens übernahm das Training und die Betreuung der zunächst  gebildeten Jugendmannschaften. Hans Wüster erledigte zugleich neben den vielen Arbeiten als Abteilungsobmann auch die des Schriftführers und Kassierers.

Gleich im ersten Jahr konnte die A-Jugend Gruppenmeister werden und im Endspiel, nach vorherigem Sieg über den westdeutschen Jugendmeister Grün-Weiß Wuppertal, gegen Schwarz-Weiß Wuppertal den Turniersieg im alljährlichen Hallen-Handball-Turnier erringen.

Im Jahre 1947 wurden 2 Herrenmannschaften und 2 Damenmannschaften gegründet. Die 1. Damenmannschaft gehörte zu den besten Mannschaften des gesamten Kreises und erzielte eine Vielzahl schöner Erfolge.

Auch die 2. Damenmannschaft konnte bis zur zweithöchsten Spielklasse vorstoßen. Leider löste sich die Damenmannschaft, zumeist infolge Heirat einiger Spielerinnen, im Jahre 1951 wieder auf.

Zwischenzeitlich hatte der Sportkamerad Karl-Heinz Jörgens nach dem Weggang von Hans Wüster nach Barmen seine Tätigkeit in der Handballabteilung eingestellt und wurde in den Hauptvorstand des Vereins berufen.

Als besonders treue und zuverlässige Mitarbeiter müssen darüber hinaus genannt werden die Sportkameraden: Hans Rinke, Herbert Beek, Walter Heinrich, Herbert Damm und für die Damenabteilung: Walter Jörgens, Inge Ackermann, Erika Löwer.

Ihnen allen sei an dieser Stelle für Ihre aufopfernde Arbeit und erwiesene Treue zum Verein ein besonderes Lob gewidmet.

Höchste Anerkennung findet vor allen Dingen die Tätigkeit des Sportkameraden Willi Ackermann, der über die schwersten Jahre des Bestehens der Abteilung fest das Steuer in der Hand hielt und verhinderte, dass eine vorzeitige Auflösung infolge Spielermangel notwendig wurde.

Die 1. Männermannschaft erkämpfte sich nach den Gruppenmeisterschaften der 2. und 1. Kreisklasse im Spieljahr 1950/51 den Aufstieg in die Bezirksklasse.
Folgende Spieler gehörten zu dieser Zeit der 1. Mannschaft an: Helmut Abstoss, Adolf Brandenburger, Rolf Breithack, Fritz Caumanns, Werner Decken, Adolf Diederichs, Gerd Gürtzgen, Walter Heurich, Willi Heuser, Rolf Hackenberg, Karl-Heinz Jörgens, Rolf Losse, Gerhard Lucas, Hans Nieder, Hans Rinke, Paul Schmoll, Bruno Sieg, Walter Vogt, Heini Vogt.

Mit wechselndem Erfolg spielten diese Kameraden, ohne jedoch den Abstieg in die Kreisklasse vermeiden zu können. Bedauerlicherweise ließ das Interesse am Handballsport in unserer Heimatstadt immer mehr nach, so dass es trotz aufopfernder Arbeit der verantwortlichen Männer nicht mehr gelang, eine Mannschaft heranzubilden, die auf Grund ihres Könnens in der Lage gewesen wäre, wiederum eine höhere Spielklasse zu erreichen.

Die Handball-Abteilung von 1955-1965

Die weitere Entwicklung in den letzten zehn Jahren kann trotzdem als erfreulich bezeichnet werden, da sich immer wieder Männer fanden, die den Handballsport im TSV Ronsdorf hoch hielten. Besondere Verdienste erwarben sich die Kameraden Dr. Gerd Gürtzgen als langjähriger Abteilungsobmann und Albert Walker, der seit Jahr und Tag sich als Abteilungstrainer zur Verfügung stellte. Weitere Erwähnung verdient die selbstlose und treue Mitarbeit unseres Kameraden Günter Hoppe, der als Mann überall Verantwortung übernahm, wo und wie es die Abteilung verlangte. Den Mitarbeitern Horst Henn und Hans Fr. Lösel als Geschäftsführer, sei an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Von 1955-58 spielte die 1. Mannschaft in der 1. Kreisklasse. Die Jugendbetreuung übernahmen während dieser Zeit die Sportkameraden Helmut Schmidt und Werner Hagemann, der auch viele Jahre als Schiedsrichter tätig war. Beiden sei an dieser Stelle für ihre Mitarbeit gedankt, besonders aber dem Kameraden Hagemann, der sich später aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr betätigen konnte. Durch den nun fehlenden Nachschub aus der Jugend musste die 1. Mannschaft 1959/60 in die 2. Kreisklasse absteigen, schaffte aber im folgenden Jahr auf Anhieb den Aufstieg wieder in die 1. Kreisklasse. Seit diesem Jahr spielt die Mannschaft mit wechselndem Erfolg in dieser Klasse, meist wurde Ende der Saison ein Mittelplatz erreicht.

In den Hallenspielen schnitt die Mannschaft immer besser ab; oft wurde ein Platz in der Spitzengruppe erreicht und mehrmals knapp der Aufstieg in die Kreisliga verpasst. So wurde auch im Spieljahr 1964/65 der Aufstieg bei den Hallenspielen durch zwei unglücklich mit einem Tor Unterschied verlorenen Spielen der längst verdiente Aufstieg nicht erreicht. Die 2. Mannschaft hatte in den letzten Jahren durch verschiedene Umstände unter Spielermangel zu leiden und knüpfte nicht an die Leistungen früherer Jahre an. Dagegen hoffen wir in diesem Jahr dank der vorbildlichen Betreuung der Jugend durch den Sportkameraden Günter Hoppe auf einen entsprechenden Nachschub für die Seniorenmannschaften und weiteren Leistungsanstieg. An dieser Stelle sei auch noch dem bis 1959 tätigen Abteilungsobmann Adolf Diederichs gedankt.

Aber auch die ehemaligen Aktiven ließen nicht von ihrem geliebten Handballsport und erstellten im Jahre 1963 eine Alte-Herren-Mannschaft, die unter der Leitung von Werner Decken bis zum Jahre 1965 gute Erfolge erzielt und manchem jungen Spieler in sportlicher Kameradschaft als Vorbild dienen kann.

1. Mannschaft 1965:


von links nach rechts: 
stehend: Decken (Begleiter), Janz, Bergmann, an Haak, 
H.Henn, R.Henn, V.Henn, Lösel, Dr. Gürtzgen (Begleiter)
knieend: Leidereiter, Kohleick, Hecke, Brandenburger

Die Hallenspiele verdrängten den Feldhandball immer mehr, machten den Aktiven viel Freude, brachten den Verantwortlichen aber viel Probleme – denn bis heute gab es in unserem Ortsteil keine Turnhalle, die für diese Sportart geeignet war.

Sonntag für Sonntag, oft zu den unmöglichsten Zeiten, musste man reisen. „Heimspiele“ wurden in Velbert oder Wülfrath – in den seltensten Fällen in einer Wuppertaler Turnhalle – ausgetragen.

Gerd Brandenburger, Klaus Weber und Roger Henn versuchten alles, um das Gefüge der Handball-Abteilung zusammenzuhalten.

Ende der Spielzeit 1976/77 mussten aber auch sie das Handtuch werfen. Das Handballspiel war in einem Ort mit 28.000 Einwohnern ein weiteres Mal gestorben! –

Das Rufen junger Sportler nach Wiederaufnahme dieser Sportart – bedingt durch die Fertigstellung der 3-fach-Turnhalle „An der Blutfinke“ – findet beim Vorstand des TSV kein offenes Ohr.

1947: Gründung der Tischtennisabteilung

Der Sport mit dem kleinen weißen Zelluloidball ist lange nicht so alt wie die meisten anderen Sportarten.
Im Stadtteil Ronsdorf spielt man Tischtennis vielleicht gut zwanzig Jahre. Es war in den Jahren schwerer wirtschaftlicher Not, so um 1931-32 herum, als sich aktive Fußballer des Vereins bemühten, diesen damals noch etwas verpönten Sport zur Geltung zu bringen. Sie sahen darin eine Verbindung zwischen dem Angenehmen und dem Nützlichen. Es war für diese jungen Männer Zeitvertreib und Ausgleichssport.

Die erfolgreiche Tischtennisabteilung


von links nach rechts: 
Clemens, Rittershaus, Rüsgen, Heinen, Heinrichs, Jablonowski
knieend: Bender, Schmitz, Jörgens, Luhn

Zu einem offiziellen Spielbetrieb kam es jedoch damals nicht. Auch nicht vor und in den Jahren des 2. Weltkrieges. Dass sich aber dieser so interessante Sport, der heute bei allen großen Sportnationen der Welt gespielt wird, auch in Ronsdorf durchsetzen würde, war nach Kriegsende nur noch eine Frage der Zeit.

Schon im Spätsommer 1945 war es dann soweit. Drei Kriegsverletzte, frühere Fußballer, fanden sich zusammen und planten, an Stelle des schönen Fußballsportes, den sie infolge ihrer körperlichen Behinderung nicht mehr ausüben konnten, eine neue Sportart zu betreiben. Der Plan wurde schnell zur Wirklichkeit. Eine Dachkammer eignete sich als Trainingsraum. Die Beschaffung der notwendigen Geräte war zwar mit Schwierigkeiten verbunden, aber die Begeisterung der Pioniere des Ronsdorfer Tischtennissportes war größer. Es wurde geschafft! Was Kurt Rüsgen, Günter Nieland und Karl-Günter Schmitz in den ersten Nachkriegsmonaten unter den ungünstigsten Bedingungen zur Schaffung von Tischtennisspielmöglichkeiten geleistet haben, war entscheidend für das Werden der Abteilung.

Es wurde in Ronsdorf schnell bekannt: In der „Stadt“ wird Tischtennis gespielt. Und da es eine bekannte Tatsache ist, dass gute Fußballer auch im Tischtennis nicht versagen, wurde der Kreis immer größer. Am 12. September 1947 war es dann soweit. Der Turn- und Spielverein gründete offiziell die Tischtennisabteilung. Zu den erwähnten Hauptakteuren kamen mit Günter Luhn und dem leider allzu früh verstorbenen Erich Figge zwei weitere, sich beim Aufbau der Abteilung voll einsetzende Sportfreunde, so dass personell gesehen, ein guter Anfang gefunden war.

Angefangen in der 2. Kreisklasse, hat sich die 1. Mannschaft in ungewöhnlich kurzer Zeit bis zur sehr spielstarken Bezirksklasse „Bergisch-Land“ emporgearbeitet und gehörte auch im Jubiläumsjahr 1955 mit dem dritten Tabellenplatz zu den spielstärksten Mannschaften. Die Zahlen sind imponierend: 1947/48 Meister der 2. Kreisklasse und Aufstieg. 1948/49 Meister der 1. Kreisklasse nach einem sensationellen 8:1 über den TV Hatzfeld. Dazu wurde noch der Titel des Kreismeisters mit Siegen über Schwarz-Weiß Wuppertal im Hin- und Rückspiel errungen.

Den stolzen Erfolg erstritt die Mannschaft in folgender Besetzung: Hubert Lux, Horst Bornschein, Hermann Find, Kurt Rüsgen, Günter Nieland, Heinz Altemann und Günter Luhn.

Der Kreis der Aktiven wurde, bedingt durch die schönen Erfolge, immer größer. Zwei weitere Seniorenmannschaften und eine Damenmannschaft konnten in den Spielbetrieb eingereiht werden. Man muss wissen, dass die Tischtennisabteilung praktisch ohne finanzielle Unterstützung lebte, um erkennen zu können, dass hier die wirkliche Liebe zum Sport triumphierte. Ein Lob ist auch dem damaligen Trainer Hans Möhle zu spenden, der in den Jahren 1947 bis 1951 in ungezählten Stunden mit Begeisterung am Aufbau der Abteilung gearbeitet hat. Seine Arbeit trug wesentlich dazu bei, dass es möglich war, bei vielen Jugendlichen die Freude an diesem schönen und interessanten Sport zu wecken. Zwei dieser Nachwuchsspieler, Paul Heinrichs und Karl-Wilhelm Rittershaus erzielten  großartige Erfolge. Sie wurden nicht nur Angehörige der Wuppertaler Jugendstadtmannschaft, sondern errangen auch Siege in der Einzel- und Doppelmeisterschaft. Paul Heinrichs wurde mehrfach Kreis- und Bezirksjugendmeister im Einzel und gewann mit Karl-Wilhelm Rittershaus zusammen die Kreismeisterschaft im Doppel. Die Tatsache, dass beide Spieler schon als Jugendliche im Jahre 1952 in die 1. Mannschaft aufrückten, unterstrich das großartige Können dieser Nachwuchsleute.

Unter der bewährten Leitung der Sportfreunde Karl-Günter Schmitz, Günter Luhn und Willy Bender wurde diese Abteilung eine Pflegestätte echten Sportidealismus und deshalb blieben dieser Gemeinschaft die vielen schönen Erfolge nicht versagt.

Die weitere Entwicklung
In den nun folgenden Jahren nach 1955 wurde der Spielbetrieb der Abteilung mit unverminderter Begeisterung fortgesetzt. Zu dem alten, bewährten Stamm gesellten sich fortwährend neue Talente, und so konnten immer drei Mannschaften an den Meisterschaften teilnehmen. Weil für die Spiele der Bezirksklasse kein geeigneter Raum an den Wochenenden vorhanden war, wurde die 1. Mannschaft vorübergehend aus dieser Klasse zurückgezogen. Ohne große Konkurrenz spielte sie dann in der Wuppertaler Kreisklasse weiter, musste jedoch trotz errungener Meisterschaften jeweils auf den Aufstieg verzichten.

Einen großen Aufschwung erlebte die Abteilung im Jahre 1960. Infolge einer neuen Besetzung der Hausmeisterstelle in der Turnhalle Fachschule, standen der Abteilung wieder mehr Übungsabende zur Verfügung.

Durch den Neuzugang der Sportskameraden Seidel, Brück, Fleing und Tamoszus konnten sich sämtliche Mannschaften verstärken. So wurde nicht nur von der 1. Mannschaft 1960 auf Anhieb der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse Bergisch-Land erkämpft, sondern darüber hinaus schaffte 1961 die 2. Mannschaft noch den Aufstieg in die 1. Kreisklasse Wuppertal.

Auch wurden bei den jährlich durchgeführten Kreismeisterschaften die Farben des Vereins würdig vertreten. Im Jahre 1962 belegten die Sportkameraden Seidel/Herbergs einen hervorragenden 3. Platz im Doppelwettbewerb und der Sportkamerad Brück einen guten 4. Platz in der Einzelwertung der starken Wuppertaler A-Klasse.

In der Bezirksklasse Bergisch-Land spielte die 1. Mannschaft mit den Sportskameraden: Möckel, Seidel, Brück, Fleing, Herbergs, Tamoszus und Jablonovski auch in diesem Jahr wieder eine gute Rolle, konnte doch, wie im vergangenen Jahr, der 3. Tabellenplatz erkämpft werden.

Die 2. Mannschaft, die mit den Sportskameraden: Rüsgen, Luhn, Fritsch, Küthe, Pitschmann, Jörgens und Bender antrat, hatte auch in diesem Jahr in der immer stärker werdenden Wuppertaler 1. Kreisklasse einen schweren Stand. Nach Ablauf der Meisterschaft wurde aber ein guter Mittelplatz erreicht.

Sehr erfreulich war auch das Abschneiden der 3. Mannschaft in der 2. Kreisklasse, die nur knapp den Aufstieg in die 1. Kreisklasse verpasste. Folgende Spieler wurden in dieser Mannschaft eingesetzt: Schmidt, Münster, Gebrüder Coelln, Monhof, Troost und Schuhl.

Für viele, deren Wirksamkeit dazu Veranlassung wäre, in dieser Festschrift dargestellt zu werden, soll an dieser Stelle ein Mann Würdigung finden, unser Sportskamerad Kurt Rüsgen, der als Mitgründer der Abteilung viele Jahre die Geschicke der Abteilung geleitet hat, und auch heute noch dem Vorstand mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir hoffen und wünschen, dass er noch lange als aktiver Spieler den Kameraden der Tischtennis-Abteilung die Treue hält.

Die 1. Mannschaft spielte im Jubiläumsjahr 1965 mit folgender Aufstellung: Fleing, Brück, Möckel, Seidel, Herbergs, Jablonovski.


von links nach rechts:
Fleing, Brück, Möckel, Seidel, Herbergs, Jablonovski.

Für die Leitung der Abteilung waren folgende Sportskameraden verantwortlich:
Abteilungsleiter Günter Luhn, Geschäftsführer Hans-Walter Küthe, Kassenwart Willi Kocherscheidt.

Der gute Ruf des TSV Ronsdorf im Wuppertaler Tischtennissport begründet sich nicht zuletzt auf der Fähigkeit der Abteilung, neuen Mitgliedern ein hohes Maß an Kameradschaft zu vermitteln. Einem überaus aktiven „Festausschuss“ gelang es immer wieder, mit Weihnachtsfeiern, Aufstiegsfeiern und Wochenendfahrten das notwendige Leistungsprinzip innerhalb der Abteilung durch gemeinschaftliche Aktionen zu ergänzen.

Dieses Nebeneinander von Leistungsprinzip und Gemeinschaftssinn führte in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass vor allem junge, hochklassige Spieler großer Wuppertaler Vereine nach Ronsdorf kamen.

Die Tischtennisabteilung wird sich aktiv auch an der 75-Jahrfeier des TSV Ronsdorf beteiligen. Im Jahre 1972 zum 25-jährigen Abteilungsjubiläum gelang es, den deutschen Tischtennis-Mannschaftsmeister PSV Borussia Düsseldorf in der Besetzung Schöler, Mike, Hübner und Baum zum Spiel gegen eine Wuppertaler Auswahl einzuladen. Der nach dem Spiel ausgetragene „Schaukampf“ des damaligen Vizeweltmeisters Eberhard Schöler gegen seinen Mannschaftskollegen Mike wird noch vielen Wuppertaler Tischtennisfreunden in Erinnerung sein.

Dieses Jahr ist es nun gelungen, wiederum Düsseldorf mit seinem neuen Star Desmond Douglas für ein Spiel gegen eine andere deutsche Spitzenmannschaft, Altena, zu gewinnen.

Eine Jubiläumsveranstaltung, die dazu beitragen wird, die gute Position des TSV Ronsdorf im Wuppertaler Sport noch weiter zu verbessern.Wenn heute Rückschau auf Jahrzehnte erfolgreichen Schaffens gehalten werden kann, so war das ein Verdienst eines jeden Sportskameraden, der durch Opferbereitschaft und Idealismus den Grundstein zu diesem Erfolg legte.

Die Tischtennisabteilung war und ist nie ein bequemes Mitglied des TSV Ronsdorf gewesen. Stets war der Wunsch groß, Freiräume gegenüber dem „großen Bruder“ Fußball zu verteidigen und neu zu schaffen. Doch die oft notwendige Kritik an Hauptverein und Vorstand basierte bisher immer auch auf sportlichen Erfolgen, die sich bis in die Gründungsjahre der Tischtennisabteilung zurückverfolgen lassen. Nur kurz soll hier noch einmal an den aufsehenerregenden Siegeszug des Jahres 1949 erinnert werden, wo man die Kreismeisterschaft und den Aufstieg erkämpfte.

Bis vor kurzem ist es der Tischtennisabteilung gelungen, solche Erfolge zu wiederholen und auf Kreis- und Bezirksebene erfolgreich zu bleiben. In der Saison 1978/79 gelang vier von sieben Mannschaften der Aufstieg. Eine große Anzahl von Erfolgen auf Kreis- und Bezirksmeisterschaften erweiterten diese positive Bilanz.

Entstehung der Basketball-Abteilung

Jahrelang hatten vier Ronsdorfer (Klaus Stratmann, Horst Holtebrink, Hans Caumanns, Dieter Schörken) Basketball in einem Wuppertaler Verein gespielt. In diesem Verein konnten sie die notwendige spielerische Erfahrung sammeln und den Kontakt zum Wuppertaler Basketballsport finden, welches Voraussetzung für eine wirkungsvolle Aufbauarbeit in Ronsdorf war. Nach Fühlungsnahme mit dem Vorstand des TSV Ronsdorf stand einer Gründung der Basketballabteilung in Ronsdorf nichts mehr im Wege.

So konnte das Basketballtraining Anfang April 1964 einsetzen und schon im Mai war unter der Leitung des Trainers Klaus Stratmann eine komplette Mannschaft mit 10 Stammspielern einsatzbereit. Der erste Abteilungsleiter der Basketballer war Dieter Schörken, während Horst Holtebrink den Kontakt zu dem Wuppertaler Basketballvorstand aufrecht erhielt.

Leistungsstreben und eine ausgezeichnete Kameradschaft brachten schnelle Erfolge. Erfolge ziehen junge Leute an, so dass der Abteilung bald fünfzig Aktive zur Verfügung standen, die in acht Mannschaften an Meisterschaftsspielen teilnahmen.

Blickpunkt blieb aber immer die erste Garnitur, die nach mehreren Kreismeisterschaften und Pokalerfolgen von sich reden machte.

Ihr größter Erfolg war 1978, als sie den Sprung in die Landesliga schaffte, wo man sich zum Erstaunen aller Experten lange behaupten konnte.

Größte Aufmerksamkeit schenkte man auch hier der Jugendarbeit. Von vier Mannschaften, einer B1, B2, C1 und D1, hatte sich die B1 als Erfolgreichste den Kreismeistertitel geholt.

Sie nahm sogar an den Westdeutschen Meisterschaften teil!

Die Spieler der 1. Mannschaft der Saison 1964/65:


von links nach rechts:
stehend: Deutscher, Caumanns, Bodenstedt, Stratmann, von Rüden, 
Schörken, 
knieend: Konietzko, Urspruch, Holtebrink, es fehlt: Gerd Weber.

Gründung der Damengymnastik-Abteilung

Zehn Damen waren einer Meinung!

Wenn unsere Männer sich durch Sport „fit“ halten, wollen wir es ihnen gleich tun – und gründeten im November 1972 die Abteilung für Hausfrauen-Gymnastik.

Frau Elisabeth Bender – die als Vorturnerin Erfahrung besaß – brachte ein Übungsprogramm, das auch Zweifler überzeugte. Der Übungsraum in der Turnhalle Fachschule wurde bald zu klein; man wechselte zur Halle Vogelsholz, die verhängte Aufnahmesperre konnte aufgehoben werden.

Nun zeigten auch jüngere Damen ihr Interesse, so dass die Abteilung z.Z. 33 Mitglieder zählt.

Krankheitsbedingt musste Frau Bender 1978 ihr begonnenes Werk in jüngere Hände geben.

Monika März und Christa Berges leiten nun die Abteilung und bringen als Vorturnerinnen ein abwechslungsreiches Programm. Gemeinsame Saunabesuche gehören ebenfalls zur ständigen Einrichtung und fördern die Kameradschaft unter den TSV-Damen.

Den „Inoffiziellen“ gewidmet

Mannschaften sind in all den Jahren, in denen diese Chronik vom TSV berichtet, gekommen und gegangen. Immer hat der TSV Tugenden besessen, die unvergänglich zu sein schienen. Wie die Mannschaften und Spieler, so haben auch die Vorstände gewechselt, aber auch sie haben immer den alten TSV-Geist lebendig gemacht, wenn er zu erlöschen drohte. Ihnen ist das Wohl und Wehe des Vereins übertragen. Es ist eine große und verantwortungsvolle Aufgabe für Männer, die im Berufsleben stehen und ehrenamtlich solche Leistungen voll- bringen. Ein Sportverein ist ein Lebewesen – wie ein Mensch. Da gibt es Tage des Glücks, rauschende Erfolge – und es gibt den Alltag. Es gibt die Jahre, die wenig erfreulich sind. Schicksalsschläge, unerwartete Verluste, heimliches Schwanken am Abgrund hin… bei Menschen… bei Vereinen.

Ein neuer Meilenstein in der Geschichte des TSV ist heute erreicht, und wir haben in unserer Vereinschronik viele bekannte Männer namentlich erwähnt und ihre Verdienste gebührend hervorgehoben. Dabei haben wir manch’ Vergangenes und Vergessenes vergegenwärtigt. Unser Dank aber gebührt gleichermaßen all denen, die nicht auf offiziellen Posten standen, aber dennoch getreue Helfer am Bau des Hauses waren, und deren Arbeit meistens der breiten Öffentlichkeit verborgen blieb.

Wir denken an Fritz Schürhoff, den im Krieg gebliebenen früheren Freund und Berater der Fußballjugend. Sein Wirken hat dazu beigetragen, dass die erste Fußballmannschaft schon bald nach Kriegsende begabte junge Spieler in ihren Reihen hatte. Willy Becker (im Städtchen „Zion“ unter dem Namen „Herrlich-herrlich“ bekannt), wurde 1950 das Opfer eines Verkehrsunfalls. Er war in vielen Jahren – besonders in der Kriegszeit 1939/45 – ein Freund und hochherziger Gönner unserer Fußballer.

Vergessen wir auch nicht den sportbegeisterten Dr. Heinrich Reinold, der bei Wind und Wetter stets zur Stelle war und so manchem Verletzten helfend zur Seite stand. Ihm sei heute noch dafür gedankt, dass er in den Zeiten, wo der Verein schwerste materielle Sorgen hatte, mit Medikamenten sowie ärztlichen Heil- und Hilfsmitteln unterstützend einsprang und jederzeit für seine Sportkameraden da war.

Wir denken auch an Eugen Dorfmüller („Hütchen“ genannt), welcher schon vor mehr als 35 Jahren P.M. das Köfferchen nachtrug, und der immer zur Stelle war, wenn es galt anzupacken, und der erst seinen Dienst versagte, als eine Krankheit die Arbeit nicht mehr zuließ.

Auch Willy Göddemeyer (Ronsdorf kennt ihn als „Firm“) hat viel Freizeit für den Verein übrig gehabt. Jahrelang nach dem zweiten Weltkrieg war er Ballwart und wenn es einmal bei der „Ersten“ mit dem Tore schießen nicht klappen wollte, dann sollte unser „Firm“ die Schuld tragen. Dagegen hat er sich immer heftig – und mit Recht – zu wehren gewusst.

Wir denken hier an die treuen Anhänger, die in guten und in schlechten Zeiten, hinter „ihrer“ Mannschaft stehen und ihr moralischen Halt geben.

Stellvertretend für diese Getreuen sei hier Otto Casel genannt, der mit 87 Lebensjahren kein Heimspiel versäumte.

Schiedsrichter hatte der TSV immer unter seinen Mitgliedern. Einer sei hier besonders erwähnt: Erwin Colsmann, der mehr als ein Vierteljahrhundert der berühmte 23. Mann war und der auf Hunderten westdeutscher Fußballplätze den TSV würdig vertreten hat.

Als es hieß, im schönen Jugendheim in der Waldkampfbahn einen zuverlässigen Mann unterzubringen, fand der Verein in Otto Grimberg den richtigen. Mit Freude bei seinen Sportlern, war er immer ein hilfsbereiter und freundlicher Platzwart. Für die Aktiven: „Der Otto“. Mit Umsicht und Geschick sorgte er in eigener Verantwortung für die Pflege und Instandhaltung des großen Sportplatzgeländes zum Wohle der Ronsdorfer Sportjugend. Nie ist ihm eine Arbeit zu viel gewesen.

Erst 1953, nach Fertigstellung des Vereinsheims mit Wohnung hatte „der Otto“, wie er liebevoll genannt wurde, eine feste Anstellung. 25 Jahre lang hielt er die Stellung, bis eine schwere Krankheit sein Wirken unmöglich machte.
Für diesen selbstlosen Einsatz sollte ihm an dieser Stelle einmal herzlichst gedankt werden.
Nach ihm kamen Gerd Lösche, Familie Rogalla, Jochen Frenz und Frau, Dieter Dohrs und Frau, und Heinz von Eckern, der mit seiner Gattin z.Z. das Haus bestellt.

Die Reihe der getreuen Helfer könnte noch um zahlreiche Namen erweitert werden, doch wo sollten wir da enden? Oft haben gerade diese stillen „Immerbereiten“ maßgeblichen Anteil an der Vereinsarbeit in ihrer weiten Breite gehabt. Dazu gehören auch die namenlosen „Hüter der Ordnung“, die Sonntag für Sonntag mit den bekannten Armbinden ihren keineswegs mit Annehmlichkeiten verbundenen Ordnungsdienst versehen, und die Platzkassierer, die ihre undankbare Aufgabe – z. T. seit Jahren – mit großer Sorgfalt durchführen.

Weiter sei an die vielen Betreuer der Jugendmannschaften aller Abteilungen sowie an die Väter und Mütter, die so manchen Kilometer mit ihrem PKW zu Auswärtsspielen zurücklegen, gedacht. All dieser sowie der übrigen nicht namentlich genannten, ehrenamtlich Tätigen soll deshalb im Rahmen dieses Rückblicks gedacht werden; sie scheuen oft die offizielle Anerkennung nach außen hin, für sie ist der Erfolg ihres unermüdlichen Wirkens im Verein lohnende, innere Genugtuung.
Dafür sei an dieser Stelle der gewiss nicht kleinen Zahl der „Inoffiziellen“ mit echter Herzlichkeit öffentlich gedankt und ein Lorbeerkranz des Verdienstes dargebracht.

Ein alter Wunsch ging in Erfüllung

Der Krieg zerstörte nicht nur die Platzanlage an sich, sondern vernichtete auch die Umkleideräume, das Kassenhaus sowie die Innen- und Außenumzäunung der idealen Waldkampfbahn. Als nach 1945 die Kasernen durch das Deutsche Lazarett übernommen wurden und es zur Einrichtung eines Krankenhauses kam, gelang es dem Verein, im Keller eines Blockes einige Räume als Umkleidekabinen anzumieten. Die sich aber dann anbahnende Entwicklung führte im Juli 1950 zu einer Kündigung. Wir standen zu diesem Zeitpunkt wieder vor einem Nichts. Es gelang zwar damals, die Räumung selbst noch einige Zeit hinauszuzögern und in der Zwischenzeit neue Projekte zu suchen. Doch wurde vorerst eine endgültige Lösung nicht gefunden. Vor allem reichten die Mittel nicht zu dem Vorhaben, das seit langem in den Köpfen der Vereinsmitglieder schwebte, und zwar zum Aufbau eines eigenen Heimes.
Mit der endgültigen Übernahme der Kasernen durch die damalige Besatzungsmacht wurde dann jedoch eine kurzfristige Räumung notwendig. Wir waren zu diesem Zeitpunkt ohne jede Umkleidemöglichkeit. Hier war es nun unser Vereinswirt Otto Fischer, der in dankenswerter Weise einsprang und eine Behelfslösung zustande brachte. Allerdings war diese Behelfslösung auf die Dauer nicht tragbar, da der Anmarschweg vom Vereinslokal zum Platz über 20 Minuten betrug. Zu diesen Schwierigkeiten kam außerdem noch der Abstieg der 1. Fußballmannschaft in die 1. Kreisklasse. Wenn trotz dieser widrigen Umstände der Plan zum Aufbau eines eigenen Heimes weiterreifte, so beweist das, wie stark das innere Gefüge des Turn- und Spielvereins ist. Der damalige 1.Vorsitzende Werner Casel verfolgte hartnäckig dieses Ziel, das seit Jahrzehnten schon den TSVern als Idealzustand vorschwebte. Im Juni 1951 gelang es ihm, die ersten Mittel für den Heimbau aus Totoausschüttungen des Fußball-Verbandes zu erlangen. Obwohl diese Summe vorerst nicht ausreichte, wurde geplant und vorbereitet.

Ein neuer Schlag bahnte sich an, als mitten in diese Vorbereitungen hinein die Beschlagnahme der Platzanlage durch die britische Besatzungsmacht erfolgte. In langwierigen Verhandlungen gelang es dem Vorsitzenden unter Einschaltung vieler einflussreicher Stellen, das Schlimmste abzuwenden. Die Anlage wurde für Sonntage und weitere drei Wochentage freigegeben.
Mitte 1952 war es dann soweit, dass neben noch zusätzlich bewilligten Totomitteln auch die Stadtverwaltung einen größeren Zuschuss zusagte. An dieser Stelle müssen wir dem Städt. Sportausschuss unter Vorsitz des Stadtverordneten Rauhaus, dem damals zuständigen Dezernenten, Herrn Beigeordneten Landowski, dem Leiter des Sportamtes, Herrn Stadtdirektor Schlurmann und dem Fußballverband Niederrhein unseren besonderen Dank aussprechen.
Als Ende 1952 die Vorbereitungen abgeschlossen waren und der Bau beginnen sollte, stellten sich erneut Schwierigkeiten ein. Die Baugenehmigung wurde im Hinblick auf den Bau des späteren Zubringers zur Autobahn abgelehnt. Es stand infrage, ob überhaupt die Platzanlage erhalten bleiben konnte. Pläne für die Verlegung und Neuerrichtung einer Platzanlage an anderer Stelle wurden bereits erörtert. Aber auch hier gelang es unserem damaligen 1. Vorsitzenden Werner Casel in Verbindung mit maßgeblichen Stellen die Gefahr zu bannen und den Weg für den Baubeginn freizumachen. Wir dürfen dazu feststellen, dass das damalige Beginnen des Vorstandes eine ganze Portion Mut erforderte, zumal die Gefahr bestand, dass der Verein durch den Abstieg in die erste Kreisklasse unter Umständen weitere schwere Rückschläge erleiden würde. Erfreulicherweise war das Gegenteil der Fall. Ein großer Aufschwung setzte mit der Siegesserie der 1. Fußballmannschaft ein. So konnte dann in zügiger Arbeit das schmucke Heim erstellt und im Spätsommer 1953 in einer eindrucksvollen Feier seiner Bestimmung übergeben werden.

Umbau der Waldkampfbahn

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Turn- und Spielvereins 05 war der Umbau der Waldkampfbahn in 1960. Die Platzdecke war in solch einer schlechten Verfassung, dass der Spielbetrieb in den kommenden Wintermonaten nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte.

Der Vorstand stand vor der nicht beneidenswerten Aufgabe, erhebliche Mittel aufzubringen um die nötigen Arbeiten, die mit 40.000 DM veranschlagt waren, durchzuführen. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt Wuppertal und dem Land Nordrhein-Westfalen gelang es, einen großen Teil der notwendigen Gelder hereinzubekommen.

Die Arbeiten begannen am 3. Juli 1960. Große Räumer und Bagger begannen damit, die Platzdecke abzutragen. Das bisherige ungünstige Gefälle zur Waldseite hin musste begradigt werden. Nach dem neuen Plan hatte der Platz in der Mitte nun einen Sattel erhalten und fiel nach beiden Seiten gleichmäßig ab. An den Seiten wurden Betonrohre verlegt, die das abfließende Wasser aufnehmen und ableiten! Zur Bildung des Sattels wurden Unmengen von Trümmerschutt und Ziegelabfall benötigt.

Nach einer Woche sah der Platz wie ein Trümmerfeld aus und manch einer fragte sich verzweifelt, ob hier jemals wieder Fußball gespielt werden würde. Viele Probleme mussten noch gelöst werden, ehe es in der letzten Augustwoche soweit war, dass der Platz, nun mit einer roten Decke versehen, wieder bespielbar war. Damit war es aber noch nicht getan. Es fehlte noch die Innenumzäunung, sowie die Zuschauerterrassen.

In mühevoller Arbeit wurde hier in freiwilliger Selbsthilfe eine ideale Lösung geschaffen, so dass heute die Waldkampfbahn bis zu 4000 Zuschauern bequeme Sichtmöglichkeiten bietet.

Es verging kein Wochenende, an dem nicht auf dem Sportplatz gearbeitet wurde. Neben unserem unermüdlichen Platzwart Otto Grimberg sollte der selbstlose Einsatz der Mitglieder Hugo Engels, Hans Rottsieper, Albert Köhler und Hans Simmerkus gewürdigt werden, aber auch die Abteilungen, einschließlich der Tischtennis-Kameraden, beteiligten sich an diesen Arbeiten, so dass die Waldkampfbahn zu einer der schönsten und saubersten Sportstätten im Kreisgebiet wurde.

Die Kameraden ruhten nicht eher, bis auch das gesamte Gelände mit einem zwei Meter hohen Maschendraht eingefriedet war, sodass auch nach außen hin ein geschlossenes Bild erstand.

Zwischenzeitlich wurden noch zwei Parkplätze angelegt, eine Trainingsbeleuchtung installiert, das Kassenhaus sowie die Rückseite des Jugendheimes verputzt und vieles mehr wurde getan, um der Ronsdorfer Jugend diese schöne und große Sportstätte zur Verfügung zu stellen.

„Eigentum verpflichtet“ und so mussten bis zum heutigen Tag laufend Unterhaltungsarbeiten durchgeführt werden, die an die Idealisten des Vereins nach wie vor große Aufgaben stellen.

Die Gesamtentwicklung des Vereins Anfang der 60er-Jahre stellte die Verantwortlichen vor eine entscheidende Frage:
Stagnation – Aufnahmesperre für alle aktiven Altersgruppen
oder
Weiterentwicklung – Schaffung von Umkleide-, Dusch- und Versammlungsräumen?

5. November 1966 – Einweihung des neuen Jugendheimes

Der geschäftsführende Vorstand – Bausch, Betzhold, Simmerkus – wagte den Marsch nach vorne.

Verhandlungen mit Stadt und Land verliefen bei Ausweisung von Eigenkapital erfolgreich. Zur Information hier einige Zahlen:
Gesamt aufgewendeter Betrag DM 120.750,00
Eigenmittel des Vereins DM 15.000,00

Dieser Betrag wurde seit 1960 ratenweise angespart. Die restlichen Gelder wurden über eine Woge von Bürokratismus und Spenden Ronsdorfer Firmen beschafft. Weitere Hilfen bekam der Verein durch Sachleistungen der Firmen Henze, Herrmann, Störte & Mortsiefer, Kabelwerke Reinshagen GmbH, Tiefbau Halbach, sowie durch persönliche Spenden zur Inneneinrichtung von unseren Seniorenmitgliedern Paul Matthey und Fritz Gabel.

Die gesamten Anstreicher- und Elektroarbeiten wurden in Selbsthilfe durchgeführt.

Zur Einweihung konnten nur vierzig Leute geladen werden, da es an Tischen und Bestuhlung fehlte; außerdem war es kalt, denn an eine Heizung war ebenso wenig zu denken, wie an weitere hundert Kleinigkeiten.

Im Laufe der Jahre wurden diese Mängel – wieder unter Aufwendung erheblicher finanzieller Mittel – abgestellt. Nach dem Motto „Eigentum verpflichtet“ müssen auch heute, wie in Zukunft, laufend Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Der Jugend, die nach uns kommt, sollte diese Verpflichtung ins Stammbuch geschrieben werden.

Das gilt ebenso für die Erhaltung der Platzanlage, für die im Laufe der Zeit auch erhebliche Mittel beschafft und aufgewendet wurden, z.B.:

1969 Erneuerung der Platzdecke
1970 Vollausleuchtung des Spielfeldes
1971 Umrüstung der gesamten elektrischen Anlage
1972 Einrichtung einer Doppelsprunganlage
1973 Renovierungsarbeiten und Außenanstrich
1974 Einbau einer Öl-Zentralheizung
1976 Neuaufdeckung des Spielfeldes und neue Alu-Tore
1977 Aufbau einer Lagerhalle für Sportgeräte
1978 Außenanstrich mit Spezialfarbe
1979 Erneuerung aller Fenster und Türen gemäß Energiesparprogramm

Um die anhaltende Verteuerung von Energiekosten, Grundabgaben und des weiteren mehr abzufangen, bedarf es auch in Zukunft verantwortlicher Männer, um die Gefahr einer Überschuldung abzuwenden.

1980-2005


von links nach rechts:
stehend: W. Bender, E. Schnitzius, B. Schuhl, R. Lux,Ch. Berges, H.W. Küthe, 
J. Münster, M. März, H. Betzold
sitzend: A. Herbertz, F.W. Haack, H. Simmerkus, Gerd Elstermeier, H. Strutz

Konnte der damalige 1. Vorsitzende Hans Simmerkus in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des TSV Ronsdorf noch, was Mitarbeiter anbetraf, aus dem „Vollen“ schöpfen, so wurde dieser „Eckpfeiler“ eines jeden Vereins in den folgenden 25 Jahren sichtbar ausgedünnt.

Besonders die Fußball-Senioren-Abteilung, die in den 80er-Jahren mit ihrer 1. Mannschaft immerhin in der starken Bezirksliga Wuppertal-Niederberg-Essen spielte bekam Probleme – die bis zum heutigen 100-jährigen Jubiläum von immer wenigeren Sportkameraden gemeistert werden müssen.

Eine Wende schien sich anzubahnen, als im Jahre 1991 Hans Simmerkus – nach 17 Jahren als 1. Vorsitzender – seine Tätigkeit beendete und seinen Nachfolgern H.W. Casel und H.W. Westebbe einen intakten und schuldenfreien Verein übergab.

Hans Simmerkus, mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Goldenen Ehrennadel des DFB und dem Bundesverdienstkreuz am Bande, wurde am 28. April 1991 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der neue Vorstand mit Klaus Rutenkolk als Schatzmeister machte sich mit Eifer an die Modernisierung der vereinseigenen Sportanlage an der Parkstraße. Für die in Mode gekommenen Schiedsrichter-Gespanne wurde eine separate Umkleidekabine mit Nasszelle eingerichtet. Die kleine Heimküche wurde komplett renoviert und neu eingerichtet.
Danach richtete der Vorstand seine Aufmerksamkeit auf die Fußballabteilung. Namhafte Trainer und gezielte Verstärkungen der 1. Fußballmannschaft sollten den Weg in höhere Klassen ebnen.

1992 Die 3. Mannschaft spielte in der Kreisliga C, Gruppe 1, doch der angestrebte Aufstieg in die Kreisliga B wurde leider nicht geschafft. Mit fünf Punkten Rücktand auf einen Aufstiegsplatz scheiterte sie knapp. Trainer Michael Baader gab seine Funktion als Trainer Ende Dezember 1991 auf. Als Ersatz konnten die Spielertrainer Volker Tobis und Christoph Möller gewonnen werden.

Am Anfang der Meisterschaftssaison hatte die 2. Mannschaft große Probleme. Für Trainer Manfred Poschmann, der sich von der Mannschaft trennte, übernahm Manfred Salomon ab Oktober das Training und schaffte es, dass die Mannschaft die abstiegsgefährdeten Plätze verließ und einen gesicherten Mittelfeldplatz einnehmen konnte. Dabei wurde sie in den letzten Spielen von einigen Spielern der 1. Mannschaft verstärkt.

Das angestrebte Ziel der 1. Mannschaft, mal wieder in der Landesliga zu spielen, konnte nicht erreicht werden. Trotzdem galt dem Trainer Dieter Schröder der Dank für die gute und erfolgreiche Arbeit mit der Mannschaft und zum Erreichen des 2. Tabellenplatzes.

Für die Spielsaison 1992/93 wurden für die Teilnahme an Pflichtspielen nur noch zwei Mannschaften sowie zwei Altherren-Mannschaften gemeldet.

Nach Ablauf der ersten Serie nahm die 2. Mannschaft einen nicht erwarteten 4. Platz in der Kreisliga A ein. Man muss den Spielern mit ihrem Trainer Salomon eine hervorragende Trainingsbeteilung sowie eine vorbildliche Kameradschaft bescheinigen, sonst wäre das gute Abschneiden nicht möglich gewesen.

Die 1. Mannschaft wollte im zweiten Anlauf die Meisterschaft in der Bezirksliga, Gruppe 2, anstreben, konnte aber ihre selbstgesteckten Ziele nicht verwirklichen und stand nach der ersten Hälfte nur auf Rang 7 der Tabelle. Der Rückstand auf den Herbstmeister Monheim betrug sechs Punkte, doch Trainer Schröder und sein Co-Trainer Karl Thinius wollten versuchen, diesen Rückstand bis zum Ende der Saison wettzumachen.

1993 Die 1. Mannschaft, die in der Saison 1992/93 mit den Solinger und Remscheider Vereinen in einer Gruppe spielen musste, konnte das gesteckte Ziel, Aufstieg in die Landesliga, leider nicht erreichen. Durch Verletzungen einiger Stammspieler und etwas Pech in den entscheidenden Spielen belegte man zum Abschluss der Saison, den 5. Tabellenplatz.

Die 2. Mannschaft spielte in der Kreisliga A, einer starken Gruppe, eine hervorragende Rolle. Sie hatte überwiegend gegen „1. Mannschaften“ zu spielen und belegte den 3. Tabellenplatz hinter dem ASV Wuppertal und Aufsteiger SSV Sudberg. Basis für diesen Erfolg war, wie bereits erwähnt, die gute Kameradschaft und der Trainingsfleiß in der Truppe. Besonders hervorzuheben in diesem Zusammenhang ist der „Mann für alle Fälle“, Karl-Heinz Voigt, der es mehr als gut verstand, die Mannschaft in allen Belangen zu unterstützen.

In der Spielsaison 1993/94 bestand der Spielausschuss für den Bereich „Senioren-Fußball“, wie im Vorjahr, aus folgenden Mitgliedern:

Obmann: Bozo Bojic
Technischer Leiter: Klaus Schuhl
Begleiter 1. Mannschaft: Gerd Pohlmann
Begleiter 2. Mannschaft: Karl-Heinz Voigt

Ohne die Mitarbeit der vorstehenden Sportkameraden wäre es nicht möglich gewesen, einen intakten Spielbetrieb zu gewährleisten. Viele Dinge, von denen man kaum Notiz nimmt, fallen immer wieder an und müssen erledigt werden.

Für die neue Saison hatte sich der Verein viel vorgenommen. Mit fünf neuen Spielern, die gut einschlugen, wurde der Aufstieg in die Landesliga wieder angestrebt. Aus der eigenen A-Jugend konnten vier Spieler in den Kader integriert werden. Nach Abschluss der Hinserie lag die Mannschaft mit fünf Minuspunkten an erster Stelle.

Die 2. Mannschaft wurde seit Beginn der Spielzeit von dem neuen Trainer Rainer Kotysch betreut. Nachdem einige Spiele glücklos verloren wurden, ließ die Einsatzbereitschaft zu wünschen übrig. Hier blieb nur zu hoffen, dass die Mannschaft in der Rückrunde mit mehr Elan und dem nötigen Glück einen gesicherten Platz im Mittelfeld erreichen würde.

1994 Die 1. Mannschaft, die in dieser Meisterschaftsserie auch wieder mit den Remscheider und Solinger Vereinen in einer Gruppe spielen musste, konnte nach einer spannenden Saison den Aufstieg in die Landesliga perfekt machen. Ohne Niederlage, und mit nur drei Verlustpunkten in der Rückrunde, wurde die Mannschaft mit ihren Trainern Schröder und Thinius auf Grund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem SC Leichlingen Meister.

Die 2. Mannschaft spielte in der Kreisliga A eine gute Rolle. Insgesamt konnte die Mannschaftsleistung auf ein zufriedenstellendes Niveau stabilisiert werden, das für die Zukunft noch einige Erfolge erwarten ließ.

In der Spielsaison 1994/95 wurde der Spielausschuss der Fußball-Senioren durch Gerd Fuß, als Begleiter der 2. Mannschaft, aufgestockt.

Die 1. Mannschaft erreichte unter ihrem Trainer Dieter Schröder als Titelverteidiger bei der Stadtmeisterschaft im Hallenfußball einen erfreulichen dritten Platz, wobei der mögliche Einzug ins Finale durch eine kurzfristige Umgestaltung des Spielplanes verhindert wurde.

Nach Abschluss der Hinserie stand die Mannschaft mit einem fast ausgeglichenen Punktekonto auf einem Platz im unteren Mittelfeld, der erkennen ließ, dass sie die Klasse halten könnte, wenn nicht unvorhersehbare und unbeeinflussbare Ereignisse dem entgegen stünden. In der zweiten Hälfte der Meisterschaft sollte es deshalb auch schon darum gehen, mit Blick auf die kommende Saison, eine schlagkräftige Truppe zu formen.

Die 2. Mannschaft wurde nun von Clark Schworm trainiert. Das Team startete stark, musste dann aber einige Rückschläge hinnehmen, so dass der absolute Spitzenplatz zunächst nicht mehr greifbar war. Das änderte jedoch nichts an den Erfolgen, wie der Tabellenplatz im oberen Drittel deutlich zeigte. Der Weg, mit einem jungen Team, das durch erfahrene Spieler verstärkt wurde, an die Aufgaben heranzugehen, hatte sich als richtig erwiesen.

1995 Die 1. Mannschaft begann die Rückserie der laufenden Meisterschaft im unteren Tabellendrittel, ohne jedoch auf einem Abstiegsplatz gestanden zu haben. Der Verlauf der Rückrunde ließ es jedoch als zweckmäßig erscheinen, einen Trainerwechsel zu vollziehen, um mit einem Motivationsschub den Klassenerhalt so früh wie möglich sicherzustellen. Die Art und Weise, wie die Trennung von Dieter Schröder im beiderseitigen Einvernehmen vollzogen worden ist, wurde in Fachkreisen und der Sportpresse als beispielhaft hervorgehoben. Die Folge davon war, dass der Sportkamerad Schröder noch heute beste Kontakte zum Verein und zur Mannschaft hat.

Im Frühjahr konnte Peter Großmann für eine Trainertätigkeit im TSV gewonnen werden. Mit Hilfe seiner Vermittlung gelang es, Andreas Fehse als Interimstrainer für den Abstiegskampf zu verpflichten. Das Ziel, den Klassenerhalt nicht erst in letzter Minute zu sichern, konnte in kurzer Zeit durch ansprechende Spiele und Punkterfolge realisiert werden. Am Ende der Saison kam es dann aber aus verschiedenen Gründen zu einem personellen Umbruch.

Am 1. Juli trat Peter Großmann sein Amt in Ronsdorf an. Bedingt durch die Integration neuer Spieler und durch Verletzungen verlief der Start nicht nach Maß. Schon bald wurde aber die Handschrift des neuen Trainers sichtbar, die sich dann auch nach wenigen Wochen durch Erfolge deutlich machte. Der insgesamt 19 Spieler umfassende Kader wurde zu einer Mannschaft geformt und musste in den letzten elf Spielen keine Niederlage mehr hinnehmen. Unterstützt wurde der Trainer bei seiner intensiven Arbeit durch Co-Trainer Karl Thinius.

Die 2. Mannschaft wurde weiterhin von Trainer Clark Schworm betreut, der von Gerhard Fuß unterstützt wurde. In der abgelaufenen Meisterschaftsrunde 94/95 belegte die Mannschaft den 7. Tabellenplatz und für die neue Spielzeit 95/96 wurden weitere junge Spieler in den nun 17 Spieler umfassenden Kader eingebaut. Nach einem etwas verunglückten Start in der Meisterschaftsserie, der auch durch Verletzungen von fest eingeplanten Spielern geprägt war, hatte sich das Team in der Zwischenzeit auf den 11. Platz vorgearbeitet, das Ziel, einen Platz im sicheren Mittelfeld zu erreichen, schien durchaus realistisch.

1996 Die 1. Mannschaft startete in das neue Jahr mit berechtigten Aufstiegsambitionen. Wegen der anhaltend schlechten Witterungsverhältnisse waren die Trainingsmöglichkeiten zu Beginn des neuen Jahres jedoch teilweise erheblich eingeschränkt. Als Folge davon wurden im Februar und Anfang März Punkte abgegeben, die letztlich dazu führten, dass die Mannschaft zum Abschluss der Meisterschaft mit 14 Punkten hinter dem Aufsteiger Tabellenvierter wurde.

Die Vorbereitungen für die neue Saison wurden durch Rolf Blankertz gestaltet, der sich noch stärker als bisher in das Management für die 1. Mannschaft einbrachte. Sehr schnell konnte Einigkeit darüber erzielt werden, dass Peter Großmann weiter als Trainer arbeitete und wie schon in der Vergangenheit dabei von seinem Co-Trainer Thinius unterstützt wurde. Mit fünf neuen Spielern konnte das Team erheblich verbessert werden, sodass nach der Hinserie der Saison 96/97 die sogenannte „Herbstmeisterschaft“ mit drei Punkten Vorsprung vor den Verfolgern errungen werden konnte.

Stellvertretend für die vielen Mitarbeiter im Umfeld der 1. Mannschaft und im gesamten Seniorenbereich sind hier Karl-Heinz Voigt und Klaus Schuhl zu nennen. Ohne derartige Mitarbeiter in einem Verein wäre eine erfolgreiche Arbeit wie im laufenden Geschäftsjahr nicht möglich.

Die 2. Mannschaft konnte zwar einen im Grunde genommen zufriedenstellenden 7. Platz zum Abschluss der Meisterschaft erringen, war aber dennoch nicht frei von Problemen. Die Integration elf neuer Spieler verlief nicht reibungslos und war auch mit der Feststellung verbunden, dass Nachwuchsspieler aus dem Verein, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht in ausreichendem Maße an den Seniorenbereich herangeführt werden konnten. Deshalb wurde die Trennung von Clark Schworm schon frühzeitig vereinbart und in gutem Einvernehmen vollzogen.

Als Nachfolger konnte Fredo Urban gewonnen werden, der sein Amt mit Beginn der neuen Spielzeit antrat und die Mannschaft, die mit einigen Leistungsträgern der 1. Mannschaft verstärkt werden konnte, schnell an die Tabellenspitze führte. Vor der Winterpause stand das Team auf dem 2. Tabellenplatz mit drei Punkten Abstand zum Spitzenreiter, hatte aber noch zwei Nachholspiele zu absolvieren. Als Betreuer fungierte Mathias Barta, der zuvor einige Jahre im Jugendbereich aktiv mitgearbeitet hatte.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Senioren eine gute Bilanz vorweisen konnten und der Verein auf dem richtigen Weg für die Zukunft war.

1997 Zu Beginn des Jahres errang die 1. Mannschaft souverän die Stadtmeisterschaft im Hallenfußball. Kurze Zeit später wurde wieder die Arbeit auf dem Platz aufgenommen, um als Tabellenführer die Chance des Aufstiegs in die Verbandsliga zu nutzen.

In den ersten Meisterschaftsspielen konnte die Mannschaft zwar punkten, vermochte jedoch nicht nachhaltig zu überzeugen. Deshalb wurde die Zusammenarbeit mit Peter Großmann aufgekündigt und Wolfgang Bergemann übernahm die Verantwortung. Er führte das Team in einem spannenden Aufstiegskampf in die Verbandsliga.

Im Rahmen der Vorbereitungen für die neue Saison konnte die Mannschaft auf einigen Positionen verstärkt werden. Nach einem verunglückten Start in die Meisterschaftsserie fing sich die Mannschaft und setzte immer deutlicher die Konzeption von Trainer Bergemann um, die dazu führte, dass in der Waldkampfbahn und auch auswärts ansehnlicher und zugleich effektiver Fußball gespielt wurde. Zum Ende des Jahres hatte man sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt.

Die 2. Mannschaft stand zu Beginn des neuen Jahres auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit einer enormen Leistungssteigerung, mit einer gesunden Mischung aus Nachwuchskräften aus dem eigenen Bereich und erfahrenen Spielern, die seit Jahren für den TSV spielten, konnte der Aufstieg in die Bezirksliga eingefahren werden. Unabhängig von dieser erfreulichen Entwicklung blieb jedoch das immer wieder auftretende Problem, dass im Verein über Jahre angehörende Spieler aus dem Juniorenbereich nicht integriert werden konnten, ungelöst.

In den Meisterschaftsspielen der neuen Bezirksliga-Saison tat sich die 2. Mannschaft zunächst schwer. Spielerische Potenziale konnten leider nicht immer genutzt werden, so dass man sich schnell im unteren Tabellendrittel etablierte. Eine große Rolle dabei spielte auch Verletzungspech und fehlendes Glück. Es war ohne Zweifel dem Vermögen des Trainers zuzuschreiben, dass das Team weiter an sich glaubte und den Kampf mit dem Abstieg aufnahm und positiv beenden wollte.

Das Geschäftsjahr 1997 war das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte der Fußball-Abteilung und allen Helfern im Hintergrund sei an dieser Stelle für ihre wertvolle Mitarbeit gedankt.

1998 Die Verantwortung für die zwei gemeldeten Mannschaften der Fußball-Senioren hatten nachfolgend aufgeführte Personen:

Manager: Rolf Blankertz
Geschäftsführer: Klaus Schuhl
Platzkassierer: Bernd Schmidt, Wolfgang Zetzsche
Betreuer und Zeugwart: Karl-Heinz Voigt

Unter der Trainerleitung von Wolfgang Bergemann und Co-Trainer Manfred Koch belegte die 1. Mannschaft im ersten Jahr der Verbandsliga-Zugehörigkeit einen ausgezeichneten vierten Tabellenplatz. Die Mannschaft zeigte erstaunliche Stärken und verwies manchen Favoriten auf die Plätze.

Die 2. Mannschaft unter der Leitung von Fredo Urban konnte leider nicht die Erwartungen in der Bezirksliga erfüllen und musste sich mit dem Abstieg in die Kreisliga A abfinden.

In der Saison 1998/99 zeigte sich zum Jahresende folgendes Bild:
Die 1. Mannschaft, nun unter der Leitung von Trainer Rudi Müller und Co-Trainer Manfred Böttcher, lag zum Jahreswechsel wieder auf dem vierten Tabellenplatz. Durch Verletzungspech und unglückliche Punktverluste wurden höhere Tabellenplätze verhindert, obwohl die Mannschaft über wesentlich mehr Potenzial verfügte. Die Verantwortlichen und der Trainerstab setzten auf eine erfolgreiche Rückrunde und hofften, in der Tabelle einige Plätze gutzumachen. Hervorzuheben ist noch der Gewinn des „WZ-Pokals“ und der Gewinn des „Südhöhen-Turniers“ zum fünften Mal.

Die 2. Mannschaft lag derzeit auf einem guten Mittelplatz. Bestückt mit ehemaligen Jugendspielern musste das Team sich noch festigen und war durchaus in der Lage, einige Tabellenplätze in der Rückrunde gutzumachen.

1999 Die 1. Mannschaft spielte seit nunmehr drei Jahren in der Verbandsliga Niederrhein. Nach Abschluss der Saison 1998/99 belegte die Mannschaft den dritten Tabellenplatz. Das gestellte Ziel „Aufstieg“ wurde nicht erreicht. Als Rolf Blankertz als Sponsor und Manager zurücktrat, musste aus finanziellen und sportlichen Gründen eine Trennung von Trainer Rudi Müller erfolgen. Fast die komplette Mannschaft meldete sich ab. Bis auf Deus, Wendholt, Ritter und Rückkehrer Döhring war eine Mannschaft nicht mehr greifbar.

Schatzmeister Klaus Rutenkolk holte Wolfgang Bergemann als Trainer in die Waldkampfbahn zurück. Dem gelang es, eine junge, ehrgeizige Truppe innerhalb kurzer Zeit auf die Beine zu stellen. Die Mannschaft lag nach 17 von 30 Spielen (29 Punkte) auf dem vierten Tabellenplatz mit einem Punkt mehr als das „Starensemble“ des Vorjahres. Das ursprünglich gesetzte Ziel „Nichtabstieg“ war damit erreicht und Dank der ausgezeichneten Kameradschaft im Team kam Lutz Krumrath von Ratingen zurück.

Die 2. Mannschaft mit ihrem Trainer Fredo Urban und Co-Trainer Fritz Menzel erreichte zum Abschluss der Saison den neunten Tabellenplatz mit 34 Punkten.

Auch hier erfolgte ein starker personeller Wechsel. Neuer Trainer in Ronsdorf wurde der altbekannte Clark Schworm, dem es gelang, wiederum eine neue Truppe zusammenzuschmieden. Eine gesunde Mischung aus Alt und Jung bildete das Gerippe der Mannschaft, die mit 17 Punkten auf Platz 12 der Tabelle lag.

2000 Als bisher einziges Team in Wuppertal hatte unsere 1. Mannschaft das „Double“ geschafft! Trainer Wolfgang Bergemann holte mit seinem völlig neu formierten Team im Januar die Fußball-Hallenmeisterschaft nach Ronsdorf und nach guten Leistungen belegte man den 7. Platz in der Meisterschaftsserie. Gekrönt wurde der Abschluss der Saison durch den Gewinn des WZ-Pokals.

Unsere 2. Mannschaft belegte nach der Hinrunde der Kreisliga A einen enttäuschenden 15. Platz und lag mit sechs Punkten hinter dem 14. Platz, der für einen Klassenerhalt gereicht hätte. Durch vier Verstärkungen in der Winterpause hoffte Trainer Clark Schworm, die Mannschaft im erforderlichen Umfang verstärken und den Klassenerhalt mit einem Kader von 19 Spielern schaffen zu können.

2001 Die sportliche Leistung der 1. Mannschaft war von den finanziellen Gegebenheiten geprägt. Mehrere Leistungsträger hatten den Verein noch vor Beginn der Rückrunde verlassen, weil sie sich mit den veränderten Verhältnissen auf diesem Sektor nicht einverstanden erklären konnten. Dennoch schien der Tabellenplatz zu Beginn des Jahres so sicher zu sein, dass trotz der damit verbundenen Leistungsverluste kein Grund bestand, den Klassenerhalt anzuzweifeln. Diese Einschätzung änderte sich erst, als von den restlichen Spielen keins mehr gewonnen werden konnte, sodass man am Ende der Meisterschaftsserie auf einem Tabellenplatz stand, der zum Abstieg oder Klassenerhalt führte. Erst durch versagte Lizenzen für die Regionalliga mit der Konsequenz, dass aus der Verbandsliga zwei Vereine aufsteigen konnten, war es möglich, dass der TSV auch in der Spielzeit 2001/02 in der Verbandsliga verbleiben konnte.

Anfang Februar kündigte der amtierende Trainer an, dass er den Verein verlassen wolle. Nach Ablauf einer weiteren Bedenkzeit wurde im März ein neuer Trainer für die neue Saison verpflichtet. Der Aufbau einer neuen Mannschaft gestaltete sich insofern schwierig, als mit Ausnahme des Torwarts aus der 1. Mannschaft 21 neue Spieler verpflichtet werden mussten, weil vom Abstiegskader kein Spieler beim Verein geblieben war. Auf Grund der finanziellen Möglichkeiten konnte nur ein Kader zusammengestellt werden, für den der Klassenerhalt oberstes Ziel war. Höhere Ansprüche entbehrten jeglicher Realität.

In den 17 Spielen des Jahres 2001 der Meisterschaftsserie 2001/02 konnte die Mannschaft lediglich fünf Punkte holen. Im Laufe dieser Zeit hatte sich der Verein schon wieder von drei Spielern trennen müssen. Alle Aktionen und Bemühungen konnten es aber nicht verhindern, dass die Mannschaft nur noch durch ein Wunder vor dem Abstieg zu retten war. Da nach einigen erfolgsversprechenden Spielen zum Ende des Jahres trotzdem keine wesentliche Verbesserung der Situation festgestellt werden konnte, war der Trainer nach einer auch wenig zufriedenstellenden Hallensaison beurlaubt worden.

Die 2. Mannschaft stand zu Beginn des Jahres auf einem Tabellenplatz, der der Sorge um den Abstieg Berechtigung gab. Verstärkungen brachten den gewünschten Erfolg nicht mit sich, so dass man sich nicht rechtzeitig von den Abstiegsplätzen absetzen konnte. Die endgültige Entscheidung fiel dennoch erst in den letzten drei Spielen, von denen keins mehr gewonnen werden konnte. Damit war der Abstieg in die Kreisliga B besiegelt. In der Woche nach dem Ende der Meisterschaft hatten sich Verein und Trainer im beiderseitigen Einvernehmen getrennt und viele Spieler aus dem Kader kehrten dem TSV den Rücken.
Der Neuaufbau dieser Mannschaft war nur möglich, weil sich einige Spieler zur Verfügung stellten, die ihre Laufbahn eigentlich beendet hatten. Ihr Einsatz war beispielhaft. Die Mannschaft präsentierte sich mit einem neuen Trainer recht gut und setzte sich an der Tabellenspitze fest. Sie verfolgte das Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs konsequent.

2002 Der Abstieg unserer 1. Mannschaft aus der Verbandsliga hatte sich schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2001 unabdingbar abgezeichnet. Daran konnte auch der Wechsel des Trainers Achim Nohlen zu Zdenko Kosanovic nichts mehr ändern. Deshalb handelte „Kosa“ auch richtig, als er sofort mit dem Neuaufbau einer schlagkräftigen Mannschaft für die Landesliga begann. Vor allem aber wurde deutlich, dass es ihm schnell gelang, wieder den Mannschaftsgeist zu wecken, der letztlich dazu führte, dass die Saison mit Anstand und dem einen oder anderen Achtungserfolg zu Ende gespielt wurde. Das alles aber konnte eben den Abstieg mit einem mehr als mageren Punktekonto nicht verhindern.

Positiv aus dieser Zeit ist festzuhalten, dass sich eine Mannschaft mit Charakter gebildet hatte. Von unbedeutenden Ausnahmen abgesehen, hatten alle Spieler frühzeitig erklärt, auch unter deutlich reduzierten Konditionen beim TSV bleiben zu wollen und beim Aufbau einer Landesliga-Mannschaft mitzuwirken. Bedingung war für die Mehrzahl der Spieler allerdings, dass Zdenko Kosanovic als Trainer gehalten werden sollte. Nachdem der Kader für die Saison 2002/03 zusammengestellt war, legte Abteilungsleiter Reinhold Schmitz seine Funktion nieder. Innerhalb kürzester Zeit konnten aber Rainer Pelzer und Jochen Strutz für die Leitung der Fußball-Senioren gewonnen werden. Sie übernahmen ihre Aufgaben noch vor Beginn der Meisterschaftsserie, die mit einem in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Erfolgsstart begonnen wurde. Nach einer kurzen Serie ohne Siege hatte sich die Mannschaft zum Jahresende wieder gefangen und einen Tabellenplatz und ein Punktekonto erreicht, dass zuversichtlich in die Rückrunde blicken ließ.
Der zweite Platz beim „Südhöhenturnier“ in der Alfred-Henckels-Halle und der erste Platz beim Vorbereitungsturnier zur Rückrunde in der „Sudberg-Arena“ unterstrichen dieses. Bedauerlich war jedoch das sang- und klanglose Ausscheiden in der Vorrunde des Hallenturniers um die Wuppertaler Stadtmeisterschaft.

Der Neuaufbau der 2. Mannschaft war nur, wie schon erwähnt, möglich, weil auch immer wieder Spieler aus der 1. Mannschaft abgestellt wurden. Unter diesen Voraussetzungen zu arbeiten, war für Trainer Andreas Sidon sicherlich nicht immer einfach. Dennoch stand die Mannschaft zu Jahresbeginn auf einem Tabellenplatz, der zum direkten Wiederaufstieg in die Kreisliga A Hoffnung machte. In den entscheidenden Spielen der Meisterschaft kam es aber dann zu nur schwer erklärbaren Niederlagen, die am Ende dazu führten, dass der TSV ein weiteres Jahr in der Kreisliga B spielen musste.

2003 Der Abstieg der 1. Mannschaft aus der Landesliga hatte sich schon in der ersten Hälfte des Jahres unabdingbar abgezeichnet. Daran konnte auch der Wechsel der Trainer Rudi Müller für Zdenko Kosanovic nichts mehr ändern. Die Qualifikation zum Verbleiben in der Landesliga wurde nicht geschafft. Ein Neuaufbau war angesagt. Einige Spieler mussten gehen, um eine schlagkräftige bezirksligataugliche Mannschaft unter Rudi Müller aufzubauen. Es wurde in der Vorbereitung deutlich, dass es ihm schnell gelang, wieder Mannschaftsgeist und Siegeswillen herzustellen. Positiv bleibt festzuhalten, dass es für die Mannschaft nur ein Ziel geben konnte: Spätestens zum 100jährigen Jubiläum des Verein unter dem Trainer Rudi Müller wieder in der Landesliga zu spielen.

Die Saison in der Bezirksliga begann vielversprechend. Nach einigen Schwierigkeiten bei Auswärtsspielen auf dem sogenannten „roten Rasen“ hatte sich die Mannschaft gefestigt und führte zur „Halbzeit“ die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an.

Auch in der Halle wurde erfolgreich gespielt. Beim „Südhöhen-Turnier“ wurde man Erster, in der Uni-Halle schied man bei der „Inoffiziellen Stadtmeisterschaft“ im Viertelfinale nach Neunmeterschießen aus und beim „3. Sportdirekt-Cup“ in der Bayersporthalle „Rutenbeck“ belegte man den zweiten Platz.

Das Ziel der 2. Mannschaft wurde zu Beginn der Saison von Trainer Klaus Ort und seinem Co-Trainer Frank Hilbig festgelegt: Aufstieg in die Kreisliga A!

In jenem Jahr verpasste die Mannschaft, die sowohl im Training als auch bei den Spielen einen sehr kleinen Kader aufwies, nur knapp den Aufstieg. Ein Dank geht an die Spieler, die sich immer wieder zur Verfügung gestellt und ausgeholfen haben, obwohl sie ihre Schuhe schon an den berühmten Nagel gehängt hatten. Ein Neuaufbau war angesagt. Es wurden sehr viele ehemalige Ronsdorfer Spieler zurückgeholt und mit der Integration von jungen Spielern, die den Sprung aus der Jugendabteilung nicht direkt in die „Erste“ schafften, aber weiterhin für den TSV spielen sollten, wurde unter der Leitung der beiden Trainer eine Mannschaft gebildet, die nicht nur quantitativ sondern qualitativ besser sein sollte.

Trainer Klaus Ort und Co-Trainer Frank Hilbig setzten alles daran, dass Ziel, wieder in der Kreisliga A zu spielen, zu erreichen. Dass sie auf dem richtigen Weg waren, zeigte der zweite Tabellenplatz in der Hinrunde.

2004 Die Vorgabe der Verantwortlichen zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins wieder in der Landesliga zu spielen, konnte verwirklicht werden. Das Festhalten an Trainer Rudi Müller, den Leistungsträgern aus der Vorsaison und verstärkt mit vom Trainer ausgesuchten, charakterlichen und spielerisch guten Neuzugängen, erwies sich im Nachhinein als richtig.

Geschafft! Der TSV ist wieder in der Landesliga!

Die Schwierigkeiten bei Auswärtsspielen auf den so ungeliebten Ascheplätzen wurden sensationell gelöst. Nicht zuletzt zeigte die Abschlusstabelle, wie haushoch die Mannschaft mit 22 Punkten Vorsprung den Ligakonkurrenten überlegen war. Jetzt hieß es, so schnell wie möglich eine landesligataugliche Mannschaft aufzustellen. Leider war es dem TSV nicht möglich, den erfolgreichen Trainer zu behalten.

Man suchte jetzt einen Trainer, der das gut aufgebaute Team, gepaart mit einigen Neuzugängen, als schlagkräftige Mannschaft auf die Landesliga einstellen konnte. Mit Milan Nikolic, selbst höherspielend und landesligaerfahren, hatte sich der Verein geeinigt. Leider konnte der Trainer nicht gehalten werden, da er aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr die Zeit aufbringen konnte, die für das Traineramt erforderlich gewesen wäre.

In der laufenden Saison einen geeigneten Trainer zu finden ist bekanntlich nicht sehr einfach. Mit dem Trainergespann aus den eigenen Reihen, mit Minas Hantzidis und Sadik Kurt, wurde ein Team gefunden, das es bestens verstand, mit der Mannschaft zu arbeiten.

Der Aufstieg der Zweiten in die Kreisliga A musste auf das nächste Jahr verschoben werden. Wieder war es ein Kraftakt eine neue Mannschaft aufzustellen, da sehr viele Spieler den Verein verließen. Bis kurz vor Beginn der Saison 2004/05 war es nicht klar, ob überhaupt eine 2. Mannschaft ins Rennen geschickt werden konnte. Unter der Leitung von Helmar Leikauf und Uli Ebeling konnten einige ehemalige Ronsdorfer Spieler zurückgeholt werden.

Mit nur 14 Spielern und der Abstellung von Spielern aus der „Ersten“, war es möglich, die Mannschaft Sonntag für Sonntag zu den Spielen zu schicken. Erfreulich bleibt festzustellen, dass der Jahr für Jahr geforderte Aufstieg in die Kreisliga A, eigentlich greifbar nahe ist, wie der zweite Tabellenplatz in der Hinrunde zeigt. Nun gilt es abzuwarten, ob alle Spieler die Rückrunde verletzungsfrei und erfolgreich überstehen.

Aufgrund des Konzeptes, Spieler aus der eigenen Jugend zu halten, wäre es den Verantwortlichen mit der Mannschaft zu gönnen, den Lohn der nicht immer leichten Arbeit zu ernten und wieder in der Kreisliga A zu spielen.

2005 Um den Verein nach nun 100 Jahren nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen, stellten sich mit Detlef Maass (1. Vorsitzender), Stefan Kirsch (2. Vorsitzender), Hans-Peter Thiel (Geschäftsführer), Thomas Schmidt (Schatzmeister) und Reinhold Schaltz (Jugendleiter) junge Leute zur Wahl, die dann auch auf der Jahreshauptversammlung 2005 einstimmig in ihren verantwortlichen Positionen bestätigt wurden.


von links nach rechts:
Stefan Kellermann (Badminton), Thomas Schmidt (Schatzmeister), Detlef Maass (1. Vorsitzender),
Reinhold Schaltz (Jugendleiter), Hans Adolf Deutscher (Radtouristik), Hans-Peter Thiel (Geschäftsführer),
Rainer Pelzer (Fußball-Senioren).
es fehlen: Stefan Kirsch (2. Vorsitzender), Jochen Strutz (Fußball-Senioren), 
Willi Reimer und Udo Heinicke (Altherren), sowie Rolf Blankertz (Manager).

Wir wünschen dem neuen Vorstand vor allem viel Glück, dass sie das Schiff „TSV 05 Ronsdorf“ auf dem rechten Kurs halten und die zu erwarteten Stürme einer ungewissen Zukunft meistern werden!

Ein herzliches „Glück auf“ und Gottes Segen.

Einhundert Jahre TSV 05 Ronsdorf, einhundert Jahre Geschichte mit allen Höhen und Tiefen, die ein Verein durchleben muss… Eine der größten Errungenschaften war die Neugestaltung der kompletten Platzanlage und die Verlegung des Kunstrasens auf dem Spielfeld, der insbesondere den vielen Jugend- und Bambini-Mannschaften zu gute kommt.

Die Jugendmannschaften –
das Kapital eines jeden Sportvereins

Einhundert Jahre besteht die Jugendabteilung noch lange nicht, doch seit vielen Jahren gehört sie zur festen Größe des Vereins.
Viele Kinder, die zu uns gekommen sind, um das Fußballspielen zu erlernen, sind danach auf ihrem sportlichen Weg sehr erfolgreich gewesen, oder sind es heute immer noch.
Sie erzielten mit ihren Mannschaften viele Meisterschaften und Kreispokal-Siege, spielten in der „Bestengruppe“ und in der Niederrheinliga.

Heute gehört die Fußballjugendabteilung mit 270 Mitgliedern zu der größten Abteilung des TSV Ronsdorf.

Da in diesem Jahr, bedingt durch das Ausscheiden langjähriger Vorstandsmitglieder ein neuer Vorstand gewählt werden musste, geht unser Dank an alle, die in ihre Aufgabe viel Zeit und Arbeit investiert haben.

Ein „Dankeschön“ geht auch an unsere Sponsoren, die unsere Jugendlichen immer gut ausgestattet auflaufen lassen und uns finanziell unterstützen, denn ohne diese Leute wäre wohl eine gute Jugendarbeit nicht möglich.

Als ein Verein mit der größten Jugendabteilung in Wuppertal, konnten wir für die Saison 2004/05 – 15 Jugendmannschaften melden: 
G2, G1, F3, F2, F1, E3, E2, E1, D3, D2, D1, C2, C1, B und A.


G2 von links nach rechts:
Maurice Sclafin, Jan Pustlauk, Jan Engels, Alexandra Luhn, Sven Gatzenmeier, 
Julian Schürdt, Mike Osenberg, Sebastian Schultze (Trainer)


G1 von links nach rechts:
stehend:
Michael Schmidt (Trainer), Moritz Ebeling, Ruben Petig, Carl Philipp Gebbert, 
Lennart Werner, Gian-Luca Hahn, Fabian Schmidt, Johannes Dietsch (Trainer),
Ulli Ebeling (Trainer)
knieend:
Jonas Bock, Nils Schöler, Adrian Giller, Alina Lawetzki, Gianluca Salzberg, 
Richard Dietsch
es fehlt: Niels Wiemer


F3 von links nach rechts:
stehend:
Thomas Dettmar (Trainer), Phil Morkramer, Christoph Brockmann, Leon Brieda, 
Christian Zahn, Ralf Brieda (Co-Trainer)
knieend:
Tim Wagner, Justin Hahne, Julian Bente, Jannic Dettmar
es fehlt: Frederic Poet


F2 von links nach rechts:
Andreas Fromm (Trainer), Linus Sacher, Philipp Witte, Thomas Reinecke, 
Julian Kuhnke, Theo Auhagen, Noah Kredt, Maurice Lawetzki, Jan Orbach, 
Cederic Globisch, Lukas Hannig, Karsten Blomberg (Co-Trainer)


F1 von links nach rechts:
hinten:
Michael Färber (Betreuer), Ralf Miltenberger (Co-Trainer), Torsten Förster (Trainer)
Mitte:
Kevin Reinecke, Sam Ibrahim, Tim Stanke, Rout Riek, Sven Schmidt, 
Jan Rapsch, 
Nils Miltenberger
knieend:
Robin Gennat, Alexander Steffens, Phillip Bussmann, Frederic Färber, 
Fabian Bonsels, Tim Lehmann, Amel Babic


E3 von links nach rechts:
stehend:
Ralf Kötting (Trainer), Robin Vogler, Dennis Römer, Philipp Thimm, Tom Schulte, 
Dominik Hofmann, Raphael Mangold, Thorsten Schleger 
knieend: Fabian Krommes, Corin Kluczynski, Mike Werner, Alex Schleger,
liegend: Tim Scheller


E2 von links nach rechts:
stehend:
Rainer Schmitz (Trainer), Thomas Köster (Co-Trainer), Lukas Bartsch, 
Patrick Hagen, Yannic Schorn, Max Jaspers, Maximilian Butzbach, 
Leroy Leinweber
knieend:
Philip Walz, Sven Vierhaus, Pascal Dzierzwisky, Christian Feller
liegend:
Dominik Köster 
es fehlen: Vincent Schönwald, Lukas Neumann, Julian Berges


E1 von links nach rechts:
stehend:
Moritz Müller, Kevin Gentz, Frank Hilbig (Trainer), Sarah Maass, 
Klaus Naumes (Betreuer), Phillip Zivic, Timo Deimel, Stefan Langels (Trainer), 
Tobias Steffens
knieend:
Velat Gezginci, Nico Langels, Oliver Czempiel, Azad Gezginci, Marvin Hilbig, 
Alexander Kantor, Manuel Rehermann, Alessandro Naumes 
liegend:
Lukas Orbach, Bastian Kuhnke


D3 von links nach rechts:
oben: 
Florian Pustlauk, Thomas Übergönner, Christopher Kehlenbach, Jan Lade, 
Dennis Hesse, Marvin Lawetzki, Julian Fromm, Nick Sycha
unten:
Fabian Schrankel, Sandro Schisser, Jannick Daukant, Rolf Langels (Trainer)
liegend:
Benjamin Lebeck


D2 von links nach rechts:
oben:
Julian Benkert, Christopher Kötting, Jonas Janssen, Daniel Arciszewski,  
Robin Kern, Christian Wolf
Mitte: 
Daniel Dittrich (Co-Trainer), Nazmi Cigdem, Kevin Rottsieper, Marc Tillmann, 
Marvin Meister, Robin Schleupen, Michael Kaplyta, Raphael Osse, Sven Pötter, 
Uli Wolf (Betreuer), Rainer Fischer (Trainer)
unten:
Jens Laurenz, Manuel Fischer, Maxwell Baldauf, Leon Kredt, Daniel Schulz, 
Dustin Benn


D1 von links nach rechts:
hinten: 
Andreas Butzbach (Trainer), Amadeus Schröter, Chris Fieseler, Marco Jaspers,
Benjamin Butzbach, Nils Dürdodt, Tim Dürdodt, Carsten Roth,
Dirk Klabes (Trainer), Wolfgang Tillmann (Trainer)
unten: 
Tim Klabes, Philip Kollmann, Kevin Kopischke, Patrick Mühling, David Trovo,
Lutz Radojewski, Kiriakos Antoniadis, Maximilian Dünschede, Felix Müller
es fehlen:
Lars Heuwold, Lukas Hamann,


C2 von links nach rechts:
hinten:
Andreas Danielski (Co-Trainer), Felix Heyder, Steven Jezusek, Martin Haase, 
Frank Kolander, Florian Maass, Anil Sereflioglu, Matthias Baum, 
Sebastian Neugebauer, Guido Herkenrath (Trainer)
Mitte:
Nikolai Kazda, Siyar Karaman, Marvin Mühlhause, Marc Danielski, Manuel Gödde, 
Marcel Weiß, Robin Weiß, Thomas Kohrsmeier, Kevin Humpert
vorne:
Justin Herkenrath, Mike Krämer
es fehlen: Maik Wedekind, Domique Volmer, Rico Kukec


C1 von links nach rechts:
stehend:
Florian Engels (Betreuer), Stefan Sarfeld, Oliver Ballein, Kevin Oehl, T
Tim Schmerenbeck, Dennis Rump, Björn Beckmann, Christoph Peters (Betreuer),
Andreas Sidon (Trainer)
knieend:
Costa Konstantinidis, Lukas Reinartz, Marvin Weber, Daniel Schäfer, 
Dennis Rottsieper, Valed Fersi, Jan Hamann
es fehlen: Maurice Bernard, Dustin Sappelt


B1 von links nach rechts:
stehend:
Wolfgang Dzierzbisky (Trainer), Frank Haffke (Betreuer),
Daniel Dos Santos, Jens Perne, Mark Paulus, Benjamin Düster, Taifun Murat, 
Eyain Eshetu, Julian Richter, Clemens Weide, Andreas Renchen,
Sebastian Dose, Reinhold Schaltz (Trainer)
knieend:
Schahed Nameni, Mirkan Demirkaya, Metin Eryasar, Philipp Gremm, 
Michael Odenthal, Michael Schönrock, Marc Schiricke, Tobias Eck


A1 von links nach rechts:
oben: 
Daniel Meike, Daniel Heder, Dominik Berghaus, Fabian Götz,Alexander Buder, 
Tim Schättler, Tobias Menke, Danny Lensing, Benjamin Cansiz, Attila Horvad
unten:
Sascha Grupps, Jaco Tsiotsios, Ulf Schuchardt, Serder Öztemir, Stefan Lamster, 
Michael Aniol, Gökhan Akgül, Ayhan Kilic, Marcus Klewer

Wie sich an der Vielzahl der Mannschaften im „jungen Bereich“ unschwer erkennen lässt, hat sich der Vorstand zum Ziel gesetzt, wieder eine schlagkräftige und durch qualifizierte Trainer eine gute ausgebildete Fußballjugend aufzubauen, was in einigen Altersklassen schon Früchte trägt.

Zum Schluss darf sich der Vorstand noch einmal bei allen Trainern, Betreuern, Eltern und allen Helfern für die gute Zusammenarbeit bedanken und wir hoffen, dass es auch in der Zukunft so weiter geht.

Die Altherrenabteilung im Wandel der Zeit


Die aktuelle Altherrenmannschaft der Saison 2004/2005

Schon in den frühen 50er- bis 60er-Jahren war die Altherrenabteilung des TSV 05 Ronsdorf eine feste Größe und schon präsent.
In dieser Mannschaft spielten so altgediente Haudegen, wie: Heinz Laubert, Spinne Born, Karl Strutz, Willi März, Willi Schröder, Hermann Störte, Günter Heyer, Franz Heinrich, Franz Nebendorf und Artur Sonneborn, um nur einige zu nennen. In den nachfolgenden Jahren begann dann die Ära von: Wilfried Bender, Gerd Heynen, Karl Radloff, Pilo Beckmann, Udo Knüppelberg, Erwin Schüttke, Horst und Günter Trier, Wolfgang Lohdorf, Jochen Lawetzki, Horst Sülzer, Widu Eilau und Heinz Brandenburger.

Es waren alles Erste-Mannschaftsspieler, die sich jetzt in der Altherrenabteilung austobten. Hier wurde noch in der Abteilung abgestimmt, welcher Spieler für gut befunden wurde, um in der Mannschaft spielen zu können. Heute undenkbar…! Aber so waren sie, die 60er- bis 70er- Jahre.
Ab 1984 begann die Neuzeit! In dieser Zeit spielten Spieler, die aus welchen Gründen auch immer, bedingt durch ihre Wehwehchen oder die, die in die Jahre gekommen waren und nicht mehr für die erste Mannschaft tauglich waren, sich aber noch sportlich-gesellschaftlich betätigen wollten.
Zu diesen Größen gehörten z.B.: Wolfgang Scholz, Dieter Lemke, Gerd Elstermeier, Manni Salomon, Ronald Blombach, Gerd Schirner, Hans-Gerd Bender, Peter Höner, Klaus Rutenkolk, Hans-Willi Casel, Bozo Bojic, Jürgen Hauck, Rolf März und noch weitere Spezis, die für Tore am laufenden Band und für Siege gut waren.
Diese Mannschaft brachte es fertig, dass die Altherrenabteilung des TSV 05 Ronsdorf weit über die Grenzen Wuppertal hinaus bis an die Grenzen der Niederlande bekannt wurde.

In den kommenden Jahren machte der Fortschritt auch nicht vor der Altherrenabteilung des TSV 05 Ronsdorf halt. Es wurde ein Vorstand in der Jahreshauptversammlung gewählt, der die Geschicke der Altherrenabteilung leitete und heute noch leitet. Es ist der guten Arbeit der Abteilungs-Leiter und des gesamten Vorstandes zu verdanken, dass die Abteilung auf etwa 70 Mitglieder angewachsen ist. Spieler aus Wuppertal und Umgebung haben sich der Abteilung angeschlossen.
Es wird nicht nur Fußball gespielt, nein, auch gesellschaftlich – was für den Zusammenhalt der Abteilung sehr wichtig ist – sind wir Dank Festausschuss plus Damen, Vorstand und allen Mitgliedern, die sich alle hervorragend einbringen, große Klasse.

Jährlich werden etwa dreißig Feldspiele, die sich nicht nur auf Wuppertal beschränken, sondern auch in Düsseldorf, Hilden, Essen und Solingen ausgetragen.
An sieben Hallen- und Feldturnieren wird mit großem Erfolg teilgenommen. Auch Kreis- und Niederrhein-Meisterschaften sind uns nicht fremd. Unsere Veranstaltungen, da sind der „Tanz in den Mai“, das Familiengrillen mit Kind und Kegel, die Mannschaftstour sprich „Trainingslager“, die Pärchentour ins Sauerland, nach Heidelberg, Willingen, Borkum usw., die Jahresabschlussfeier mit weihnachtlichem Glanz und nicht zuletzt unser Hallenturnier mit acht befreundeten Mannschaften und großer Tombola in der Sporthalle An der Blutfinke, werden jährlich durchgeführt und erfreuen sich großer Beliebtheit

In der heutigen Zeit kommt auch eine Altherrenabteilung nicht mehr ohne Sponsoren aus. An dieser Stelle sagen wir unseren Sponsoren ein herzliches „Dankeschön“. Sie lassen uns immer gut gekleidet aussehen und sorgen auch dafür, dass der Durst nicht zu groß wird.
Im Umfeld wird sogar behauptet, dass wir nicht immer die Besten sind, aber immer die Bestgekleideten…

Zum Schluss noch ein Dank den Abteilungsleitern, den Vorständen, allen Mitgliedern und den Damen, die uns in der langen Zeit – seit Bestehen der Altherrenabteilung des TSV 05 Ronsdorf – die Treue gehalten haben, uns tatkräftig unterstützten und noch heute mitarbeiten.

Ein Highlight im Jubiläumsjahr wird sicherlich das Spiel der Altherrenabteilung des TSV 05 Ronsdorf, am 25. Juni auf der Waldkampfbahn, gegen die Traditionsmannschaft von Bayer 04 Leverkusen sein, die mit internationalen Spielern bestückt ist.

Wir wollen hoffen, dass die Altherrenabteilung des TSV noch lange erfolgreich arbeiten kann.

17 Jahre… TSV-Badminton!

Es war einmal vor langer, langer Zeit an einem Donnerstag im Jahre 1987 in der Turnhalle „Im Vogelholz“: Einige Freunde und deren Bekannte hatten sich organisiert, um aus der Freizeitbeschäftigung „Badminton“ am Wochenende einen Verein zu gründen. Eine Halle und feste Trainingszeiten waren schnell gefunden. Und schon war die TSV05-Badminton-Abteilung gegründet.

Zunächst hatte man nur eine Schnur zur Verfügung, die durch die Hallenmitte als Netz-Ersatz gespannt wurde. Unter dieser Voraussetzung spielte man dann eher „unprofessionellen Federball“ als Badminton. Schnell entwickelten sich jedoch höhere Anforderungen nach besserem Material und einem zusätzlichen Trainingstag. Und man einigte sich mit der Tischtennisabteilung des TSV. Freitag abends sollten von nun an die Trainingszeiten für die Turnhallen „An der Blutfinke“ und an der „Ferdinand- Lassalle- Straße“ geteilt werden.
Die Abteilung Badminton erreichte im Lauf der Jahre eine Stärke von 50 Mitgliedern im Alter zwischen 15 und 49 Jahren. Auch nach den Trainingseinheiten gab es schon seinerzeit in den 80ern regelmäßige gemütliche Treffen mit 15 bis 20 Spielern im Stammrestaurant „Symposio“ an der Obere-Lichtenplatzer-Strasse. Dieser Brauch hat sich bis heute fortgesetzt. Wir treffen uns regelmäßig im Anschluss an das Freitagstraining in unserem Stammrestaurant „La Cassetta“ unter dem Motto „Wir tun nicht nur etwas für das Sportliche, sondern pflegen auch den sozialen Umgang miteinander“ .

Leider ist unsere Mitgliederzahl im Laufe der Jahre auf 19 Mitglieder zurückgegangen. Wir sind nun ein illustrer Haufen im Alter von 23 bis 52 Jahren, die alle jede Menge Spaß zu den Trainingseinheiten mitbringen, denn unser Motto „Just for Fun“ haben wir trotz personeller Verkleinerung aufrecht erhalten. Einen Trainingstag ohne schallendes Gelächter gibt es bei uns nicht!

100 Jahre TSV… 10 Jahre Radtouristik!


Im neuen Outfit auf Europas Straßen zuhause …

Der 12. Juni 1995 ist in der Chronik des TSV 05 Ronsdorf dick umrandet. Das darf nicht wundern, denn an diesem Tag wurde das Vereinsangebot um eine Sportart bereichert, die bei gesundheitsbewussten Mitmenschen immer mehr von sich reden macht: Sie heißt Radtouristik und hat beim TSV 05 zu einer Abteilungsgründung geführt.

Sie ist hervorgegangen aus dem aus dem Rad-Touristik-Club 77 Remscheid e.V. (RTC77), der am 7.7.1977 mit Sitz in Remscheid gegründet und im Jahre 1995 aufgelöst wurde. Die Gruppe ist organisatorisch selbständig und zählt zur Zeit 32 Mitglieder.

Zu den Aktivitäten der Abteilung gehört die Ausrichtung der „Internationale Viertalsperrenfahrt“, die wir in diesem Jahr als dienstältester Anbieter im Bezirk Bergisch Land zum 30.Mal ausrichten werden. Hinzu kommt der allwöchentliche Radtreff, die Teilnahme an RTF-Veranstaltungen (RTF), eine mehrtägige Vereinsfahrt und im März holen wir uns bei einem Aktivurlaub an der Algarve in Portugal, die nötige Kondition für die neue Saison.

Unsere Radwanderfahrer lassen es bei ihren Ausfahrten etwas langsamer angehen. Sie treffen sich mittwochs beim Radtreff oder ’mal auf ein Bier… und jeden ersten Sonntag im Monat zu einer größeren Ausfahrt. Im Monat Oktober lässt man die Saison irgendwo in der Republik bei einem verlängerten Wochenende ausklingen und in den Wintermonaten wird gewandert.

Interessierte Radsportler sind zu unseren Aktivitäten herzlich eingeladen.

Der Fußballzuschauer

Vergessen wir in unserer Chronik nicht den Zuschauer, oder wie er oft genannt wird „den Schlachtenbummler“. Es gibt ihn, mit Ausnahme des Säuglingsalters, in jedem Lebensalter und in jeder gesellschaftlichen Stufe und er ist für einen Sport- verein so nötig, wie die Luft zum Atmen. Denn welche Mannschaft spielt schon gerne vor leeren Rängen und wie oft wurde ein wichtiger Kampf mit den lautstarken Anfeuerungsrufen der Zuschauer zu einem guten Ende gebracht. Und somit sind wir beim Thema. Der Zuschauer soll eine Mannschaft anfeuern, er soll sie unterstützen und seiner Elf so kundtun, dass sie das Gefühl hat, nicht alleine auf dem Platz zu stehen. Außerdem, was ist besser für die Gesundheit, als in Gottes freier Natur, so richtig einmal aus sich herauszugehen – einmal so nach Herzenslust und aus voller Brust Tooooor zu schreien oder je nach Veranlagung zu brüllen. Auf dem Sportplatz, unter Gleichgesinnten, fällt es ja nicht auf, wenn sich ein ansonst ruhiger Zeitgenosse so einmal richtig gehen lässt – wo sonst kann er seine Meinung so lautstark von sich geben ohne irgendwo anzuecken? Im Geschäft oder gar zu Hause – nein, das wäre unmöglich – dann schon lieber auf dem Sportplatz – da ist nach 90 Minuten aller Ärger vergessen und nur die Freude bleibt – wenn, ja wenn!

Soweit, so gut!

Leider gibt es aber auch einige Zeitgenossen, deren Nerven schon so überspannt sind, dass sie das Reale nicht mehr klar erkennen können und statt sich abzureagieren, dann beleidigend werden und vergessen, dass Spiel, Spiel bleiben muss! Diese persönlichen Angriffe richten sich in der Hauptsache gegen den Schiedsrichter und da sollte man sich überlegen, dass dieser Mann auch nur ein Mensch ist – mit all seinen Stärken und Schwächen!

Zum Glück hört er nicht alle Titulationen und Aufforderungen ans Telefon zu kommen – sonst wäre er der Einzige, der Sonntag für Sonntag sauer vom Sportplatz ginge. Abgesehen davon, dass dem Verein durch Anpöbelung oder Handgreiflichkeiten gegenüber dem Mann im schwarzen Dress, schwerer Schaden entstehen kann, sollte man sein Temperament soweit zügeln und daran denken:

Was Du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu!

Ebenso sollte man daran denken, den Gegner zu achten und seine Leistung zu respektieren.

Wenn Sie, lieber Fußballzuschauer sich so auf unserem Sportplatz verhalten – so sollen Sie uns immer herzlichst Willkommen sein.

Vereinslied
(Strömt herbei, ihr Völkerscharen …)

1)
Lasst auch heut’ am frohen Tage
singen uns vereint ein Lied,
lasst es brausend nun erklingen,
was uns durch die Seele zieht.
Was uns heiß im Herzen lodert
In Begeist’rung stets entbrannt:
Uns’re Liebe, uns’re Treue
für das schwarz und weiße Band.

2)
Aus dem einstgen kleinen Bäumchen
ward ein Baum, ein starker Hort,
ward ein mächtig, großer Förd’rer
für den edlen Fußballsport.
Und so lang du wirst bestehen,
heißgeliebtes Vaterland:
Uns’re Lieb’ wird nie vergehen
für das schwarz und weiße Band.

3)
Ob gesiegt wir – ob verloren,
ob wir hier im berg’schem Land,
ewig hoch, was wir erkoren,
sind wir auch im fernsten Land.
Würze unser ganzes Leben,
O du Wort voll schönstem Klang:
Du mein tun, mein Denken, Streben,
du mein schwarz und weißes Band.

4)
Schönste Zierde deiner Glieder,
Einigkeit und Treu allzeit,
immerdar besteht sie wieder,
bis in alle Ewigkeit.
Dir geloben wir aufs neue,
hoch zum heilgen Schwur die Hand:
Einigkeit und ew’ge Treue
für das schwarz und weiße Band.

5)
Und wenn einst der Tod uns rufet,
wenn die Abschiedsstunde schlägt,
leget mir das Herz in die Gruft,
was mir noch mein Herz bewegt:
Dass ich stets dich bei mir finde,
dich – so eng mit mir verwandt –
dich mein teures, heißgeliebtes,
dich, mein schwarz und weißes Band.

Nachzutragen bleibt, dass sich die Abteilungen Basketball, Damengymnastik und Tischtennis, bedingt durch die finanzielle Schieflage des Vereins, vom TSV gelöst und sich im Jahre 2004 anderen Vereinen angeschlossen haben.

Text: Festbuch 50, 60 + 100 Jahre TSV 05 Ronsdorf
Fotos: Privat, TSV-Archiv